Deadlight im Test für PC: Stimmiges Level-Design, aber viel Trial&Error
Trotz Zombie-Klischee findet auch Deadlight seine Nische - es präsentiert den Weltuntergang als 2D-Plattformer. Kleinere Schnitzer trüben allerdings den an sich ordentlichen Survival-Trip.
Seit Ende Oktober, also rund drei Monate nach der Xbox- 360-Version ist Deadlight auch für den PC erhältlich. Obwohl das finstere Zombie-Spiel aufwendige 3D-Grafi k bietet, erinnert das Gameplay eher an klassische 2D-Plattformer wie Flashback oder Another World: Aus der Seitenansicht steuert man den Helden Randall Wayne durch ein menschenverlassenes Seattle, in dem an jeder Straßenecke Untote lauern.
Inhaltlich entpuppt sich Deadlight als solider Mix aus Geschicklichkeitsaufgaben und Reaktionstests: Mal muss Randall vor Zombies oder Hubschrauberbeschuss flüchten, dann soll er Mechanismen in Gang setzen, über Zäune klettern oder Feinde in Fallen locken. Deadlight ist jedoch kein Actionspiel: Kämpfe bestreitet man selten, Axt wie Pistole kommen nur in absoluten Notfällen zum Einsatz. Frustgefahr droht ohnehin nicht von den Gegnern, eher vom Leveldesign: Checkpoints sind oft ungünstig gesetzt, was nerven kann, wenn Randall mal wieder ins Gras beißt, weil die Steuerung nicht perfekt reagiert oder der Held unter Zeitdruck einer Todesfalle entrinnen muss.
Trotz solcher Frustmomente ist Deadlight ein denkwürdiges Abenteuer, dank seiner guten Atmosphäre: Die zerstörte US-Metropole wird in beklemmend schönen, kontrastreichen Bildern eingefangen und die schwermütige Titelmusik beseitigt zuverlässig auch den letzten Rest guter Laune. Auf dem PC kommt die bedrückende Stimmung dank hoher Auflösungen zudem optisch besser zur Geltung als auf den Konsolen. Leider kann die Story da nicht ganz mithalten: Die Handlung rund um Randall, der sich auf die Suche nach seiner Tochter macht, bietet zwar manch dramatischen Moment und interessante Wendungen, kommt aber kaum in Fahrt – die Dialoge sind langweilig geschrieben und Randalls englischer Sprecher wirkt oft gekünstelt und daher recht unglaubwürdig. Die PC-Umsetzung von Deadlight ist grundsätzlich sehr gelungen, die Steuerung lässt sich beispielsweise gut konfigurieren. Allerdings sorgt ein Bug auf manchen Rechnern dafür, dass Cutscenes ohne Ton abgespielt werden – da hilft nur das Zuschalten von Untertiteln, bis Tequila Works einen Patch nachreicht.

Zeitdruck? Hat man nur ganz selten und Trial & Error ist jetzt auch nicht so schlimm wie es sich anhört.
Trial & Error hat man auch in Limbo, Super Meat Boy etc. ... und trotzdem sind es sehr gute Spiele. Deadlight ist auch ein gutes Spiel und wenn man von Setting und Artstyle angesprochen wird, lohnt es sich auch.
Viele neue Spiele bieten doch oft gar keine Herausforderungen mehr.
- Trial & Error
- Zeitdruck
Nein, danke.
Die Grafik sowie das Setting an sich hätten mich sofort zugreifen lassen. Schade, dass viele Indy-Entwickler ihre Spiele von den Mechaniken und dem Schwierigkeitsgrad her so rausbringen, als ob wir noch 1990 hätten. :-(