Call of Cthulhu im Test: Unausgereifter Horror trifft gute Detektiv-Geschichte

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Call of Cthulhu im Test: Unausgereifter Horror trifft gute Detektiv-Geschichte
Quelle: PC Games

Es gab schon viele Versuche, den Cthulhu-Mythos in Videospiele zu übertragen. Cyanide Studios wagen jetzt noch einen. Call of Cthulhu erzählt die Geschichte von Edward Pierce und seine Reise nach Darkwater Island, wo er grauenvolle Geheimnisse aufdeckt und auf den Kult des Cthulhu stößt. Wie die Detektivgeschichte mit Horrorelementen funktioniert, erzählen wir euch ausführlich in unserem Test des von H.P. Lovecraft inspirierten Adventure-Rollenspiels.

H.P. Lovecraft gilt als einer der Erfinder des modernen Horrors. Es gibt kaum eine Gruselgeschichte, die nicht von ihm inspiriert wurde. Da ist es doch seltsam, dass es kaum einen guten Cthulhu-Film oder ein gutes Videospiel gibt, das sich mit Lovecrafts Mythos beschäftigt. Cyanide Studios wollten einen erneuten Versuch mit Call of Cthulhu (jetzt kaufen / 17,99 € ) wagen. Das Adventure-RPG beruht auf dem gleichnamigen Tabletop-Spiel und ist einen Tag vor Halloween, am 30. Oktober 2018, für PC, PS4 und Xbox One erschienen.

Call of Cthulhu im Test: Detektiv auf Abwegen

Ihr spielt den etwas vom Weg abgekommenen Privatdetektiv Edward Pierce, der sein Büro im Boston der 1920er hat. Bei den wenigen Fällen, die Privatdetektiv Edward Pierce ist ein gescheiterter Mann. Nach dem Krieg verfiel er dem Alkohol und viele Aufträge hat er auch nicht unbedingt. Der Hawkins-Fall ist seine Rettung. Quelle: PC Games Privatdetektiv Edward Pierce ist ein gescheiterter Mann. Nach dem Krieg verfiel er dem Alkohol und viele Aufträge hat er auch nicht unbedingt. Der Hawkins-Fall ist seine Rettung. er bekommt, ertränkt er seine Sorgen im Alkohol, bis ein Mann ihm eine vielversprechende Akte gibt. Auf einer kleinen Insel vor der Küste Amerikas namens Darkwater ist die Familie Hawkins bei einem mysteriösen Brand ums Leben gekommen. Ehefrau Sarah, Mann Charles und der gemeinsame Sohn Simon haben es nicht aus der Familien-Villa geschafft. Das einzige, was übrig geblieben ist, ist ein seltsame Gemälde, das Sarah Hawkins gemalt hat.

Pierce macht sich also auf den Weg zur Insel, um herauszufinden, was wirklich passiert ist. Als er ankommt, stellt er fest, dass Darkwater einst eine Walfanggemeinde war, die sich nun kaum noch über Wasser halten kann.

Call of Cthulhu im Test: Detektiv trifft auf Horror

Ihr beginnt nun mit dem Detective zu ermitteln und sprecht mit den Bewohnern der Insel. Dafür stehen euch bestimmte Fähigkeiten zur Verfügung, denn Call of Cthulhu hat einige Rollenspiel-Elemente. Im Menü seht ihr die verschiedenen Fähigkeiten, die ihr mit Charakterpunkten aufwertet. Eure Fähigkeiten baut ihr im Laufe des Spiels aus und erhaltet so weitere Möglichkeiten, Rätsel zu lösen und Dialoge zu führen. Quelle: PC Games Eure Fähigkeiten baut ihr im Laufe des Spiels aus und erhaltet so weitere Möglichkeiten, Rätsel zu lösen und Dialoge zu führen. Die Fähigkeiten sind:

  • Ermittlung,
  • Stärke,
  • Psychologie,
  • Redegewandtheit,
  • Entdeckung,
  • Okkultismus und
  • Medizin.

Die letzten beiden erhöht ihr jedoch, indem ihr Bücher und Gegenstände zu den jeweiligen Themen findet. Diese Fertigkeiten bringen euch in Dialogen neue Optionen, lassen euch Türen aufbrechen oder okkulte Symbole erkennen, was vor allem auf Darkwater Island hilfreich ist.

