Der Herr der Ringe: 5 legendäre Storys, die es nie in die Filme geschafft haben
Die Herr-der-Ringe-Trilogie ist Kult, doch nicht komplett. Diese weggelassenen Momente sorgen bis heute für Diskussionen unter den Fans.
Kaum ein Fantasy-Universum ist aktuell so präsent - und erfolgreich - wie Der Herr der Ringe. Mit Die Ringe der Macht hat Amazon Mittelerde als Serie neu aufgelegt - mit durchaus beachtlichem Erfolg, aber auch vielen Diskussionen unter Fans.
Gleichzeitig kehrt das Franchise auch ins Kino zurück: Mit Die Jagd nach Gollum ist bereits ein neuer Film in Produktion und mindestens ein weiterer wird noch folgen. Dazu kommen Projekte wie The War of the Rohirrim, die bekannte Figuren und Ereignisse aus einer neuen Perspektive zeigen. Mittelerde ist also voll da - und wird uns in den nächsten Jahren weiter begleiten.
Und trotzdem bleibt eine Sache unangefochten: Peter Jacksons Filmtrilogie. Für viele ist sie bis heute die beste Fantasy-Verfilmung überhaupt. Die Filme haben Tolkiens Welt greifbar gemacht und Millionen Menschen begeistert.
Klar ist aber auch: Jackson musste viel kürzen, ändern und anpassen, damit die Geschichte im Kino funktioniert. Vieles davon war sinnvoll. Manche Dinge fehlen aber bis heute - vor allem Szenen, die den Büchern ihren besonderen Ton geben. Genau diese Momente vermissen viele Fans besonders. Wir haben uns fünf ikonische Passagen rausgesucht, die wir gerne in den Filmen gesehen hätten. Darunter Klassiker, die wohl jeder auf dem Schirm hat, aber auch einige Szenen, an die man vielleicht nicht direkt denkt.
Frodo trifft erstmals auf die Elben
Im Film treffen Frodo und seine Hobbit-Begleiter erst in Bruchtal auf die Elben, wenn man Arwen mal außen vor lässt. In den Büchern findet eine wichtige Begegnung aber deutlich früher statt - noch bevor sie auf Streicher treffen. Auf dem Weg nach Bree begegnen sie nämlich einer Gruppe Elben unter der Führung von Gildor Inglorion.
Quelle: Warner Bros
Schon lange, bevor die Hobbits auf Streicher (Aragorn) treffen, begegnen sie den Elben.
Im Film fehlt diese Szene komplett. Dabei sorgt sie für eine ganz eigene Stimmung. Die Hobbits sind noch am Anfang ihrer Reise, alles ist unsicher - und dann treffen sie plötzlich auf diese ruhigen, fast schon mystischen Wesen. Gildor und seine Gefährten bieten ihnen Schutz für die Nacht und helfen ihnen außerdem, den Schwarzen Reitern zu entkommen.
Gerade dieser Punkt ist spannend: Im Buch wird nämlich schon früh deutlich gemacht, dass Frodo nicht einfach allein unterwegs ist. Immer wieder greifen andere Figuren ein und helfen ihm. Die Reise wirkt dadurch weniger wie ein Solo-Abenteuer und mehr wie ein großes Gemeinschaftsprojekt. Im Film liegt der Fokus zu Beginn zudem stärker auf Spannung und Verfolgung. Die ruhigen Momente bleiben dabei ein Stück weit auf der Strecke - und genau so einer wäre diese Begegnung gewesen.
Tom Bombadil und der Alte Wald
Tom Bombadil ist wohl die bekannteste Figur, die es nie in die Filme geschafft hat. Wer die Bücher kennt, weiß warum: Er ist eigen, schwer greifbar und passt eigentlich auch nicht so richtig in die klassische Geschichte. Trotzdem ist er ein echtes Highlight. Im Alten Wald rettet er die Hobbits gleich mehrfach - erst vor dem Alten Weidenmann, später vor den Hügelgräbern.
Das Besondere an Bombadil: Er wirkt völlig losgelöst vom Rest der Welt. Der Ring scheint keine Macht über ihn zu haben, und auch sonst spielt er nach ganz eigenen Regeln. Genau das hätte im Film aber auch Probleme gemacht. Die Geschichte wäre unterbrochen worden und das Tempo hätte arg gelitten - zumal er für die Handlung keine wirkliche Rolle spielt. Trotzdem fehlt mit ihm ein Stück dieser besonderen Tolkien-Atmosphäre - diese Mischung aus Märchen und Fantasy, welche die Bücher so einzigartig macht.
Quelle: Amazon
Tom Bombadil hatte in der Trilogie leider keinen Auftritt. Erst in der Serie zu Herr der Ringe lernen wir ihn kennen.
