Civilization 6 Test: Abschließende Einschätzung, Fazit und Wertung

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Test Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
Civilization 6 Test: Abschließende Einschätzung, Fazit und Wertung
Quelle: PC Games

Die Rundenstrategie-Meister von Firaxis haben es wieder getan. Sie haben ein Spiel entwickelt, das zu Recht unter dem Motto "Nur noch eine Runde" steht. Nach unzähligen Stunden auf der Suche nach der Weltherrschaft gibt es jetzt hier den vollständigen Test mit Fazit und Wertung.

Civilization 6 ist ein mehr als würdiger Nachfolger seines sehr erfolgreichen fünften Teils. Wochen- oder gar monatelange abwechslungsreiche Beschäftigung für Rundenstrategiefans ist garantiert. Soviel konnten wir bereits im Vortest auf der vorherigen Seite erkennen. Nachdem wir nun auch mit der finalen Fassung mehrere zehn Stunden verbracht haben und eigentlich nur noch eine Runde spielen wollen, ist es an der Zeit das abschließende Fazit zu ziehen.

Es bleibt dabei: Was den Feature-Umfang während einer Partie anbelangt, ist Civ 6 einer der am besten ausgestatteten Teile der Serie. Mal abgesehen vom etwas abgespeckten Diplomatiepart (Siegbedingung und der Weltrat fehlen), haben die Entwickler von Firaxis alle Elemente aus dem Vorgänger und seiner beiden umfangreichen Erweiterungen übernommen. Systeme wie die Religion und der Tourismus wurden sogar merklich ausgebaut.

Hinzu kommen mutige und spielerisch spannende Neuerungen. Die neue Dynamik in den Partien durch die Stadtbezirke und die allgemeine bessere Nutzung des Stadtumlandes sind eine gelungene Weiterentwicklung der bewährten Spielmechanik. Die Zeiten in denen sich jede Partie gleich anfühlt, egal welche Ziele man verfolgt, gehören der Vergangenheit an. So bekommt man auch als Civ-Veteran das Gefühl nicht schon wieder das gleiche Spiel zu spielen - nur mit anderer Aufmachung.

Spieleinstellungen auf Sparflamme

Unklarheiten herrschten bei uns nach dem Vortest vor allem im Bereich der allgemeinen Ausstattung des Spiels. Hier schwächelt der sechste Teil leider etwas. Für Einzelspieler hat das Spiel nicht mehr als das freie Spiel zu bieten. Packende Szenarien gibt es bisher nicht. Lediglich drei Mehrspieler-Szenarien sind in der Releasefassung enthalten. Diese lassen sich aber immerhin über den Umweg einer privaten Multiplayer-Partie auch komplett mit KI-Gegnern bestreiten. Hier hätten wir uns eine weniger verwirrend direkte Einbindung in den Einzelspieler-Teil gewünscht.

Hier hat der Computergegner seine Stadt strategisch sehr günstig platziert. An Land ist von Norden kommend nur ein Feld als Engstelle zu überwinden und gegen Landungen von See schützen an beiden Küsten die langen Klippenstreifen. Quelle: PC Games Hier hat der Computergegner seine Stadt strategisch sehr günstig platziert. An Land ist von Norden kommend nur ein Feld als Engstelle zu überwinden und gegen Landungen von See schützen an beiden Küsten die langen Klippenstreifen. Wenn wir schon beim Mehrspieler-Modus sind. Auch hier bietet Civ 6 nur das Standard-Programm eines Versus-Modus. Eine Einteilung in Teams in der Lobby oder gar ein echter Koop-Modus wird bisher schmerzlich vermisst. Damit die Partien etwas flotter vonstatten gehen, haben die Entwickler die neue Spielgeschwindigkeit "Online" eingeführt. Mit dieser Option läuft das Spiel fünfzig Prozent schneller ab, als auf der Standard-Einstellung. Die neue Geschwindigkeit steht übrigens auch für Einzelspieler zur Verfügung.

Ob ihr euer Reich nun alleine gegen die KI oder gegen andere menschliche Mitspieler errichtet, euch stehen in jedem Fall 18 (mit Pre-Order-DLC 19) Zivilisationen zur Auswahl. Das entspricht der gleichen Menge, die auch der Vorgänger in seiner Basisversion geboten hat. Nun hatten die Macher kurz vor dem Release mit der Ankündigung von Gorgo als alternative Anführerin für die Griechen die Hoffnung auf mehr Vielfalt für alle Nationen geweckt. Allerdings sind die Hellenen bisher die einzigen, die aus zwei Staatsoberhäuptern wählen können. Viel Spielraum also für künftige DLCs oder Erweiterungen.