Vorrangig befragt ihr die Leute, löst aber auch Rätsel, die im Spielverlauf immer abwechslungsreicher werden. In bestimmten Szenen nutzt ihr auch den sogenannten Mit dem Kult kommt ein seltsames Wesen, halb Oktopus, halb Mensch. Quelle: PC Games Mit dem Kult kommt ein seltsames Wesen, halb Oktopus, halb Mensch. Rekonstruktionsmodus. Dabei vollzieht ihr einen oder mehrere Momente nach und entdeckt darin Hinweise darauf, was geschehen ist. Zurück in der Realität geht ihr dann diesen Hinweisen nach oder befragt die Menschen danach.

Aber natürlich ist Call of Cthulhu kein reines Detektiv-Spiel, sondern auch ein Horror-Titel. Deshalb haben die Entwickler Monsterbegegnungen eingebaut, die jedoch meist nicht sonderlich grandios ausfallen. Diese Auftritte sind oft verbunden mit Schleich- oder Kampfpassagen, die einerseits nicht wirklich zum restlichen Gameplay passen und andererseits auch nicht gut ausgeführt sind. Meist sind die Schleichpassagen sehr Trial and Error-lastig und die Kampfpassagen sind total überflüssig.

Edwards Panikattacken und Klaustrophobie machen das Ganze nicht einfacher, wenn ihr euch vor einem Monster im Schrank versteckt. Da dreht der gute alte Detektiv völlig durch und das nervt gewaltig. Allgemein wird Edward immer durchgeknallter, je mehr okkulte Dinge er zu sehen bekommt. Irgendwann ist nicht mehr klar, was real ist und was nur in seinem Kopf passiert. Recht früh im Spiel entdeckt ihr einen Kult, der in den Höhlen unter Darkwater heimisch ist. Quelle: PC Games Recht früh im Spiel entdeckt ihr einen Kult, der in den Höhlen unter Darkwater heimisch ist.

Call of Cthulhu im Test: Atmosphärisch eindrucksvoll

Das Gameplay ist also nicht unbedingt grandios, aber die Atmosphäre ist es allemal. Sobald ihr Darkwater betreten habt, entfaltet sich eine drückende Stimmung. Der grünliche Nebel, der die Insel einhüllt, ist merkwürdig und unangenehm, die Musik wunderbar verstörend und die Beleuchtung einfach großartig! Die nur auf Englisch verfügbare Vertonung ist wirklich sehr gut, jedoch erweisen sich die Gesichtsanimationen in Dialogen als unglaublich hölzern. Das ist leider allgemein bei den Figuren das Problem: Sie wirken sehr steif und unbeweglich.

Zwar ist die Story interessant und hat auch mehrere Enden zu bieten, jedoch endet das Spiel relativ abrubt und unzufriedenstellend. Dabei bleibt die Geschichte im Laufe des Spiels spannend, hat Wendungen und oft ist auch nicht klar, ob das nun Realität ist, oder Edwards Wahnsinn, der durchscheint.

Call of Cthulhu im Test: Horror-Gameplay IST der Horror

Trotz der relativ guten Story und dem teils spaßigen Gameplay ist Call of Cthulhu nicht unbedingt ein Meisterstück. Der Horror - vor allem die Monster - wirkt teilweise deplatziert. Als hätten sich die Entwickler gedacht: "Wir haben bisher nur ein Detektiv-Spiel, da muss noch Horror rein, also Der Schlurfer ist das erste Monster, auf das ihr trefft. Mit dem blinden interdimensionalen Wesen ist nicht zu Spaßen. Quelle: PC Games Der Schlurfer ist das erste Monster, auf das ihr trefft. Mit dem blinden interdimensionalen Wesen ist nicht zu Spaßen. hopp!" Das wirkt an vielen Stellen aufgesetzt und ist frustrierend, vor allem, wenn nach einem relativ einfachen Detektiv-Level ein Trial-and-Error-bitte-stirb-800-Mal-bis-du-den-richtigen-Weg-findest-Abschnitt folgt.

