Crimson Desert ist ein Spiel voller Widersprüche - und genau das macht es so spannend
Crimson Desert beeindruckt mit einer lebendigen Welt und enormem Umfang. Doch Feature-Flut, holprige Story und technische Schwächen sorgen für ein widersprüchliches Spielerlebnis zwischen Faszination und Frust.
Auf die Frage, wie viele Features die Entwickler von Crimson Desert in ihr Spiel einbauen wollen, haben die einfach nur mit "Ja" geantwortet. Das Open-World-Action-Adventure hat sich vor allem im letzten Jahr zum großen Hypetitel aufgebaut. Das liegt vor allem an den gewaltigen Ambitionen, die die Entwickler verfolgen. Crimson Desert soll eine gigantische Fantasy-Welt bieten, die euch mit wahnsinnig vielen Möglichkeiten und Spielelementen erschlagen soll.
Gerade deswegen steht über dem Spiel aber selbst zum Release noch ein Fragezeichen von epischer Größe. Massenhaft Features und eine irre große Welt sind ja schön und gut, aber macht das überhaupt alles Spaß? Die knallharte Antwort, die wir euch nach zahlreichen Stunden in der Welt von Pywel geben können, ist ein klares: "Ja...Nein... Wir meinen: Jein". Dröseln wir das Ganze aber mal von vorn auf.
In diesem Artikel
- Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
- Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
- Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
- Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
- Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
- Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
- Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung
- Seite 8 Bildergalerie
Vom MMO zum Singleplayer-Traum
Crimson Desert (jetzt kaufen 69,99 € ) wird vom koreanischen Entwicklerteam Pearl Abyss entwickelt. Das ist vor allem für sein MMO Black Desert bekannt und Crimson Desert sollte eigentlich auch mal ein MMO werden. Irgendwann hat man sich aber dazu entschlossen, ein reines Singleplayer-Action-Adventure daraus zu machen. Unter anderem ist das auch der Grund, warum es seit der Ankündigung noch mal ganze sechs Jahre gedauert hat, bis das Spiel jetzt endlich bei euch zu Hause gelandet ist.
Ihr bereist den Kontinent Pywel mit seinen zahlreichen Ländereien. Eine davon gehört sogar euch oder besser gesagt eurer Fraktion. Protagonist Kliff ist nämlich ein Mitglied der sogenannten Graumähnen. Die sind in der harschen Bergregion Pailune zu Hause. Gleich zu Beginn des Spiels werden unsere Leute aber von den rivalisierenden Schwarzbären aufgerieben und umgebracht. Die Heimat ist verloren, die Graumähnen werden versklavt und wir finden uns mit aufgeschnittener Kehle auf dem Grund eines Sees wieder.
Jetzt wäre das natürlich ein ziemlich kurzes Spiel, wenn da nicht auch Magie im Spiel wäre. Plötzlich wachen wir in einer Himmelsdimension wieder auf, in der wir auf einmal magische Kräfte spendiert bekommen und die grundlegende Steuerung lernen. Sind wir damit durch, finden wir uns nach einer kurzen Ladezeit quicklebendig am Rande eines Flussufers wieder. Ein anliegender Handwerker hat Stress mit ein paar Banditen und wir mischen uns ein.
Als wir die bösen Buben umgehauen haben, reiten wir mit ihm in die nächstgelegene Stadt Hernand. Dort sprechen wir mit einem Bettler, klettern in die Kanalisation und befreien eine gefesselte Frau, und retten dann noch die Katze eines Kindes von einem Dach. Zufällig entpuppen sich die drei Personen dann als mystische Wesen, die uns noch mehr Fähigkeiten an die Hand geben.
Crimson Desert startet holprig
Warum wir das so im Detail erzählen? Damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie holprig Crimson Desert in seine Geschichte reinstolpert. Gerade am Anfang "weiß" Kliff nämlich manchmal einfach, wo er jetzt hingehen soll. Obwohl es ihm niemand gesagt hat. Es ploppt eben im Questlog auf, dass wir jetzt mal mit diesem einen Bettler sprechen oder einen Ausflug in die Kanalisation machen sollen. Im weiteren Verlauf leitet einen das Spiel zwar natürlicher durch seine Quests mit Gesprächen und Zwischensequenzen. Gänzlich verschwinden solche erzählerischen Stolpersteine aber nie.
Quelle: PC Games
Im Abyss treffen wir auf so manches mystisches Wesen. Alustin treffen wir in der normalen Welt als Bettler.
Crimson Desert lagert einen Großteil seiner Hintergrundgeschichte, der Lore der Welt und der Motivationen der Charaktere auch in einen separaten Kodex aus. Dort erfahren wir zum Beispiel erst, dass besagter Handwerker vom Anfang uns aus dem Fluss gefischt und uns wochenlang gesund gepflegt hat und wir dementsprechend so etwas wie eine Bindung mit ihm hatten. Im Spiel wird das nur angedeutet.
Bewegen wir uns durch die Welt und lernen Charaktere kennen, ploppen ständig neue Kodexeinträge auf. Kein Wunder, schließlich gibt es fast 3000 Einträge. Die Entwickler haben sich für ihre Welt also viel ausgedacht. Wer aber richtig in Pywel eintauchen will, muss eine ganze Menge lesen. Schließlich kommt das Spiel auch noch ohne deutsche Sprachausgabe und nur mit deutschen Texten.
Die Texte sind grundsätzlich gut übersetzt, an manchen Stellen aber noch etwas wackelig. Dafür ist die englische Synchro sehr überzeugend mit ihrem kernigen schottischen Dialekt für unseren Hauptcharakter. Doch auch das täuscht wenig darüber hinweg, dass die Hauptgeschichte seltsam unzusammenhängend ist. Warum das unser Protagonist dann auch nicht viel besser macht und wie die Geschichten abseits der Story sind, schauen wir uns auf der nächsten Seite an.
- Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
- Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
- Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
- Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
- Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
- Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
- Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung

gilt für jegliches bildmaterial aus crimson desert, nicht nur für deine screenshots.
gilt für jegliches bildmaterial aus crimson desert, nicht nur für deine screenshots.
Zum Beispiel ist ein NPC mit nem Korb voller Äpfel unterwegs .. da fällt plötzlich einer auf den Boden. Dacht erst, das ist wohl ein Bug .. aber denkste. Der NPC bleibt stehen, dreht sich um und hebt den Apfel auf.
Fällt irgendwie total schwer, aufzuhören .. und ich lasse mir auch Zeit. Eben, weil es so viel zu entdecken gibt und weil man so viel machen kann.
Hier noch ein paar Screenshots - hoffe, die werden korrekt angezeigt, wegen dem HDR.
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