CPU-Kauftipps: Hinweise und Kauftipps zu vier Sockeln
AMD oder Intel zum Zocken? Fürs Gaming zahlt sich eine ordentliche CPU aus, wobei es kein Prozessor für über 300 Euro sein muss. Wir geben euch Tipps rund um Prozessoren und haben auch einige CPUs als Kauftipps herausgesucht, und zwar für AMDs Sockel AM3+ sowie Intels Sockel 1150, 1151 und 2011-3.
Hinweise zu unseren Kauftipps und zum Übertakten
In unseren CPU Kauftipps wollen wir euch nun einige konkrete CPU-Modelle für die vier Sockel AMD AM3+ sowie Intel Sockel 1150, 1151 und 2011-3 nennen, die für den jeweiligen Sockel als Kauftipp zu sehen sind. Wir bieten dabei aber auch eine Einschätzung, ob ein Prozessor oder auch ein ganze Sockel auch im Vergleich zur Konkurrenz noch ein echter Kauftipp ist. Zum Abschluss folgt noch eine Übersichtstabelle mit den CPUs aus unserem Special.
In diesem Artikel
AMD Sockel AM3+
Leider hat AMD für stärkere Spiele-PCs derzeit keine heißen Eisen im Feuer. Zwar gibt es einige geeignete Spiele-Prozessoren für den Sockel AM3+ , aber was Preis und Leistung angeht, verliert AMD gegen Intel klar an Boden. Als Einsteiger-CPU ist der AMD FX-4300 zu nennen, der etwa 50 Euro kostet und mit einem Intel Pentium G zum gleichen Preis vergleichbar ist.
Quelle: PC Games Hardware
AMD FX-8320E
Für knapp 100 Euro kommt der FX-6300 in Frage, aber für nur 20 Euro mehr ist auf Intels Seite schon ein Core i3 zu haben, der etwas stärker ist. Und zwar so stark, dass selbst AMDs empfehlenswerteste Achtkern-CPU, der FX-8350, nur leicht vorne liegt. Da der FX-8350 etwa 160 Euro kostet, aber dabei einem Core i5-4460 (170 Euro) klar unterlegen ist, ist auch der AMD-Octacore nur für Fans von AMD zu empfehlen - oder für User, die bereits ein passendes Mainboard besitzen. Ein Kompromiss ist der AMD FX-8320E, der im Standardtakt zwar nur 3,2 Gigahertz schnell ist, aber auf bis zu 4,0 Gigahertz hochtakten kann und dem FX-8350 somit nahekommt. Vorteil dabei: er kostet nur 130 Euro. Ein kurzes Wort zur AMD FX-9000er-Serie: diese Prozessoren sind zwar ein wenig stärker als der FX-8350, aber bei Preisen ab 190 Euro können wir hier keine Empfehlung aussprechen, zumal sie extrem viel Strom benötigen (beinah das Doppelte eines aktuellen Intel Core i5-Prozessors). AMDs Sockel FM2+ haben wir übrigens bewusst ausgelassen. Für HTPCs sind viele FM2+ Prozessoren gut geeignet, auch dank starker interne Grafikeinheit - für einen Spiele-PC mit separater Grafikkarte empfehlen wir aber ganz klar den Sockel AM3+, sofern ihr auf AMD setzen wollt.
Intel Sockel 1150
Der Sockel 1150 ist derzeit der beste Sockel, wenn es um Preis-Leistung geht. Eine günstige CPU für den Sockel 1150 ist ein Pentium G - derzeit bietet sich dabei mit einem guten Verhältnis aus Preis und Takt (3,2 Gigahertz) der G3250 an, den ihr ab 50 Euro im Handel bekommt. Dieser erreicht in Spielen durchaus die Leistung von älteren Quadcores (AMD X4 955 oder Intel Q9500). Wer aber einen Spiele-PC benötigt, der sollte lieber mit einem Intel Core i3 einen guten Schritt nach vorne machen. Die Core i3-Prozessoren verfügen über Hyperthreading, können also mit ihren zwei Kernen vier Threads gleichzeitig verarbeiten. Zwischen 110 und 120 Euro bekommt ihr derzeit mehrere Modelle: die Core i3 mit den Modellnummern 4130, 4150, 4160 und 4170. Die Taktraten liegen bei 3,4 bis 3,7 Gigahertz - es sind also nur kleine Unterschiede, nehmt am besten das Modell, welches aktuell am günstigsten verfügbar ist.