Wir hatten zudem mit einem Bug beim ersten Schlurfer-Auftritt zu kämpfen. In der Kunstgalerie, wo der Schlurfer, ein interdimensionales Wesen, das erste Mal aus seinem Bild steigt, müsst ihr in den zahleich vorhandenen Schaukästen den richtigen Dolch finden. Normalerweise zerschlagt ihr einen Schaukasten und haltet dann den Dolch in der Hand, mit dem ihr das Bild zerstört. Wir konnten jedoch keinen Dolch aufnehmen, rannten also in der Galerie im Kreis, nur um immer wieder vom Schlurfer erwischt zu werden. Da es aber weder eine Möglichkeit zurück noch vorwärts gab, mussten wir einen älteren Spielstand laden. Frustrierend!

Call of Cthulhu im Test: Im großen und ganzen naja

Das alles klingt nicht sonderlich positiv, jedoch muss man dem Spiel schon Pluspunkte dafür geben, dass es sich wirklich an den klassischen Cthulhu-Mythos hält, die Detektivarbeit und das Fähigkeitensystem Spaß machen und die Story auf interessante Weise erzählt wird. Die wird euch nämlich nicht einfach vorgesetzt, sondern ihr erfahrt sie durch eure Ermittlungen.

Aber ja, die Probleme des Spiels sind schon groß und können nicht einfach ignoriert werden. Sie mindern den Spielspaß teils ungemein. Vielleicht schaffen es Spieleentwickler irgendwann einmal, ein Spiel zu machen, das dem Cthulhu-Mythos und H.P. Lovecraft würdig ist.

Call of Cthulhu im Test: Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Call of Cthulhu (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Call of Cthulhu (XBO)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Call of Cthulhu (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Stimmungsvoller SoundtrackGute englische VertonungEindrucksvolle AtmosphäreInteressante StoryGute Rätsel
Hölzerne AnimationenZu einfach in den Detektiv-AbschnittenFrustrierende Trial and Error-Passagen in den MonsterbegegnungenSehr lineares GameplayKleinere BugsBalancing-ProblemeSchlechte Kampf- und Schleichpassagen
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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TAOO Mitglied
        Süß'wie Paula im Video das'Wir Uns Schon ( 04 : 23 Min. ) raus haut.So Energisch aber auchn bissle lustig....
      • Von TAOO Mitglied
        Süß'wie Paula im Video das'Wir Uns Schon ( 04 : 23 Min. ) raus haut.So Energisch aber auchn bissle lustig....
      • Von Cobar Spiele-Enthusiast/in
        Ich habe Call of Cthulhu in ungefähr 11 Stunden durchgespielt und es hat mir doch recht gut gefallen. Die Story war soweit gut gemacht und ich kann einige Kritikpunkte des Tests absolut nicht nachvollziehen, wohingegen ich andere nur bestätigen kann.

        Nach Möglichkeit werde ich Spoiler vermeiden. Sollte doch mal irgendetwas vorkommen, tut es mir leid. Ihr seid hiermit also gewant ;)
        Ich werde mal versuchen einige davon hier aufzulisten:



        - "Diese Fertigkeiten bringen euch in Dialogen neue Optionen, lassen euch Türen aufbrechen oder okkulte Symbole erkennen, was vor allem auf Darkwater Island hilfreich ist."
        Naja, ich hatte eher das Gefühl, dass einige dieser Fähigkeiten komplett nutzlos sind. Ich habe meine Figur bis zum Maximum auf Ermittlung, Psychologie und Entdeckung geskillt und hatte am Ende noch Punkte übrig, die ich auf Redegewandtheit und Stärke verteilen konnte. Den mit Abstand größten Nutzen im Spiel hat Entdeckung (was das Spiel stellenweise shcon lächerlich einfach macht, weil man alles in der Umgebung leuchtend angezeigt bekommt). Stärke hatte wenn ich das richtig mitbekommen habe gerade einmal zwei Anwendungsmöglichkeiten im gesamten Spiel und ich bin froh, dass ich dafür gar nicht erst Punkte verschwendet habe, was sich allerdings auch schon aus der Beschreibung irgendwie ableiten ließ.

