Cities: Skylines im Test - Nicht immer ganz transparent + Fazit
Aus Finnland kommt ein Städtebau-Simulator, der das letzte enttäuschende Sim City locker in die Tasche steckt. Unser Test zu Cities: Skylines zeigt monumentale Metropolen und deckt die Stärken und (wenigen) Schwächen des Aufbaustrategie-Spiels aus dem Hause Colossal Order auf. Dazu gibt's ein ausführliches Testvideo mit zehn Minuten Gameplay-Szenen.
In diesem Artikel
Habt ihr erst einmal die ersten 100.000 Einwohner in eure Stadt gelockt, zieht der Schwierigkeitsgrad stetig an. Speziell der Umgang mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen fordert das Planungsgenie im Spieler; verstopfte Mini-Straßen lassen sich durch Klicken und Ziehen zu breiten Alleen aufwerten, U-Bahn-Tunnel oder Bahngleise befördern Menschen fix von der Downtown zum Industrieviertel. Die Autofahrer-KI erkennt darüber hinaus Abkürzungen und verhält sich insgesamt weitaus intelligenter als in Sim City, auch wenn einem beim Ranzoomen gelegentliche (und rein optische) Clipping-Fehler mit ineinander fahrenden Autos ins Auge springen. Grundsätzlich macht das Treiben in der Stadt aber einen ungemein organischen und lebensechten Eindruck; Städte sehen aus der Vogelperspektive aus wie ihre realen Vorbilder auf Google Maps.
Quelle: PC Games
Bürger haben einen festen Wohnsitz und Arbeitsplatz, sie pendeln realistisch hin und her.
Je länger ihr Cities: Skylines spielt, umso mehr rückt das Feintuning eurer Siedlung in den Mittelpunkt. Ihr dreht an der Steuerschraube (separat für jede Einkommensklasse) und studiert die zahlreichen Graphen und Filterfunktionen des Spiels. Gerade bei den Statistiken hätten wir uns aber ein Plus an Informationen gewünscht; zuweilen ist es gar nicht so einfach, nachzuvollziehen, warum Menschen die Stadt verlassen, obwohl die Zufriedenheitsanzeige überwiegend im grünen Bereich liegt. Hier ist Eigeninitiative vom Spieler gefragt, um den Problemen selbstständig mithilfe der bereitgestellten Werkzeuge auf den Grund zu gehen.
Zwar gibt's eine Art Twitter-Nachrichtendienst, der auf die Sorgen und Nöte der Einwohner hinweist, dennoch fehlt uns zuweilen direktes Feedback oder ein KI-Berater, der die Probleme beim Namen nennt. Willkommen wäre auch eine kompakte Übersicht der Gesamtsituation, wenn wir auf die Einwohnerzahl am unteren rechten Bildschirmrand klicken. Aber nein, hinter diese Anzeige verbirgt sich seltsamerweise keine Schaltfläche - genauso wenig wie hinter dem jederzeit sichtbaren Kontostand. Das ist aber auch der einzige kleine Kritikpunkt an der ansonsten vorbildlichen Benutzerführung.
Quelle: PC Games
Wasserläufe werden dynamisch berechnet, was Auswirkungen auf Pegelstand und Abwasserverbreitung hat.
Angst vor plötzlich eintretenden Katastrophen braucht ihr übrigens nicht zu haben: Unglücke wie Wirbelstürme oder Erdbeben treten im Gegensatz zu Sim City oder dem Ein-Mann-Projekt Banished (Wertung: 76) nicht auf. Dennoch gibt es kaum Leerlauf zu beklagen: Immer steht irgendetwas an, egal ob wir nun darauf hinarbeiten, eines der sauteuren Monumente wie den Weltraumlift freizuschalten, oder das Budget für die Stromerzeugung anpassen, um mehr Energie aus den vorhandenen Kraftwerken zu pressen.
Auch nach Dutzenden Spielstunden können sich engagierte Bauherren noch eigene Ziele stecken: Warum nicht mal den Central Park aus New York nachbauen? Eine Stadt nur mit Wind- und Solarenergie betreiben? Eine virtuelle Version von Berlin erstellen inklusive Olympiastadion und Brandenburger Tor? Alles möglich in Cities: Skylines.
Gebietsplanung
Quelle: PC Games
Stadtviertel lassen sich einfach auf die Karte malen, anschließend dürft ihr spezielle Erlasse verabschieden oder die Industrieproduktion auf den Abbau bestimmter Rohstoffe ausrichten.
Um den Überblick zu behalten, bietet es sich an, euren Ort in Stadtviertel zu unterteilen. Das geht – wie so vieles im Spiel – ganz einfach. Mit einem Pinsel malt ihr die Grenzen von Downtown, Einkaufsmeile oder Fabrikzentrum direkt auf die Karte. Dem Viertel dürft ihr dann ebenso wie der Stadt, den Bewohnern und allen Gebäuden einen eigenen Namen verpassen und – ungleich wichtiger – eine Reihe von Richtlinien vorgeben. Mittels dieser politischen Verordnungen setzt ihr etwa punktuelle Steuererleichterungen durch, verbietet den Bau von Hochhäusern in einer Wohnsiedlung oder legalisiert den Konsum von Cannabis. Das alles verursacht laufende Kosten, hat aber auch positive Auswirkungen. Der freie Verkauf bewusstseinserweiternder Drogen erhöht beispielsweise Tourismuseinnahmen und verringert die Kriminalitätsrate.
Das Anlegen von Stadtvierteln eignet sich auch dazu, die auf der Karte verteilten Rohstoffe optimal zu nutzen. Denn nur so lässt sich vorgeben, welche Art von Industrie auf einer markierten Fläche entsteht: umweltfreundliche Agrar- und Forstwirtschaft oder der verschmutzungsintensive, aber besonders profitable Abbau von Öl und Erzen? Natürlich braucht es die nötigen Ressourcen an gleicher Stelle, sonst stehen die Maschinen still. Alles andere würde schließlich nicht zum realistischen Simulations-Charakter von Cities: Skylines passen.
Cities: Skylines gibt es ab dem 10. März für rund 28 Euro bei Steam, im Paradox-Store und im Einzelhandel. Alle Versionen setzen auf eine Online-Aktivierung über Steam inklusive Kontenanbindung. Nach der Installation lässt sich Cities: Skylines aber ohne Einschränkungen offline spielen. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht.


Inzwischen bau ich die Dinger sogar immer weiter ab, da sich meine Stadt auch mehr in Richtung Kraftwerk ausdehnt.
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Es reicht den Mast bis an die blaue Fläche zu bauen.
Man kann auch erst kurz warten, dass Häuser gebaut wurden, dann vergrößert sich die blaue Fläche automatisch.
Es geht also auch mit der breiten Straße, ohne, dass man die Leitung über die Straße legen muss. ;)
Irgendetwas ist da doch bissi komisch...
Inzwischen bau ich die Dinger sogar immer weiter ab, da sich meine Stadt auch mehr in Richtung Kraftwerk ausdehnt.