Nachlegen sollten die Entwickler bei dieser Gelegenheit auch bei den Optionen beim Erstellen einer Partie. Die Spielgeschwindigkeiten, die acht Schwierigkeitsgrade sowie die Kartengrößen von Duell bis Riesig sind im gewohnten Umfang vorhanden. Dafür wurde bei den Kartentypen etwas gespart. Lediglich sechs verschiedene Vorgaben wie Kontinente, Inseln und Pangäa stehen zur Auswahl. Die Siegbedingungen lassen sich alle separat deaktivieren, auch der Punktsieg nach Ablauf einer bestimmten Rundenanzahl. Sehr dürftig wird es leider auch bei den erweiterten Optionen. Abgesehen von der Definition der Rundenbegrenzung und der Möglichkeit Barbaren sowie Stammesdörfer zu deaktivieren bietet Civ 6 hier keine der aus dem Vorgänger bekannten Möglichkeiten. Einzelstadtkampf und wütende Barbaren fehlen genauso wie die Möglichkeit die Vernichtung von Städten zu deaktivieren und andere Optionen.
Ein funktionierendes Weltraumprogramm ist die Vorraussetzung für den Wissenschaftssieg. Hier schicken wir gerade die ersten Menschen zum Mond. Quelle: PC Games Ein funktionierendes Weltraumprogramm ist die Vorraussetzung für den Wissenschaftssieg. Hier schicken wir gerade die ersten Menschen zum Mond.

Umzingelnde Barbaren

Auch wenn wir uns von den Spiel-Modi und Einstellungen ein wenig mehr erhofft hatten, wird dieser Mangel durch das hervorragende Gameplay mehr als wettgemacht. Die angesprochenen wütenden Barbaren wären vielleicht auch etwas zu heftig geworden. Immerhin haben die aggressiven Ureinwohner deutlich dazu gelernt. So schicken die Lager nun zunächst einen Späher aus. Sobald dieser eine Zivilisation entdeckt hat, kehrt er zu seinem Dorf zurück. Dann wird dort die Einheitenproduktion angekurbelt. Wenn ihr also nicht schon nach wenigen Runden von Barbaren umzingelt sein wollt, solltet ihr die Späher nach Möglichkeit aufhalten, sobald sie euch entdeckt haben.

Die KI ist häufig sehr aggressiv bei der Verbreitung seiner Religion. Ehe man sich versieht fällt so eine Armee an Aposteln im eigenen Land ein. Wohl dem, der mit eigenen Gläubigen dagegen halten kann. Quelle: PC Games Die KI ist häufig sehr aggressiv bei der Verbreitung seiner Religion. Ehe man sich versieht fällt so eine Armee an Aposteln im eigenen Land ein. Wohl dem, der mit eigenen Gläubigen dagegen halten kann. Eine ähnliche Intelligenzspritze hätten durchaus auch die KI-Zivilisationen vertragen können. Im Grunde verhält sich der Computer ähnlich wie im Vorgänger. Aber schon dort war die KI einer der wenigen Kritikpunkte. Zwar agieren die KI-Gegner aufgrund der neuen Agenden etwas nachvollziehbarer, was den Umgang mit euch angeht. Wirklich schlau verhalten sie sich aber noch immer nicht. Der Schwierigkeitsgrad hat sich nach unserer Einschätzung trotzdem etwas verschärft. Bei acht verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist aber für jeden Spielertyp das passende dabei.

Erfreulich ist, dass seit der Vorschauversion noch kleine Details verbessert wurden, die das Herrscherleben erleichtern. In einem übersichtlichen Bericht lassen sich alle Erträge und Ausgaben, eure Ressourcen sowie der Status eurer Städte einsehen. Auch auf der Karte selbst werden zum Beispiel Defizite wie mangelnder Wohnraum oder Annehmlichkeiten durch kleine Symbole sofort ersichtlich. An manchen Stellen ist das Spiel dafür aber zu sparsam mit den Informationen, die es dem Spieler gibt. In Ernstfällen hilft aber wie immer die sehr umfangreiche Zivilopädie weiter.