Quelle: Intel
Pentium G-Serie
Einen weiteren Satz nach vorne macht ihr mit dem Griff zu einem Core i5-Prozessor. Diese CPUs arbeiten mir vier echte Kernen, aber ohne Hyperthreading. Der Core i5-4460 (3,2 Gigahertz) bietet dabei für 160 Euro aktuell das beste Verhältnis aus Takt und Preis. Zum Vergleich: der Core i5-4590 verfügt über nur 0,1 Gigahertz mehr Standardtakt sowie einen um 0,3 Gigahertz höheren Turbotakt, also weniger als 10 Prozent Taktplus, kostet dafür aber bereits 200 Euro. Wer vier Kerne plus Hyperthreading will, also eine CPU, die acht Threads bearbeiten kann, sollte - wir haben es schon als Geheimtipp angekündigt - zu einem Intel Xeon greifen. Genauer gesagt zum Xeon E3-1231 v3. Mit 3,4 Gigahertz Standardtakt entspricht er dem Intel Core i7-4770, kostet aber mit 250 Euro etwa 50 Euro weniger. Der Intel Core i7-4790 wiederum ist derzeit für 300 Euro zu haben und bietet 0,2 Gigahertz mehr Takt als der Xeon E3-1231 v3, kostet aber ebenfalls 300 Euro, und von dem kleinen Taktgewinn von etwa fünf Prozent wird man in der Praxis so gut wie nichts merken. Ein weiteres Thema ist natürlich Übertaktung: die Übertakter-Prozessoren erkennt man bei Intel (auch bei den Sockeln 1155, 1151 und 2011-3) an einem K hinter der Modellnummer. Bei diesen CPUs ist der Multiplikator frei wählbar: wenn man den Multiplikator um beispielsweise 20 Prozent erhöht, steigt auch der Gesamttakt um 20 Prozent. Für den Sockel 1150 bieten sich hier zwei Prozessoren an: der Intel Core i5-4690K (240 Euro) sowie der Core i7-4790K (340 Euro). Allerdings zeigt sich in aktuellen Spielen noch kein nennenswerter Vorteil dieser CPUs im Vergleich zu nicht-übertaktbaren Modellen. Ein Core i7-4790K ist beispielsweise selbst im Standardtakt schon über 15 Prozent schneller als der Xeon E3-1231 v3, bringt aber bislang in Spielen trotz Übertaktung im Durchschnitt nur drei bis fünf Prozent mehr Leistung. Dafür kostet er aber 90 Euro mehr, zudem ist zum Übertakten ein besseres Mainboard mit einem Z97-Chipsatz zu empfehlen, was weitere etwa 40 Euro Aufpreis bedeutet. Eine K-CPU ist daher nur für Hardwarefans zu empfehlen, denen die Übertaktung auch dann den Aufpreis wert ist, wenn sie wenig bringt oder vielleicht erst in zwei bis drei Jahren einen Vorteil zeigt.
Sockel 1151
Kommen wir nun zum neueren Sockel 1151. Derzeit lohnt sich ein Kauf, was die Leistung angeht, nur bedingt. Von den nicht-übertaktbaren Modellen sind erst wenige seit kurzem lieferbar. Die betreffenden Core i5-CPUs haben bei einem ähnlichen Preis im Vergleich zu den Sockel 1150-Modellen aber teils deutlich weniger Takt. Aus Tests der übertaktbaren Sockel 1151-CPUs Core i5-6600k und i7-6700K wissen wir aber, dass die neuen CPUs bei ähnlichem Takt keinen oder nur einen kleinen Vorteil zu den Sockel 1150-CPUs haben.
