Dead Man's Hand
Sie nehmen hinter Kisten und Bänken Deckung und schießen übers Geländer.
El Tejón ist der Max Payne des Wilden Westens: Mit Reibeisenstimme und Kanone nimmt er Rache. In der Schule lernt man: Schließ dich keiner Sekte an, denn wenn du wieder raus willst, hast du Fanatiker am Hals. El Tejón ging nie zur Schule. Als das Spiel startet, liegt er blutüberströmt im Dreck, weil er die Gaunerbande "Die Neun" verließ. Doch er ist nicht tot, der Wunsch nach Rache hält ihn am Leben: "Die Neun", die ihm das angetan haben, sollen in 27 Missionen dafür bezahlen; an deren Ende wartet jeweils ein heftiger Bossgegner. Sie ballern nicht nur auf Feinde, sondern auch auf Flaschen, Melonen oder Kisten. Dead Man's Hand ist ein Western-Shooter mit Schießbuden-Flair: Je mehr Ziele Sie hintereinander treffen, desto höher die Punktzahl. Darunter leiden das Level-Design und die Gegner-KI: Man kommt sich vor wie auf Schienen, wenn man von Deckung zu Deckung rennt und Ganoven abschießt, die im immer gleichen Rhythmus an immer gleichen Stellen auftauchen - alles ist vorgeschrieben. Abgespeichert wird automatisch nach Missionsende, was wegen der ziemlich kurzen Etappen kein Weltuntergang ist. Zu diesem Zeitpunkt starten auch Zwischensequenzen, in denen, obwohl im klassischen Stummfilm-Stil gehalten, zügellos viel geredet wird: "Ein Mann muss tun, was er tun muss", sagt Tejón da beispielsweise zu seiner Liebsten in einer Stimme, für die Subwoofer erfunden wurden. Gut, dass sich Dead Man's Hand nicht ernst nimmt.
