Dead Space gespielt: Schöne Schlachtplatte - Hands-on-Preview + Video
Wir waren in London. Aber nur, um weiterzureisen in die Tiefen des Weltalls! Wir haben das Dead Space Remake stundenlang gespielt, und wie uns das gefallen hat, lest ihr in der Vorschau!
Alles kommt zurück. Schlaghosen, bauchfrei, Schnurrbärte, vielleicht bald sogar die Dauerwelle. Nach zwei Jahren Pause finden inzwischen außerdem wieder Events statt, in diesem Fall für ein Spiel, das ebenfalls schon mal da war - Dead Space! Allerdings, so wird es in der Präsentation gleich zu Anfang betont, handelt es sich bei der Rückkehr von Isaac Clarke um ein Remake, nicht um ein Remaster. Bedeutet: Statt alten Bausteinen frische Farbe zu verpassen, wird Dead Space für das Jahr 2023 aus fabrikneuen Teilen gefertigt, als Motor dient die Frostbite Engine. Wir haben das Ergebnis nicht nur gesehen, sondern gespielt, und zwar mehrere Stunden von Anfang des Abenteuers an bis zum Ende des dritten Kapitels. Was wir erlebt haben? Viel. Was wir überlebt haben? Noch viel mehr!
Am Anfang war die Furcht
Um Dead Space (jetzt kaufen ) zu erklären, müssen wir einen Abstecher ins Jahr 2008 machen. Da gab es noch kein Demon's Souls, Guitar Hero war ein großes Ding und so ziemlich jeder spielte GTA 4. Zwar hatte Resident Evil gerade den Weg in Richtung Action eingeschlagen (und bekommt auch bald ein Remake), aber klassischer Horror war zu dieser Zeit keine Ausnahmeerscheinung in der Spielelandschaft: ein indizierter Sega-Titel, Alone in the Dark und Silent Hill ließen Spielern das Blut in den Adern gefrieren. Dead Space war trotzdem etwas Besonderes, weil Neues.
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Das Setting auf einem riesigen Raumschiff war unverbraucht, genauso frisch fühlten sich die Waffen an, die auf Werkzeugen basieren, allen voran der ikonische Plasma Cutter. Und obschon es übernatürliche Psycho-Horror-Elemente in der Welt von Dead Space gibt, verbreiten doch die Necromorphs den größten Teil des Schreckens auf dem nur scheinbar verlassenen Schiff USG Ishimura. Dabei handelt es sich um die grässlich entstellten Leichen ehemaliger Passagiere, verdreht, mutiert und reduziert zu instinktgetriebenen Bestien, die durch Luftschächte kriechen, im Vakuum überleben und auch verstümmelt noch versuchen, Isaac in Stücke zu reißen. Neben der haarsträubenden Action gibt es immer wieder ruhige Momente, in denen Puzzles gelöst werden wollen. Jedenfalls so ruhig wie ein Moment eben sein kann, mit der ständigen Angst im Nacken, dass jeden Moment ein Necromorph aus der Wand brechen könnte.
Dead Space lieferte etwas ab, von dem Spieler lange nicht wussten, dass sie es wollen und brauchen: einen Sci-Fi-Survival-Horror-Shooter. So toll die Kritiken aber auch ausfielen - und sie waren erstklassig - so überschaubar war der Erfolg des Spiels. Dennoch blieb Electronic Arts dran, Visceral Games (das Studio wurde 2017 von EA geschlossen) durften mit Dead Space 2 eine Fortsetzung programmieren, die drei Jahre später erschien und nicht nur Kritikerlob einheimste, sondern auch mehr Aufmerksamkeit erhielt. Nur: rentiert hat sich auch Teil 2 nicht. Es folgten Spin-offs, Comics, Romane und mit Dead Space 3 schon früh der vorläufige Todesstoß. Zu action-lastig, zu weit weg von den Wurzeln, so das Urteil von Spielern und Redakteuren.
Original vs. Remake - Szenenbeispiel
Nun also möchte EA zu alten Stärken zurück, kombiniert mit einer zeitgemäßen Optik und anderen, leichten Verbesserungen. Ob das Remake eine Reaktion auf Callisto Protocol ist, der geistige Nachfolger von Dead Space, der noch vor Weihnachten 2022 erscheinen soll? Zum ersten Mal vom neuen, alten Dead Space hörte die Öffentlichkeit jedenfalls erst über ein halbes Jahr nach der Ankündigung des Konkurrenzspiels. Aber wie lange EA wirklich schon an der Neufassung werkelt, ist nicht bekannt.