Quelle: preisvergleich.pcgameshardware.de
Solange der Sockel 1150 also noch nicht komplett abgelöst ist, raten wir derzeit eher zum zwar älteren, aber bei Preis-Leistung besser dastehenden Sockel 1150. Der Sockel 1151 bietet lediglich den Vorteil, dass ihr dabei auf die modernere Technik setzt und auch schon DDR4-RAM einsetzen könnt. Allerdings ist der Vorteil durch DDR4-RAM extrem gering, denn ein Komplett-Paket aus Sockel 1151-CPU, -Mainboard und DDR4-RAM ist kaum schneller als ein Kit mit einem Sockel 1150-Prozessor, -Mainboard und DDR3-RAM. Somit kann man davon ausgehen, dass allein der Faktor RAM keine nennenswerte Leistungssteigerung bringt. Da aber sicher einige Nutzer trotz des Mehrpreises auf den neueren Sockel setzen möchten, zumal er für Übertakter am Ende auch mit etwa 30 Euro Aufpreis im akzeptablen Rahmen liegt, werden wir natürlich trotzdem drei Empfehlungen für den Sockel 1151 nennen, zwei davon übertaktbar: den Core i5-6500 für 205 Euro, den Core i5-6600K für 265 Euro und den Core i6-6700K für 365 Euro.
Sockel 2011-3
Für diejenigen, die trotz eines Mehrpreises unbedingt übertakten möchten und daher zu einer K-CPU für den Sockel 1150 oder 1151 greifen, könnte auch der Sockel 2011-3 ein Thema sein. Für alle anderen jedoch gilt eindeutig, dass der Sockel 2011-3 nicht zu empfehlen ist, außer man ist auf spezielle professionelle Anwendungen angewiesen, die von der Technik der Sockel 2011-3-Prozessoren stark profitieren. Für Spiele hingegen gilt, dass sie nicht oder nur wenig schneller sind als ein Core i5 oder Core i7 für den Sockel 1150.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Core i7-5820K
Allerdings wird ein extremer Aufpreis fällig, denn schon das Einsteigermodell Core i7-5820K kostet 380 Euro und somit mehr als ein Core i7-4790K oder Core i7-6700K. Bezogen auf unseren Tipp, den Xeon E3-1231 v3, sind es sogar 130 Euro Aufpreis. Das Leistungsplus in einigen Tests beträgt aber lediglich drei Prozent. Selbst der über 1000 Euro teure Core i7-5960X schafft derzeit nur etwa fünf Prozent mehr Leistung in Spielen als der Xeon E3-1231 v3. Grund dafür ist unter anderem, dass die Top-CPU zwar acht echte Kerne besitzt und beim Hyperthreading auf satte 16 Threads kommt, es aber für solche technische Basisdaten derzeit und auf absehbare Zeit gar keine geeigneten Spiele gibt, die davon profitieren könnten. Gleichzeitig ist der pure Takt aber wiederum niedriger, so dass in der Summe trotz moderner Technik nur dieser kleine Leistungsgewinn übrig bleibt. Doch das ist noch nicht alles: ein passendes Mainboard für den Sockel 2011-3 kostet nicht weniger als 190 Euro, also über 100 Euro mehr als ein bereits recht gutes Mainboard, auf das der genannten Intel Xeon passt. Zudem sind 190 Euro immer noch 50 Euro mehr als ein solides Übertakter-Mainboard für den Sockel 1150 oder 1151. Trotz der Preis-Leistungs-Nachteile des Sockels 2011-3 findet ihr den Core i7-5820K in unserer Abschlusstabelle, der für Übertakter-Fans, die auch für den Sockel 1150 oder 1151 ein Mainboard für über 150 Euro anschaffen würden doch eine Alternative sein könnte.