        - "In bestimmten Szenen nutzt ihr auch den sogenannten Rekonstruktionsmodus"
        Diesen Modus fand ich eigentlich immer sehr schön, weil gerade in diesem Modus oft wichtige Wendungen der Story auftauchten. Teilweise waren sie vorher schon offensichtlich, aber oft wurde ich davon überrascht. Hat mir soweit gut gefallen und bot mit den veränderten Farben etwas Abwechlung zum sonst fast durchgängigen Grünton.

        - "Deshalb haben die Entwickler Monsterbegegnungen eingebaut, die jedoch meist nicht sonderlich grandios ausfallen."
        Also hier kommt es darauf an, was man als Monsterbegegnung sieht. Es gibt da eine Figur in der Geschichte, die man auch als Monster ansehen kann, die mich aber im Verlauf der Geschichte schon überrascht hat mit ihren Beweggründen und Absichten. Dagegen sind die Passagen mit dem Schlurfer im Grunde viel zu einfach gewesen (außer die Suche nach dem Dolch, bei der ich an die 10mal gestorben bin, bis ich zufällig den richtigen Dolch hatte). Da man beim Laufen (was ebenso ein Witz ist im Vergleich zur "normalen" Geschwindigkeit) IMMER schneller ist als der Schlurfer kann man auch einfach im Kreis laufen. So habe ich das gemacht beim Durchprobieren der Dolche, indem ich einfach zwischen Dolchen und Gemälde hin und her gesprintet bin. Die einzigen Sekunden, in denen ich getötet werden konnte, das war wenn ich gerade einen Dolch aufgenommen hatte und warten musste, bis ich loslaufen konnte.

        - "Meist sind die Schleichpassagen sehr Trial and Error-lastig und die Kampfpassagen sind total überflüssig."
        Ja, das ist leider so. Das Level in diesem Kellergeschoss des Krankenhauses hat mich einfach nur genervt. Da kommt dann noch die unheimlich schlechte KI dazu,d ie mehr auf Zufall basiert als auf Intelligenz. Mal stand ich direkt vor einer Wache, habe mich hingehockt und wurde nicht gesehen und ein anderes mal wurde ich in einem der im Level erteilten Verstecke sofort gesehen. Hier war eigentlich so gut wie nie zu erkennen, nach welchen Kriterien hier gemessen wurde.

        - "Diese Auftritte sind oft verbunden mit Schleich- oder Kampfpassagen, die einerseits nicht wirklich zum restlichen Gameplay passen und andererseits auch nicht gut ausgeführt sind."
        Am schlimmsten fand ich den Levelabschnitt, in dem man tatsächlich eine Pistole dabei hat (ja,nach unzähligen Situationen, in denen man sich eine Waffe hätte schnappen können, hat man dann irgendwann im letzten Drittel auch mal eine. Es ist vollkommen sinnlos!). Hier habe ich einfach auf alles geschossen, das sich bewegt hat und so lange man die Figuren nicht zu nah an sich ran lässt, knallt man alles mit einem Schuss aus einer Pistole mit unendlich großem Magazin und nur mit extrem grobem Zielen ab. Das hätte man auch einfach weglassen können, ein paar weniger Figuren in das Level packen und es als Flucht anlegen können. So war leider überhaupt keine SPannung zu spüren in diesem einzigen Action-Gameplay, das das Spiel bot.

        - "Edwards Panikattacken und Klaustrophobie machen das Ganze nicht einfacher, wenn ihr euch vor einem Monster im Schrank versteckt. Da dreht der gute alte Detektiv völlig durch und das nervt gewaltig."
        Also die Panikattacken fand ich nicht weiter schlimm. Nicht jeder heißt Gordon Freeman und kriecht gerne durch irgendwelche Lüftungsschächte oder versteckt sich in Schränken wie bei "The Evil Within". Ich fand es jedenfalls nachvollziehbar und der dadurch entstehende Zeitdruck führte dazu, dass man nicht einfach in einem der Schränke verschwindet, wenn eine Wache oder ein Monster vorbeikommen, sondern man sich den Zeitpunkt gut überlegen musste. Ich habe mir oft genug gedacht "geh weiter! geh weiter!", weil das Sichtfeld von Pierce schon immer verschwommener wurde und er nach Luft rang.

