Dakar 18 in der Hands-on-Vorschau: Die härteste Rallye der Welt
Nach etlichen Jahren traut sich endlich mal wieder ein Entwicklerstudio an die Rallye-Dakar-Lizenz. Wir besuchten die Big Moon Studios in Porto und durften dort stundenlang Dakar 18 selbst anspielen, sämtliche Etappen fahren und auch die verschiedenen Vehikel ausprobieren. Ob wir Spaß mit dem Titel hatten oder ihn am liebsten in die Wüste schicken würden, erfahrt ihr in dieser Vorschau.
Jahrelang lag die Lizenz zur Rallye Dakar brach. Ob dies nun an den jährlichen Todesmeldungen zur Veranstaltung liegt oder daran, dass die bekannteste und härteste Rallye bisher nicht gerade sonderlich tolle Videospiele spendiert bekam, kann man nicht genau sagen. Allerdings hat das Warten für die Fans nun ein Ende, denn die portugiesischen Entwickler von Big Moon Studios veröffentlichen am 11. September ein neues Spiel zur Lizenz. Wir besuchten die Entwickler in Porto, wo uns nicht nur erklärt wurde, was Dakar 18 (jetzt kaufen 14,95 € ) einzigartig machen wird, sondern wir auch gleich mehrere Stunden selbst das Spiel zocken durften. Dabei verirrten wir uns zwar des Öfteren in der Wüste, hatten aber dennoch jede Menge Spaß.
Ein Königreich für ein Navi
Bevor wir selbst in einem der aufgebauten Racing Seats Platz nehmen und die PC-Version zocken oder zum Controller der PS4-Variante greifen
Quelle: PC Games
In unserer Hands-on-Vorschau zu Dakar 18 erfahrt ihr, ob wir das Rennspiel der Big Moon Studios mögen oder es am liebsten in die Wüste schicken würden. (14)
begrüßte uns Studiochef Paulo Gomes und machte sofort klar, dass sie mit Dakar 18 etwas vollkommen Neues vorhaben. "Dirt Rally, WRC oder Sebastien Loeb Rally sind tolle Spiele, doch die Rallyes bestehen nur daraus, eine vorgegebene Route zu fahren, ohne an die Seiten anzuecken. Das würde nicht zu Dakar passen und deshalb gehen wir einen anderen Weg." Er erzählt uns, dass die Etappen vollkommen offene Gebiete sind, durch die man sich selbst navigieren muss. Klar, habe man im Auto oder im Truck einen Beifahrer, der einem das Roadbook vorlese, doch egal ob man nun im Auto, Truck, Quad oder auf dem Sitz eines Motorrads Platz nehme, man müsse selbst den Weg suchen. Hierfür verwendete man echte Roadbooks der Rallye Dakar und setzte sie zusammen mit einem Veteranen der Rennserie um. In diesen Büchern sind grobe Abbildungen zum Gebiet zu finden, die Info bei wie viel gefahrenen Kilometern ihr auf die abgebildete Stelle trefft und auf wie viel Grad ihr euer Vehikel ausrichten müsst, um in die Richtung des nächsten Wegpunktes zu kommen.
Quelle: PC Games
In unserer Hands-on-Vorschau zu Dakar 18 erfahrt ihr, ob wir das Rennspiel der Big Moon Studios mögen oder es am liebsten in die Wüste schicken würden. (1)
Das hört sich allerdings etwas einfacher an, als es tatsächlich ist, denn im Optimalfall lest ihr die Karte ja nicht still bei einem Schlückchen Tee, sondern rast so schnell wie möglich über Stock, Stein und Wüstensand. Zudem sind die Angaben auch nicht hundertprozentig genau auf euer Fahrzeug (allesamt Original-Vehikel der vergangenen Rallye diesen Jahres) zugeschnitten. Schließlich kann es sein, dass ihr mit eurem Motorrad eine steile Düne gar nicht hochkommt und außen herum fahren müsst, ihr euch in besonders weichem Sand festfahrt oder plötzlich ein Sturm heraufzieht und ihr aufgrund von mangelnder Sicht vom Kurs abweicht. Der Kilometerzähler läuft trotzdem weiter.
Quelle: PC Games
In unserer Hands-on-Vorschau zu Dakar 18 erfahrt ihr, ob wir das Rennspiel der Big Moon Studios mögen oder es am liebsten in die Wüste schicken würden. (4)
Während ihr im Competitor- und dem Legends-Modus keinerlei Navigationshilfen außer eurem Roadbook (und eurem Beifahrer) habt, wird euch im Rookie-Modus die Richtung des nächsten Wegpunktes angezeigt. Dennoch bleibt Dakar 18 auch hier anspruchsvoll, denn nicht immer ist der direkte Weg auch der beste. Fahrt ihr einfach geradeaus Richtung Wegpunkt, kann es gut sein, dass ihr zwar verdammt schnell seid, aber unterwegs auch euer Fahrzeug verschrottet, da ihr nicht richtig auf eure Umwelt geachtet habt. Zudem gibt es auch im Rookie-Modus immer wieder Stellen, wo der Wegpunkt für ein paar Kilometer nicht angezeigt wird. Schickt euch das Roadbook beispielsweise ein trockenes Flussbett entlang, müsst ihr diesem ohne Anhaltspunkt folgen und seid auf das Roadbook angewiesen, um quasi an der richtigen Stelle die "Ausfahrt" zu nehmen. So wird man gut auf den mittleren Schwierigkeitsgrad vorbereitet.