Tabelle: unsere Kauftipps in der Übersicht
Zum Abschluss haben wir nun noch eine Tabelle mit unseren CPU-Kauftipps. Wir haben die Tabelle nach Sockeln geordnet, innerhalb der Sockel wiederum sind die Prozessoren nach ihrem Preis geordnet. Beim Intel Core i3 haben wir das Modell 4170 stellvertretend für die vier zuvor genannten Core i3-CPUs eingetragen. In der Spalte Kerne seht ihr, wie viele Kerne der Prozessor hat, bei Intel steht in Klammern zusätzlich noch die Anzahl an Threads, die die CPU verarbeiten kann.
| CPU-Modell | Sockel | Takt | Turbo | Kerne (T) | TDP | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pentium G3250 | Intel 1150 | 3,2 GHz | entfällt | 2 (T) | 53 Watt | 50 Euro |
| Core i3-4170 | Intel 1150 | 3,7 GHz | entfällt | 2 (4) | 54 Watt | 115 Euro |
| Core i5-4460 | Intel 1150 | 3,2 Ghz | 3,4 GHz | 4 (4) | 84 Watt | 170 Euro |
| Core i5-4690K | Intel 1150 | 3,5 GHz | 3,9 GHz | 4 (4) | 88 Watt | 240 Euro |
| Xeon E3-1231 v3 | Intel 1150 | 3,4 GHz | 3,8 GHz | 4 (8) | 80 Watt | 250 Euro |
| Core i7-4790K | Intel 1150 | 4,0 GHz | 4,4 GHz | 4 (8) | 88 Watt | 340 Euro |
| Core i5-6500 | Intel 1151 | 3,2 GHz | 3,6 GHz | 4 (4) | 65 Watt | 205 Euro |
| Core i5-6600K | Intel 1151 | 3,5 GHz | 3,9GHz | 4 (4) | 95 Watt | 265 Euro |
| Core i7-6700K | Intel 1151 | 4,0 GHz | 4,2 GHz | 4 (8) | 95 Watt | 365 Euro |
| Core i7-5820K | Intel 2011-3 | 3,3 GHz | 3,6 GHz | 6 (12) | 140 Watt | 380 Euro |
| AMD FX-4300 | AMD AM3+ | 3,8 GHz | 4,0 GHz | 4 | 95 Watt | 55 Euro |
| AMD FX-6300 | AMD AM3+ | 3,5 GHz | 4,1 GHz | 6 | 95 Watt | 100 Euro |
| AMD FX-8320E | AMD AM3+ | 3,2 Ghz | 4,0 GHz | 8 | 95 Watt | 130 Euro |
| AMD FX-8350 | AMD AM3+ | 4,0 GHz | 4,2 GHz | 8 | 125 Watt | 160 Euro |

Übertaktet hab ich ihn noch nicht. Aber meine auslastung saght mir 75 % Maximum. Da der noch locker auf 4,6 Ghz laufen kann mit meinem Arctic Freeze Kühler. Hab ich mehr als genug Leistung für mitte 2017.
Sei es durch den Die Shrink oder anderweitige Optimierungen.
Theoretisch, ist so der Sprung von SandyBridge auf Haswell (oder Skylake) durchaus groß genug, um einen Wechsel zu gerechtfertigen.
Praktisch, bewegen sich die Core Prozessoren der älteren Generationen noch immer in so hohen FPS Bereichen, dass es für den Normalogamer keine Rolle spielt.
Aber am besten finde ich immer die Leute, die nicht mal ansatzweise eine der aktuell stärksten Grafikkarten, geschweige denn, ein Multi-GPU Konfiguration, verbaut haben
und trotzdem aufrüsten möchten.
So à la: "Ich habe einen i5-2500K und eine GTX570, aber das ist mir zu langsam. Ist ein i7-4790K oder doch ein i7-5280K besser?"
Da möchte ich am liebsten eine Backpfeife austeilen. Und gleich noch eine hinterher (weil ich, was Symmetrie betrifft, ein wenig zwanghaft bin.)