Preiswucher bei Call-of-Duty-Klassikern: Bis zu 140€ für Ports von Black Ops 1 und 2 auf PS5
Klammheimlich haben sich Call of Duty: Black Ops 1 und 2 auf PS4 und PS5 geschlichen. Damit geht ein lange gehegter Fan-Wunsch in Erfüllung - nur leider auf die schlimmstmögliche Weise.
Wir müssen darüber reden, wie Activision Blizzard mit den alten Klassikern der Call-of-Duty-Reihe umgeht: Zuerst wurde 2016 ein Remaster des legendären CoD 4: Modern Warfare entwickelt, nur um es dann zuerst exklusiv im Bundle mit dem verhassten Infinite Warfare anzubieten, und später mit Bezahl-DLC und Lootboxen zu "veredeln".
2020 schnappte man sich den Fan-Favoriten Modern Warfare 2, remasterte aus unerklärlichen Gründen aber nur die Kampagne. Der Multiplayer, das Herzstück des Spiels, fehlte im Paket.
Und nun haben wir, 16 bzw. 14 Jahre nach ihren ursprünglichen Releases, Versionen von Black Ops 1 und 2 für Playstation 4 und 5 bekommen. Das klingt für die etlichen Fans dieser beiden Blockbuster aus der PS3-Zeit doch eigentlich nach einem Grund zum Feiern - wenn die Ports nicht derart lieblos und überteuert wären.
Keinerlei Verbesserungen und fehlende Features
Wie das fehlende "Remaster" in den Titeln bereits andeutet, handelt es sich hier nicht um verbesserte Versionen der alten Shooter. Grafisch wurde an den Spielen nichts verändert: Sie laufen in maximal 60 Fps, und während wir keine genauen Zahlen zur Auflösung haben, sieht die Bildschärfe definitiv nicht nach 4K aus - es dürften höchstens 1080p sein.
Einen FoV-Slider, also ein einstellbares Sichtfeld wie am PC, gibt es auch nicht. Spieler beschweren sich außerdem über zu große Deadzones an den Analogsticks, wodurch sich das Zielen zäh und seltsam anfühlt.
In beiden Titeln fehlt der Kino-Modus, mit dem ihr in den Originalen eure Matches noch einmal aus allen möglichen Perspektiven ansehen und Videos daraus erstellen konntet. In Black Ops 1 wurde zudem der Wettspiel-Modus entfernt, Black Ops 2 hat den Liga-Modus eingebüßt.
Dass kein Crossplay mit den Xbox- und PC-Versionen möglich ist, dürfte niemanden wundern, immerhin wird der Multiplayer dort seit vielen Jahren nicht mehr gepflegt und ist dementsprechend ein Hacker-Paradies. Matches zwischen PS4- und PS5-Spielern scheinen allerdings zu gehen.
Mondpreise für knapp 15 Jahre alte Spiele
Nun wären die stumpfen Ports an sich noch verschmerzbar, wenn Activision sie wenigstens so günstig anbieten würde, wie sie offensichtlich entwickelt wurden. Dem ist aber nicht so - und man besitzt tatsächlich auch noch die Schamlosigkeit, für diese knapp 15 Jahre alten Shooter Season-Pässe zu verkaufen. Das führt uns zur Preisübersicht:
- Die Hauptspiele von Black Ops 1 und 2 kosten auf PS4 und PS5 jeweils 39,99 Euro.
- Für beide Spiele wird ein Season Pass mit allen Map-Paketen für den Multiplayer- und Zombie-Modus angeboten. Kostenpunkt: Jeweils 29,99 Euro.
- Für das Komplettpaket mit Black Ops 1 und 2 sowie allen DLC-Inhalten wird somit ein Gesamtpreis von 139,96 Euro fällig.
- Aber: Exklusiv für PS-Plus-Kunden ist noch bis zum 6. August eine Rabattaktion aktiv. Die reduziert die Spiele auf jeweils 19,99 Euro und ihre Season-Pässe auf jeweils 9,89 Euro. Für das Gesamtpaket kommt ihr so auf einen Preis von 59,76 Euro. Für Ports von so alten Spielen ist auch das nicht günstig, aber verschmerzbar.
Wenn ihr nicht gerade scharf auf die Zombie-Karten seid, solltet ihr euch den Kauf der Season-Pässe aber nicht nur wegen des Preises sehr gut überlegen. Ihr landet dann nämlich nur noch mit Spielern in Multiplayer-Lobbys, die die Pakete ebenfalls besitzen. Das Resultat: Ihr findet deutlich weniger Partien, das Matchmaking dauert länger, und manche Modi sind dann erfahrungsgemäß totale Geisterstädte.
Das hätte Activision verhindern können, wenn es sich den separaten Verkauf von Season-Pässen gespart hätte und einfach nur ein Komplettpaket geschnürt worden wäre. So ist die Wiedergeburt zweier legendärer Shooter aber zu einem Release geworden, bei dem wir wirklich nur den Kopf schütteln können.
Werdet ihr euch die PS5-Versionen von Black Ops 1 und 2 trotzdem holen? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
Quelle: Insider Gaming
