Crusader Kings 3 im Test - Konsolenupdate

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Test Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 44,99 €
Crusader Kings 3 im Test - Konsolenupdate
Quelle: PC Games

Der schwedische Publisher Paradox Interactive wagt sich drei Jahre nach Stellaris erneut mit einem ihrer komplexen Strategiespiele auf die Konsolen. Wir haben im Test Crusader Kings 3 auf der PS5 unter die Lupe genommen und erklären euch die Unterschiede.

Die Globalstrategiespiele von Paradox Interactive sind seit jeher äußerst komplex und daher reine PC-Spiele, die auf eine Steuerung per Maus und Tastatur angewiesen sind. Mit Stellaris wagte sich das Studio vor drei Jahren erstmals auch auf die Konsolen, was ihnen durchaus gelungen ist. Allerdings ist das Weltraumstrategiespiel auch das bisher eingängigste unter den Paradox-Spielen. Nun haben sich die Macher einer neuen Herausforderung gestellt. Sie haben zusammen mit dem britischen Studio Lab42 das im September 2020 erschienene und sehr beliebte Crusader Kings 3 jetzt ebenfalls für die Konsolen PS5 und Xbox Series X/S umgesetzt.

Die größte Schwierigkeit war dabei sicherlich, die Steuerung und das gesamte Benutzerinterface für Konsolenzwecke umzubauen. Eine größere Herausforderung als bei Stellaris, da das UI, die Informationen, die es liefert, und die Eingabemöglichkeiten nochmal deutlich kleinteiliger sind. Betrachten wir zunächst die Controller-Steuerung, stellen wir fest, dass es den Entwicklern durchaus gelungen ist, das Spiel recht gut bedienbar zu machen. Viele Buttons des Controllers sind dabei doppelt belegt oder reagieren je nach Cursor-Kontext anders. So schalten wir mit den beiden Triggern entweder durch die Hauptmenüs wie Reich, Militär, Rat und so weiter, oder rufen durch gedrückt halten jeweils ein Kreismenü für die Kartenmodi sowie das Charaktermenü auf.

Informationsmangel

Es wird aber auch schnell deutlich, wo die Entwickler an die Grenzen der guten Umsetzbarkeit gestoßen sind. So arbeitet die PC-Fassung von Crusader Kings 3 zum Beispiel sehr stark mit Tooltips, die sich an unzähligen Stellen auftun, um zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Das lässt sich auf der Konsole nun nicht so einfach nachstellen. Hier muss durch gedrückt halten des linken Analogsticks zunächst in einen Tooltip-Modus geschaltet werden. Dadurch wird die restliche Bedienung des Spiels eingefroren und man kann mit einem Mauszeiger die gewünschten Tooltips aufrufen. Das hört sich nicht nur umständlich an, das ist es auch.

Im Vordergrund das Kreismenü für den Hauptcharakter und links das etwas abgespeckte Charakterfenster. Quelle: PC Games Im Vordergrund das Kreismenü für den Hauptcharakter und links das etwas abgespeckte Charakterfenster. Allgemein ist das größte Problem der Konsolenumsetzung, dass es teilweise nicht so einfach ist, an die Informationen zu kommen, die man von der PC-Fassung gewohnt ist und dort entweder mit einem Mausklick oder einem kurzen Tooltip stets sofort parat hat. Um auch auf Fernsehern noch einigermaßen spielbar zu sein, mussten die Entwickler viele der UI-Elemente größer machen. Das Interface ist zwar immer noch sehr kleinteilig, aber einige Dinge musste zwecks größerer Darstellung weichen. So fehlen uns zum Beispiel die Informationen über die gehaltenen Titel sowie die Bündnisse, Waffenstillstände und Kriege, die auf dem PC direkt in der Charakteransicht ersichtlich sind. Letztere haben wir inzwischen in einem eigenen Fenster im Charakter-Kreismenü ausfindig gemacht, aber eine Übersicht über die von unserem Herrscher gehaltenen Titel suchen wir weiterhin vergebens. Es gibt im Charaktermenü zwar einen eigenen Punkt für Titel, hier wird uns aber immer nur jeweils unser Haupttitel angezeigt.

Gerade für Kenner der PC-Version ist es also eine deutliche Umstellung auf die Konsolenfassung umzusteigen. Man sollte sich darauf einstellen, ein etwas anderes Spielerlebnis zu haben. Besonders schade ist in diesem Zusammenhang, dass es nicht möglich ist auf die PC-Steuerung samt Interface umzuschalten. Die Unterstützung von Maus und Tastatur sind bei Konsolen ja inzwischen Standard. Da hätte man also alternativ auch die PC-Konfiguration des Spiels anbieten können. Die Möglichkeit das Militär zu automatisieren ist ein neues Feature der Konsolenversion. Quelle: PC Games Die Möglichkeit das Militär zu automatisieren ist ein neues Feature der Konsolenversion.