Gefangene Maus

Technisch macht Civilization 6 einen hervorragenden Eindruck. Während unseres Tests hatten wir keine Abstürze oder große Performance-Probleme zu beklagen. Das lange Partien, besonders auf großen Karten mit vielen Zivilisationen, mit fortschreitender Spieldauer höhere Berechnungszeiten zwischen den Runden zur Folge haben, ist ein altbekannten Civ-Problem, das auch diesmal wieder zu beobachten ist. Gelegentlich sind uns Bugs zum Beispiel bei der Goldberechnung oder Beförderungen begegnet. Löblich sind die für ein Rundenstrategiespiel sehr umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten der Grafik. So lässt sich der Titel auch prima an weniger leistungsstarke Rechner anpassen.

Diese Bildschirm füllenden Nachrichten über Vorgänge in anderen Zivilisationen sind mehr nerviger Spam, als hilfreich. Abschalten lassen sie sich leider nicht. Quelle: PC Games Diese Bildschirm füllenden Nachrichten über Vorgänge in anderen Zivilisationen sind mehr nerviger Spam, als hilfreich. Abschalten lassen sie sich leider nicht. Das Spiel kommt auch besser als der Vorgänger mit Multi-Monitor-Setups zurecht. So gibt es jetzt für den Vollbild-Modus eine Option, die Maus im Fenster festzuhalten. Auf dieser Weise kann die Karte durch Mausbewegungen am Bildschirmrand verschoben werden, ohne zu befürchten, dass der Mauszeiger auf einen anderen Monitor verschwindet. In Civ 5 war das noch ein Problem. Wer lieber mit der Tastatur seine Karte bewegt, muss allerdings auf die Pfeiltasten ausweichen. Eine gewohnte WASD-Belegung gibt es wieder nicht und lässt sich auch in den Optionen nicht einstellen.

Nur noch eine Runde

Die außerordentliche strategische Tiefe und das dynamische Gameplay überzeugen bei Civilization 6 mehr als die noch immer vorhandenen Macken stören. Auch wenn wir hier und da mal über Kleinigkeiten die Nase rümpfen, sind wir doch wenige Sekunden später wieder von dem Drang gepackt noch diese nächste Runde zu spielen und die nächste. Mehr Vielfalt, mehr Möglichkeiten und das permanente Verlangen nach zukunftsweisenden Entscheidungen für die eigene Nation halten den Spieler ununterbrochen auf Trab.

Während der Vorgänger erst mit seinen Erweiterungen so richtig Fahrt aufgenommen hat, ist den Entwicklern diesmal bereits ein hervorragender Start gelungen. Kleinere Ecken und Kanten sollte das Team mit kommenden Patches noch angehen. Davon abgesehen ist Civ 6 aber schon jetzt ein Pflichtkauf für jeden, der auch nur ein bisschen was für Strategiespiele übrig hat. Pünktlich zum 25. Jubiläum des genredefinierenden Originals aus dem Jahre 1991 hat die Reihe eine neue Evolutionsstufe erreicht.

Meinung und Wertung

Meinungen

Wertung zu Civilization 6 (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Stadtbezirke eröffnen neue strategische OptionenSpielprinzip so fesselnd wie immersinnvoll ausgebaute FeaturesZivilisationen mit spürbaren UnterschiedenStadtstaaten haben größere Bedeutungdynamisches Regierungssystemverbesserte BarbarenZivilopädiestimmiger Soundtrackacht SchwierigkeitsgradeMultiplayer über Internet, Netzwerk oder Hotseat
KI mit nicht immer nachvollziehbarem Verhaltenkleinere Komfortmängelwenig außenpolitische MöglichkeitenNachrichten-Spam für viele unwichtige Aktionen des Gegnerslange Rundenberechnung im Endgamevereinzelt auftretende Bugs

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Civilization 6 im Vortest
  2. Seite 2 Civilization 6 Test: Abschließende Einschätzung, Fazit und Wertung
  3. Seite 3 Politik, Bezirke und Siegbedingungen erklärt
    • Kommentare (52)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Aladin Anwärter/in
        wenn ich dass hier durchlese, frage ich mich echt wie ihr ne Wertung von 91 % geben könnt
        sorry aber dass geht mal garnicht, dass Spiel hat nicht mal 80 %
      • Von Aladin Anwärter/in
        wenn ich dass hier durchlese, frage ich mich echt wie ihr ne Wertung von 91 % geben könnt
        sorry aber dass geht mal garnicht, dass Spiel hat nicht mal 80 %
      • Von Fireball8 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von TheBobnextDoor
        Stimmt das kristallisiert sich immer stärker heraus, dass die Gegner zwar die Mittel haben, sie aber nicht einsetzen.
        Oder einfach mal Krieg erklären, aber nie mit einer Streitmacht an meine Grenzen vordringen, sondern lieber warten bis ich selbst mit meinem Heer ankomme. :B
        Genau das. Da fand ich das selbst bei Civ 5 ohne AI-Mod besser...