Die Quadratur des Kreises
Solltet ihr Dead Space im Jahr 2008 gespielt haben, stellt sich euch vermutlich die gleiche Frage wie uns: Was soll man am Originalabenteuer denn verbessern? Tatsächlich ist Dead Space exzellent gealtert, wovon wir uns beim Event selbst überzeugen konnten, denn es war ebenfalls auf dem Rechner installiert und bereit zum Begutachten. Und es sind wirklich die Feinheiten, die nur im direkten Vergleich auffallen, mal abgesehen von der deutlich schöneren Grafik im Remake (der Preis dafür sind auf dem PC übrigens happige Mindestanforderungen). So bewegte sich Isaac damals langsamer und schwerfälliger, passend dazu waren auch die Necromorphs nicht ganz so flott auf den Beinen - oder Stummeln, je nach Gattung. Einzelne Rätsel wurden leicht angepasst, aber das Erbgut bleibt intakt, das Remake ist keine Ballerbude wie Halo, Call of Duty oder, nun ja, Dead Space 3.
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Gemischte Gefühle:
Top:
- Setting
- kein HUD
Weniger Top:
- Hakeliges Gameplay
- kaum Abwechslung
Aber wie mein Vorposter fand ich den dokumentierten Entwicklungsprozess des Remakes inkl. Berücksichtigung von Fan Feedback ein Paradebeispiel für gelungenes Marketing, was hoffentlich Schule macht.
Was man den Entwicklern noch zugute halten sollte ist, dass sie am Anfang sehr viel von dem was sie taten und planten mit den Fans geteilt haben und möglichst versucht haben, deren Wünsche mit den eigenen Verbesserungsvorstellungen unter einen Hut zu bekommen. Ich habe damals selber das ganze eine Weile verfolgt und fand alleine schon die Art, wie das vonstatten ging ausgesprochen sympathisch.
Insbesondere, weil wenig später Volition mit ihrem Saints Schrott Reboot so ziemlich das exakte Gegenteil hingelegt haben. Denn während die Dead Space Remake-Macher praktisch mit ihren Fans gefeiert haben, dass sie den ersten Teil neu machen und alle bester Laune waren - Haben Volition ihren Fans teilweise den Mittelfinger ins Gesicht gestreckt. Ich kann man auf Twitter an einen Post erinnern, in dem ein Fan einfach nur darauf aufmerksam machte, dass er und viele andere die neuen Hauptfiguren nicht so toll fanden... Volition beantwortete das ganze mit einer albernen GIF mit der Botschaft: "HATERS GONNA HATE".
Die Dead Space "Remaker" sammelten derweil das Feedback der Fans, belohnten diese dann noch mit einem coolen Video, in dem der Sprecher von Isaac ins Rampenlicht tritt und selber verkünden durfte, dass er nun wieder mit am Start ist - Und dann bedankte man sich für alles und zog sich, wie man es ausdrückte "Zur Auswertung eures Feedbacks zurück".
Und das fand ich einfach super: So kommuniziert man mit seinen Fans, so gibt man ihnen das Gefühl ein Teil dessen zu sein, was man da erarbeitet. Man gibt ihnen nicht die vollkommene Macht über alles zu bestimmen, aber man gibt ihnen auf demokratische Art eine Stimme. Ob und wie viel das am Ende gebracht hat, kann man nur spekulieren. Jedoch gibt es einem als Fan, der irgendwo mit dabei sein durfte bei der Vorab-Feedbackparty dennoch ein Gefühl der Verbundenheit mit seinem Spiel. Und das steigert letzten Endes irgendwo auch immer die Wahrscheinlichkeit mehr Ableger zu verkaufen und seine Fans an seine Marke zu binden.
Und nicht wie Volition und Deep Silver den Fans mehr oder weniger immer wieder ins Gesicht zu sagen, dass man sie scheiße findet, weil sie ihren Unmut über die massiven und wie auch ich finde unpassenden Veränderungen kundtun - Um sich dann wenig später darüber zu wundern, warum die Verkaufszahlen so schlecht sind.
Ein bisschen wie damals bei Battlefield V und Patrick Sunderland mit seinen Beleidigungen gegen die eigenen Fans und seinem Mottospruch "Wenns dir nicht gefällt, dann kauf es dir halt nicht!" - Was recht viele Leute dann auch nicht gemacht haben am Anfang. Sunderland wurde dann recht bald gegangen, wie man so schön sagt.
Und alleine dafür wäre ich durchaus gewollt, das Dead Space Remake dann auch meinetwegen zum aktuellen Vollpreis zu kaufen.
Ganz wichtige Frage:
Ist Jason Graves wieder für den Score dabei?