Alter Inhalt, neue Features

Inhaltlich bleibt dagegen alles beim Alten. Zumindest wenn man den Fakt ignoriert, dass für die PC-Version mit Northern Lords und Royal Court bereits ein kleiner und ein großer DLC erschienen sind. Die Konsolenversion ist inhaltlich zunächst auf dem Stand der ursprünglichen Releasefassung. Wann die neuen Inhalte auch für PS5 und Xbox Series S/X nachgereicht werden, ist noch nicht bekannt. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die inhaltliche Angleichung der Versionen bei Crusader Kings 3 nicht genauso lange dauert wie bei Stellaris. Dort hinkt die Konsolenfassung nämlich auch drei Jahre später dem PC immer noch hinterher.

Immerhin haben die Entwickler den Konsolen auch ein Feature spendiert, dass es auf dem PC bisher nicht gibt. Im Bereich Militär kann man die Steuerung der eigenen Armeen nun nämlich der KI überlassen. Diese kümmert sich dann automatisch um die Aushebung von Truppen und deren Bewegungen auf der Karte, sobald man in einen Krieg eintritt. Die KI übernimmt auch automatisch die Raubzüge von Stammesgesellschaften in die Ländereien der Nachbarn. Der Spieler kann festlegen, ob die KI bei der Armeesteuerung defensiv, ausgeglichen oder aggressiv vorgehen soll. Außerdem lässt sich der eigene Herrscher wahlweise als Befehlshaber an- oder abwählen. Die KI-Steuerung der Armee funktioniert ganz gut, ist aber eher etwas für Einsteiger. Veteranen dürften mit ihren eigenen Truppen deutlich besser umzugehen wissen.

Meinung

Wertung zu Crusader Kings 3 (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Crusader Kings 3 (PS5)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Komplexe Darstellung des MittelaltersMotivierende Entwicklungsfeatures für Herrscher und DynastieFaszinierend dynamisches SpielgeschehenKeine Partie gleicht der anderenDaher sehr hoher WiederspielwertRiesige Karte mit hunderte spielbarer FürstenEntscheidungen können ungeahnte Auswirkungen habenTutorial, Tooltips und andere Hilfen für NeueinsteigerKI agiert nachvollziehbarschicke 3D-Charaktereviele DLC-Features des Vorgängers übernommenMod-Unterstützung (PC)Automatisierbares Militär (PS5)
Herrschereditor fehltTexte mit GrammatikfehlernVor Spielstart zu wenig Infos über das ausgewählte ReichController-Steuerung teilweise umständlich (PS5)Nicht alle Informationen so klar zugänglich wie am PC (PS5)Keine alternative Maus- und Tastaturunterstützung. (PS5)

Die Konsolenversion von Crusader Kings 3 ist seit dem 29. März 2022 für PS5 und Xbox Series S/X erhältlich. Das Spiel ist sowohl digital als auch als Retailversion verfügbar. Was ist eure Meinung zu komplexen Strategiespielen wie Crusader Kings 3 auf der Konsole? Schreibt es uns in den Kommentaren.