Der Rat von Elrond - Extended Edition
Den Rat von Elrond gibt es auch im Film - aber deutlich kürzer. Im Buch nimmt diese Szene viel mehr Raum ein. Hier wird nicht nur entschieden, was mit dem Ring passieren soll. Es geht auch um die Vergangenheit, um alte Fehler und um die große Geschichte Mittelerdes. Als Leser bekommen wir gewissermaßen eine Lehrstunde in der Historie von Menschen, Elben und Mittelerde.
Diverse mehr oder weniger wichtige Figuren erzählen ihre Sicht der Dinge, und erst dadurch wird klar, wie ernst die Lage wirklich ist. Im Film wird das alles stark zusammengekürzt. Das ist durchaus verständlich, weil lange Gespräche im Kino schnell langweilig werden. Trotzdem geht dabei etwas verloren. Im Buch fühlt sich dieser Moment wie ein großes Treffen der Geschichte an. Im Film ist es eher eine notwendige Szene, um die Handlung voranzubringen.
Saruman im Auenland
Im Film ist Sarumans Geschichte recht früh zu Ende. Im Buch sieht das ganz anders aus. Dort überlebt er erheblich länger - und taucht am Ende sogar im Auenland auf. Nachdem Frodo und Sam den Ring zerstört haben, ist nämlich nicht plötzlich alles gut. Zu Hause wartet schon das nächste Problem.
Quelle: New Line Cinema
In den Filmen findet Saruman ein schnelles Ende - ganz anders als in den Büchern.
Saruman hat das Auenland übernommen, die Hobbits gegeneinander ausgespielt und viele Dörfer zerstört. Frodo und seine Freunde müssen ihre Heimat zurückerobern. Diese "Säuberung des Auenlandes" zeigt, dass der Krieg auch nach dem großen Finale noch Spuren hinterlässt.
Peter Jackson hat darauf verzichtet - wahrscheinlich, weil das Ende sonst zu lang und zu schwer geworden wäre. Trotzdem ist der Story-Bogen spannend und ja eigentlich die Grundidee von Herr der Ringe: Die Helden müssen nicht nur die Welt retten, sondern auch ihr Zuhause.
Faramir widersteht dem Ring
Faramir ist im Film zwar dabei - aber anders als im Buch. Dort ist er von Anfang an eine sehr klare Figur: ruhig, klug und nicht sonderlich anfällig für die Versuchung des Rings. Als er Frodo trifft, lehnt er die Macht mehr oder weniger direkt ab. Ohne großes Zögern.
Im Film ist das anders. Hier zweifelt Faramir, trifft falsche Entscheidungen und bringt Frodo sogar in Gefahr. Das sorgt zwar für mehr Spannung, verändert aber die Figur deutlich. Im Buch steht Faramir für etwas ganz Wichtiges: dass es Menschen gibt, die der Macht des Rings widerstehen können.
Diese klare Haltung geht im Film etwas verloren. Dafür bekommt die Geschichte mehr Konflikt - was für das Kino gut funktioniert, aber den Charakter weniger besonders macht.
Am Ende bleibt ein gemischtes Gefühl. Die Filme sind großartig - keine Frage. Aber gerade Fans der Bücher wissen, wie viele kleine und große Momente fehlen. Manche davon wären schwer umzusetzen gewesen, andere hätten den Filmen vielleicht sogar noch mehr Tiefe gegeben. Mit den neuen Filmen und Serien stellt sich jetzt wieder die gleiche Frage: Welche Geschichten werden erzählt - und welche nicht? Vielleicht bekommen wir ja doch noch Szenen zu sehen, die bisher gefehlt haben. Stoff dafür gibt es genug. Und die Hoffnung sowieso.

Klar, der 1) "Elfenfetischismus", mal frech so benannt, ist jetzt in der Vorlage "Der Hobbit" (1937) noch nicht so gegeben, ist ja auch n Kinderbuch. Aber da sind Elfen und Zwerge auch eher so ne lustige Gurkentruppe, welche spaßend und singend vor sich hineiert. Generell ist das schon ein wichtiger Teil der Reise, welche da in der Ringtriologie (1954) vorkommt. Vor allem, weil ja auch die Elfen generell und die tiefe der Geschichte mächtig an Fahrt gewannen (entstand ja ne ganze Welt, mit Zeitaltern, eigenen Sprachen, Schöpfungs.- und Göttergeschichte etc. siehe Silmarillion, ab 1977).
2) Das mit Tom ist wirklich schlecht gemacht, da es ein essenzieller Teil des ersten Buches und zusammen mit Baumbart ja zu den möglicherweise ältesten und mächtigsten Wesen auf Mittelerde gehört.