        Bisher musste ich nie Angst haben, dass ich im Mid- oder Late-Game von einer der (wirklich riesigen teilweise) Armeen vernichtet werde. In der Anfangsphase wurde ich dafür schon mehrfach vor der 100. Runde völlig überrollt. Keine Ahnung, was die da so programmiert haben oder woran auch immer das liegen mag^^
      • Von TheBobnextDoor Mitglied
        Zitat von Fireball8
        Nichtsdestotrotz macht mir die KI mit ihrer Inkonsequenz und ihrem Nicht-Handeln, obwohl sie absolut die Möglichkeiten dazu hätte, ein wenig den Spielspaß kaputt nach längerem Testen, was sehr schade ist, da mir Civ 6 in allen anderen Dingen super gut gefällt. Hoffe da kommen bald Patches, die das verbessern bzw. die Möglichkeit für Modder wieder eine schöne Mod zu basteln.
        Stimmt das kristallisiert sich immer stärker heraus, dass die Gegner zwar die Mittel haben, sie aber nicht einsetzen.
        Oder einfach mal Krieg erklären, aber nie mit einer Streitmacht an meine Grenzen vordringen, sondern lieber warten bis ich selbst mit meinem Heer ankomme. :B
      • Von Fireball8 Spiele-Enthusiast/in
        So siehts aus. Ich denke die Städte sollen auch gar nicht so riesig werden bis zu dem Zeitpunkt, wo man dann Nachbarschaften bauen kann, ist ja zumindest relativ schwierig. Wenn man diese dann hat, wächst die Einwohnerzahl ja wieder rasend an und man kann sogar bis zu 300 Gold for free bekommen mit der richtigen Economy-Card.
        Fands auch geschichtlich geschickt in das Spiel eingebaut, glaube man bekommt die Nachbarschaften ja im Industriezeitalter oder so...Farmen/Landwirtschaft wird weniger, die Städte werden immer größer und die Industrie bekommt einen größeren Stellenwert.
        Mir gefällt das Housing-System sehr gut, so kAnn man nicht einfach "bauen was man will" und trzdm riesen Städte bekommen.

        Nichtsdestotrotz macht mir die KI mit ihrer Inkonsequenz und ihrem Nicht-Handeln, obwohl sie absolut die Möglichkeiten dazu hätte, ein wenig den Spielspaß kaputt nach längerem Testen, was sehr schade ist, da mir Civ 6 in allen anderen Dingen super gut gefällt. Hoffe da kommen bald Patches, die das verbessern bzw. die Möglichkeit für Modder wieder eine schöne Mod zu basteln.
      • Von TheBobnextDoor Mitglied
        Zitat von JuppZupp1948
        Was mich aber am meisten stört ist der Permanente Wohnraummangel, man pflastert alles mit Farmen und Feldern zu damit man Wohnraum bekommt, einen Wohnbezirk gibt es nicht, zumindest nicht bis zur Runde 350, weiter hab ich es nicht gespielt, es bleibt einem also nichts anderes übrig als Produktionsstätten zu bauen die auch Wohnraum bieten, klar bieten auch Bezirke Wohnraum, ändert aber nichts an der Misere und diese entscheidung mit den Handwerkern, 3 Modernisierungen sind meines erachtens nach etwas wenig.
        Handelswege bringen den nötigen Erfolg. Weniger Farmen bauen, dafür in den Städten die Bezirke setzen und mit Gebäuden den benötigten Wohnraum schaffen. Die fehlende Nahrung holt man sich über Inlandshandelswege zwischen seinen Städten. Im 6. Teil sind die Handelswege sehr viel gewinnbringender als es noch in Civ 5 der Fall war. Seine Städte nur mit Farmen, Bergbau und anderen Modernisierungen aufzuwerten, bringt zwar gewünschtes Wachstum und Produktion, doch viel zu wenig Wohnraum um die gestiegene Wachstumsrate zu kompensieren. ;)
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