        - "Allgemein wird Edward immer durchgeknallter, je mehr okkulte Dinge er zu sehen bekommt. Irgendwann ist nicht mehr klar, was real ist und was nur in seinem Kopf passiert."
        Genau darum geht es im Cthulhu-Mythos. Es geht um einen Horror bzw. etwas so Wahnsinniges, dass man es nicht mit klarem Verstand erfassen kann, sondern davon immer weiter in den Wahnsinn getrieben wird und speziell in der Pen & Paper Vorlage ist es nur eine Frage der Zeit, wann man wahnsinnig wird und nicht, wann man das Ende eines Rätsels erreicht. Das passt soweit auch sehr gut zu en Geschichten von Lovecraft, die ich gelesen habe, in denen die Protagonisten auch nie irgendwelche Supermenschen waren, sondern von den Ereignissen mitgenommen oder sogar dadurch etwas wahnsinnig geworden sind. Ich brauche nicht unbedingt einen Protagonisten, der sich reihenweise Dämonen stellt und das dann nur mit einem lockeren Spruch ab tut, sondern es darf auch mal eine Konsequenz daraus entstehen, die in diesem Fall der Wahnsinn ist. Dies ist hier im Spiel übrigens sogar ein wichtiger Punkt, weil man bestimmte Dialogoptionen erst mit einer bestimmten geistigen Verfassung freischaltet.

        - "Die nur auf Englisch verfügbare Vertonung ist wirklich sehr gut, jedoch erweisen sich die Gesichtsanimationen in Dialogen als unglaublich hölzern. Das ist leider allgemein bei den Figuren das Problem: Sie wirken sehr steif und unbeweglich"
        Hier kann ich nur zustimmen. Die Gesichtsanimationen sind der absolute Horror und oftmals bewegt sich ein Mund auch überhaupt nicht, während eine Figur gerade spricht. Auch sonst sind die Gesichter leider alles andere als passend, zumal ich schon während meines Durchspiels ständig darüber gescherzt habe, dass es scheinbar für Männer nur 2 verschiedene Models als Vorlagen gibt, die dann verschiedene Bärte angeklebt bekommen. Das fällt ganz besonders auf, wenn man im Krankenhaus unterwegs ist, wo ständig nur Klone rumlaufen von ein und dem selben Charaktermodell. Hier hätte ich mir viel mehr Abwechslung gewünscht.

        - "Zwar ist die Story interessant und hat auch mehrere Enden zu bieten, jedoch endet das Spiel relativ abrubt und unzufriedenstellend."
        Das ist einer der Punkte, der mich mit am meisten stört. Das Spiel verläuft meist recht gemächlich, dreht aber im letzten Kapitel dann unheimlich auf und endet so abrupt, dass ich gar nicht glauben konnte, dass es das schon gewesen sein sollte. Zumal ich am Ende drei Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen hatte und das Ende eigentlich nur davon abhing, was ich dort gewählt habe. Ich habe mir die Endsequenzen von allen drei Möglichkeiten angesehen und sie waren alle nicht besonders gut, sondern ich fand sie aufgrund der Wahlmöglichkeit vorhersehbar und unpassend.

        - "Der Horror - vor allem die Monster - wirkt teilweise deplatziert."
        Seien wir mal ehrlich, eigentlich gab es im ganzen Spiel so gut wie keine Monster und man ist 90% der Zeit einfach nur ein Detektiv, der einen etwas skurrilen Fall bearbeitet. Die übrigen 10% verteilen sich so, dass man sie zwar am Rande wahrnimmt und eine gewisse Vorahnung auch da ist, aber es zeigt sich gerade mal in 2 oder 3 Passagen irgendetwas, das aussieht wie ein Monster. Hier kann ich nur absolut zustimmen.

        - "Da es aber weder eine Möglichkeit zurück noch vorwärts gab, mussten wir einen älteren Spielstand laden. Frustrierend!"
        Das Problem hatte ich beim Schlurfer nicht, aber ich habe teilweise in den Dialogoptionen eine Möglichkeit ausgewählt, noch während mein Gegenüber gesprochen hatte, weil ich die Antwortmöglichkeit am passendsten fand. Das führte dann aber mehrere male dazu, dass ich gar keien Antwort mehr auswählen konnte und neu laden musste, mir dann wieder ein komplettes Gespräch anhören bzw. durchskippen musste und dann endlich wählen konnte. Dies passierte an verschiedenen Stellen im Spiel und war wirklich störend im Spielfluss.


