Civilization 4
Kaum sind ein paar Spiel-Jahrtausende vergangen, hängt man voll ausgelastet in den Seilen und japst nach Luft. Zum Glück helfen der stressmindernde Rundenablauf, ausführliche Texte sowie kluge Automatikfunktionen beim Management. So können Sie die Bautrupps sich selber überlassen, wenn es um Verbesserungsarbeiten auf Geländefeldern geht.
Zu anstehenden Entscheidungen bei Produktion und Forschung macht das Programm unverbindliche Vorschläge. Beim einfachsten der neun Schwierigkeitsgrade ist es ohnehin kaum möglich zu verlieren, die höchsten Stufen verlangen dagegen einiges an Frustrationstoleranz. Der Zufallskartengenerator sorgt dafür, dass sich keine Partie wie die vorherige spielt.
3D-Durchblick-Mängel
Geteilter Meinung darf man über die 3D-Grafik-Engine sein. Der sofort eintretende Performance-Kriechgang bei exzessivem Rauszoomen verleidet einem rasch die Lust an der entrückten Globusbetrachtung. Auch so quält sich das Programm in späteren Epochen schleppend genug von Runde zu Runde. Die kurzen Wartezeiten töten den Spielspaß aber nicht, erlauben jedoch Zweifel an der Brillanz der eingesetzten Technik.
Vor allem begeht die Grafik die Strategiespiel-Sünde der eingeschränkten Übersichtlichkeit: Die Einheiten heben sich nicht sonderlich stark vom Hintergrund ab, Freund- und Feind-Soldaten sind nur auf den zweiten Blick voneinander zu unterscheiden. Alle Kampfanimationen sind dankenswerterweise kurz, weil sie auch wenig aufregend gestaltet sind.
Das Vorurteil, nach dem Rundenstrategie-Spiele im Multiplayer-Betrieb hoffnungslose Langweiler sind, kann Civilization 4 zumindest teilweise entkräften. Alle Teilnehmer ziehen gleichzeitig, die Bedenkzeit pro Runde lässt sich limitieren, das Spieltempo straffen, die Kartengröße wählen, viele Sonderregeln einstellen. Dadurch haben Sie reelle Chancen, eine Partie binnen Stunden (und nicht Tagen) durchzuziehen.
Lahmt, aber stürzt nicht
Die "Testversion" des Vormonats war noch mit erheblichen Performance-Problemen versehen, welche in der deutschen Verkaufsversion weitgehend ausgebügelt sind. Unsere Partien verliefen frei von Abstürzen, Wartepausen und Framerate-Einbußen sind zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert.
Für Unverständnis sorgten allerdings Kompatibilitätsprobleme mit Grafikchips des nicht gerade ungebräuchlichen Herstellers Ati. Auf mehreren Testsystemen ließ sich dieses Problem nur mittels einer etwas umständlichen Reparaturmaßnahme anhand von Webseiten-Hinweisen umgehen.