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Zitat von Herbboy
        Nach dem Tutorial finde ich die Komplexität in Ordnung, aber nun, da ich das erste freie Spiel gestartet hab, hab ich das "Problem": was soll ich überhaupt tun? Und wie lange dauert es, bis die Aktion X und Y dann vollendet ist? Das wird dann doch noch Zeit brauchen, bis es fluppt ;)
        Das ist je nach Geschmack das Glück bzw. das Problem an der Reihe - man ist komplett frei in seinen Zielen und viele Entscheidungen (Bauaufträge und Forschung) dauern kleine Ewigkeiten.
        Am einfachsten ist es man setzt sich ein kleineres und dann ein mittleres Ziel.
        Zum Beispiel England vereinen und dann Großbritannien unter einer Krone schaffen.
        Dann kann man immer noch auf diesen Spielstand aufsatteln - wenn man das möchte, zum Beispiel frankreich erobern etc. .
        Wer mit der Vorgabe "ganze Karte erobern" wie zum Beispiel Total War: Rome etc. startet, wird sehr schnell des Spielens überdrüssig (mein erster Durchgang bei CK3), der Zeitaufwand ist einfach immens.
        Die Startangaben bezüglich der Schwierigkeit sollte man tatsächlich ernst nehmen - während bei vielen Strategiespielen es eher eine grobe Anweisung ist, sind die Angaben bei CK doch recht korrekt, da auch im mittelfristigen Spielverlauf diese Schwierigkeitsangaben voll zuschlagen.
        (Wenn man dann später z.B. im Dauermodus von den guten alten Wikingern weggeraidet wird und Geld und Truppen fehlen etc.)
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Zitat von Herbboy
        Nach dem Tutorial finde ich die Komplexität in Ordnung, aber nun, da ich das erste freie Spiel gestartet hab, hab ich das "Problem": was soll ich überhaupt tun? Und wie lange dauert es, bis die Aktion X und Y dann vollendet ist? Das wird dann doch noch Zeit brauchen, bis es fluppt ;)
        Das ist je nach Geschmack das Glück bzw. das Problem an der Reihe - man ist komplett frei in seinen Zielen und viele Entscheidungen (Bauaufträge und Forschung) dauern kleine Ewigkeiten.
        Am einfachsten ist es man setzt sich ein kleineres und dann ein mittleres Ziel.
        Zum Beispiel England vereinen und dann Großbritannien unter einer Krone schaffen.
        Dann kann man immer noch auf diesen Spielstand aufsatteln - wenn man das möchte, zum Beispiel frankreich erobern etc. .
        Wer mit der Vorgabe "ganze Karte erobern" wie zum Beispiel Total War: Rome etc. startet, wird sehr schnell des Spielens überdrüssig (mein erster Durchgang bei CK3), der Zeitaufwand ist einfach immens.
        Die Startangaben bezüglich der Schwierigkeit sollte man tatsächlich ernst nehmen - während bei vielen Strategiespielen es eher eine grobe Anweisung ist, sind die Angaben bei CK doch recht korrekt, da auch im mittelfristigen Spielverlauf diese Schwierigkeitsangaben voll zuschlagen.
        (Wenn man dann später z.B. im Dauermodus von den guten alten Wikingern weggeraidet wird und Geld und Truppen fehlen etc.)
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Jetzt mit Update zur Konsolenversion.
      • Von USA911 Mitglied
        Zitat von xxchris1810xx
        Also ich bin froh das ich es vorher über dem Game Pass für 1€ angespielt habe, sonst hätte ich mich jetzt geärgert, da man in CK3 keine eigene Dynastie erstellen kann, gerade diese Möglichkeit hat mir an CK2. gefallen.
        Kommt noch. Du kannst auf jeden Fall dein HAus umbenennen oder wenn es zu groß ist (Sprich Personen von mehreren Reichen benutzt wird, Deine eigene Unterlinie gründen, die dann umbenannt werden kann.)
        Es sind ja auch noch nicht die erspielten Aussehen von CK2 implementiert.
      • Von USA911 Mitglied
        Zitat von Weissbier242
        Das stimmt, aber ist ist trotzdem mit viel einarbeiten verbunden, mir war das immer zu viel früher. Hab die Spiele auch immer gekauft und kapituliert :) CK3 will ich mich jetzt aber wirklich mal näher mit beschäftigen.
        Gestern mal das Tutorial gemacht und das ist wirklich gut gestaltet. Da Ich aber auch mal CK2 länger versucht habe, weiß Ich aber das kratzt nur an der Oberfläche. Die Musik finde Ich aber zb. großartig. Bin jetzt das ganze Wochenende beim Wakeboarden mit Zelten, wahrscheinlich hab Ich am Montag wieder alles vergessen und fange von vorne an :)
        Aber das mit den Tooltips ist richtig gut gelöst! Bei CK 2, musste man in die Wiki, so geh ich nun auf den Begriff und bekomme angezeigt, was es ist. Aber seh es positiv, was Du vergessen hast ist ein neuer Erfolg beim wieder erlernen ;-)
      • Von USA911 Mitglied
        Es ist eine passende Wertung!

        Habe über 1500 Stunden in CK2 verbracht und jetzt schon 25h in CK3 und ich muss sagen CK3 ist einfach Runder und auch nachvollziehbarer als der Vorgänger!
        Es ist in sich schlüssiger, hat mehr Liebe zum Detail und auch mehr unvorhersehbare Ereignisse, wo man nicht nur auf die "Ergebnisse" achten muss, sondern das die Entscheidung zum Charakter passt (Lob an einen Vasallen das er Mitfühlend ist, der Sadist ist, geht schief auch wenn die Antwort Rufgewinn verspricht!).

        Auch wenn momentan es noch paar Probleme gibt (z.B. Armee ausheben! Wie kann ich einzeln in meinen Besitztümern die Armee ausheben, ohne das ich alle Aushebe oder ohne das in jeder Provinz ein Sammelpunkt ist und ich die einzelnen nach "Alle ausheben" wieder auflösen muss), st es doch sehr zugänglicher und macht auch sehr viel Spaß.
        Man merkt dem Spiel an, das es absolut funktionierendes Spiel ist und auch darauf geachtet wurde das es ein sauberer Release ist, aber es fehlt doch noch der ein oder andere Feinschliff und auch Inhalt, der eigentlich drin sein sollte. Aber ich gehe davon aus, das es alles noch in den nächsten Monaten kommt und sich Paradox sich nicht lumpen lässt!
        So und nun muss ich mit meinem Königreich Bayern in der 3. Generation die Preusen niederingen, da sie mir zu stark werden und mit ihren Raubzügen den Nerv rauben! "Depperter Preis, nieder mit den Heiden!" ;-P
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