        Mein Fazit:
        Das Spiel würde ich als "leicht gehobenes Mittelmaß" einordnen. Die Story und schon allein das Setting mit den Lovecraft-Elementen (von welchem ich ein großer Fan bin), haben mir so eine große Lust auf das Spiel gemacht, dass ich es an drei (teils ziemlich langen) Abenden durchgespielt habe. Es wurde immer wieder etwas ABwechlung geboten durch die verschiedenen Gameplay-Passagen mit dem Schleichen und der Detektivarbeit. Dagegen kann man einige Dinge durchweg bemängeln wie etwa die von mir angesprochenen immer gleichen Figuren-Models, so dass man sich vorkommt wie auf einer Klon-Fabrik. Der Horror ist eher dezent gehalten, hinterlässt aber im Hintergrund immer ein Gefühl von "da ist doch noch mehr als das" oder auch "irgendwas stimmt doch hier nicht". Gerade das passt so wunderbar zum Cthulhu-Mythos, wo nicht immer irgendein Riesenmonster auftaucht und Städte auseinander nimmt oder die EInwohner einer Stadt frisst, sondern auch in den Geschichten wird der Horror mehr durch kleinere Dinge angedeutet, die einfach nicht richtig erscheinen oder nicht so ganz in diese Welt passen. Die Rätsel schwanken zwischen viel zu einfach und "naja, war schon okay", denn so richtig knifflige Sachen sind nicht dabei, was ich aber auch nicht unbedingt in einem Spiel brauche. Mir hat das Spiel trotz der Kritikpunkte gut gefallen und aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrads und der schlauchartigen Levelstrukturen kann man es wohl als interaktiven Mystery-Krimi ansehen (wie Herbboy auch schon schrieb) und sich davon durch eine insgesamt sehr schöne Geschichte führen lassen, die jedoch ganz am Ende leider extrem nachlässt und den Spieler mit einer viel zu einfach abgehandelten Endsequenz zurücklässt.
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Neawoulf
        Richtig schlecht war das neue Black Mirror meiner Meinung nach nicht, aber im Vergleich zu Teil 1 bis 3 trotzdem eine Enttäuschung. Zu kurz, wirkt recht gehetzt teilweise, und manches passt inhaltlich einfach nicht zu den vorherigen Spielen. Atmosphärisch war es aber toll, hätte meiner Meinung nach aber unter einem anderen Namen verkauft werden sollen.
        Ich hab die Vorgänger nicht gespielt - d.h die Wertung hat offenbar auch damit zu tun, was man erwartet, WENN man die alten Teile kennt? Denn bisher fand ich es echt ganz nett, so ne Art interaktiver Mystik-Krimi.

        Knallharte Adventures sind mir persönlich oft viel zu oft mit "10 mal um die Ecke gedacht"-Rätseln bestückt, auf die man beim besten Willen nicht durch Logik kommen kann, vor allem wenn man nicht weiß, dass man erst nochmal zurück in ein altes Areal muss, weil dort inzwischen ein neuer Gegenstand zu finden ist usw. ;) so was hasse ich. Erst Recht, wenn man manche Gegenstände erst per Zufall entdeckt, außer man hat Lust, jedes Pixel einzeln abzugrasen...
      • Von Neawoulf Mitglied
        Richtig schlecht war das neue Black Mirror meiner Meinung nach nicht, aber im Vergleich zu Teil 1 bis 3 trotzdem eine Enttäuschung. Zu kurz, wirkt recht gehetzt teilweise, und manches passt inhaltlich einfach nicht zu den vorherigen Spielen. Atmosphärisch war es aber toll, hätte meiner Meinung nach aber unter einem anderen Namen verkauft werden sollen.
      • Von Herbboy Mitglied
        Hört sich ein wenig an wie ein Black Mirror, nur plus aufgesetztem Horrorpart - kann das sein? Hab Black Mirror, also die neueste Version, neulich spontan im Sale gekauft und erst 2-3h gespielt. Ist Black Mirror denn wirklich so "schlecht" ? Im Test nur 60%... oder ist das auch gemessen am Label "Vollpreisgame" ? Ich hab nur 8€ bezahlt ;)
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