Technik und Rennspaß
Quelle: PC Games
In unserer Hands-on-Vorschau zu Dakar 18 erfahrt ihr, ob wir das Rennspiel der Big Moon Studios mögen oder es am liebsten in die Wüste schicken würden. (21)
Wir empfehlen jedenfalls selbst Rennspielprofis zu Anfang den Rookie-Modus, da man sich ohne Übung im korrekten Lesen des Roadbooks auch hier schön verfranzen kann und die Orientierung verliert. In diesem Fall hilft es, eine Düne hochzufahren und zu schauen, ob ein anderer Fahrer gerade in der Nähe ist oder man lässt sich zum letzten Wegpunkt zurücksetzen. Dies funktionierte auf dem PC in Sekundenschnelle, auf der PS4 war die Ladezeit allerdings ziemlich lang. Auf der normalen PS4 läuft Dakar 18 übrigens mit 30 bis 40 Bildern pro Sekunde und auf der Pro mit 60. Auf dem PC hat man natürlich noch mehr fps zur Verfügung. Im Zweispieler-Splitscreen-Modus ist die Framerate ein wenig niedriger, blieb aber während unseres Hands-ons jederzeit flüssig. Für die Multiplayer-Rennen - egal ob online oder offline - verzichten die Big Moon Studios auch ausnahmsweise auf ihren Anspruch, die Rallye Dakar so realistisch wie möglich abzubilden, da man hier nicht zeitversetzt, sondern gemeinsam mit den anderen Mitspielern startet. Laut Paulo Gomes soll es aber vor allem online viele Einstellungsmöglichkeiten geben, welche Fahrzeuge erlaubt sind oder nach welchen Regeln allgemein gefahren wird.
Doch apropos Fahren: Dakar spielt sich in den Gebieten Perus, Boliviens und Argentiniens richtig gut und nachvollziehbar, ist aber auch nicht so simulationslastig wie beispielsweise ein Dirt Rally. Sowohl Anfänger als auch Profis oder eher sowohl Fun-Racer als auch Sim-Fans werden mit dem Fahrverhalten gut klarkommen. Vielleicht ist es für die Arcade-Leute ein wenig knackig und für die Sim-Racer einen Ticken zu leichtgängig, doch spielerisch wird der Titel wohl beiden Lagern Spaß machen. Der Anspruch von Dakar 18 liegt eben auch ganz klar in der Navigation, obwohl man merkt, dass Spieler mit Sim-Erfahrung etwas im Vorteil sind. Gerade wenn es darum geht, die Leistung des Autos oder die Tücken der Gebiete sowie einiger Fahrmanöver abzuschätzen. In einem Racing-Seat habt ihr zudem hervorragendes Feedback und spürt genau, wie sich euer Vehikel auf dem jeweiligen Untergrund der zwölf bis zu zwei Stunden dauernden Etappen anfühlt. Beim Gamepad hingegen fehlte offenbar noch die Rumble-Funktion. Zudem steuerten sich die Motorräder noch ziemlich steif. Dies merkte Paulo Gomes jedoch selbst an und versicherte uns, dass am Fahrverhalten der Bikes noch ordentlich geschraubt werde bis zum Release.
Quelle: PC Games
In unserer Hands-on-Vorschau zu Dakar 18 erfahrt ihr, ob wir das Rennspiel der Big Moon Studios mögen oder es am liebsten in die Wüste schicken würden. (34)
Dakar 18 hat durch die Navigation eine hohe Einstiegshürde, doch wenn man sich mal ein wenig zurechtgefunden hat und erste Erfolge beim Lesen des Roadbooks sammelt, macht der Titel richtig viel Laune, entfacht eine unglaubliche Motivation und fühlt sich einfach erfrischend anders an als bisherige Rennspiele. Schon allein das Herumdüsen zwischen und auf den mehrere Häuser hohen Sanddünen erweckte bei uns kindliche Freude, die auch teilweise in Übermut gipfelte und wir etwa zu schnell fuhren und unser Gefährt hart aufschlug. Macht ihr dies zu oft, geht das Vehikel natürlich kaputt. Einige Teile könnt ihr immerhin reparieren und büßt dadurch ein wenig Zeit ein, manchmal werden bestimmte Teile aber auch so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie bis zum (unfreiwilligen) Ende der Etappe zerstört bleiben.
Insgesamt gefiel uns Dakar 18 richtig gut, doch ein paar kleinere Makel offenbarte das Rennspiel dann doch. So fallen beispielsweise häufig Clipping-Fehler auf, wenn man durch Büsche fährt und die Kollisionsphysik ist (noch) nicht ganz optimal. So überschlug sich unser Auto schon mal etwas seltsam und mit dem Motorrad flog unser Fahrer manchmal vom Sattel, obwohl der Aufprall nach dem Sprung gar nicht so hart war. Hier sollten die Big Moon Studios noch etwas Arbeit reinstecken. Doch auch falls sie dies nicht tun sollten, sollten Rennspielfans diesen bereits jetzt überraschend guten und erfrischend anderen Titel im Auge behalten.

Was macht man denn, wenn man sich festfährt, zum Beispiel mit dem Motorrad? Absteigen und Schaufel zur Hand nehmen in einem Minispiel?
:D
Fanatec-Gedöhnse?
Track-IR?
Vielleicht auch VR?
Kann die Cockpit Perspektive angepasst werden?
Kamera vor, zurück, rauf, runter, FoV?
Fanatec-Gedöhnse?
Track-IR?
Vielleicht auch VR?
Kann die Cockpit Perspektive angepasst werden?
Kamera vor, zurück, rauf, runter, FoV?