Borderlands: The Pre-Sequel im Test: Ist das ein vollwertiger Nachfolger? - Ab sofort im Handel

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Die Gladiatorin Athena kann mit ihrem Energieschild feindliche Schüße abwehren.
Quelle: PC Games

Houston, wir haben einen Nachfolger! Oder doch nicht? Der neue Teil der Borderlands-Serie kommt mit sehr ähnlicher Spielmechanik daher und unterscheidet sich auch grafisch kaum von Teil 2. Ob es sich bei Borderlands: The Pre-Sequel trotzdem um einen vollwertigen Nachfolger handelt, klären wir im Test.

Borderlands: The Pre-Sequel im Test: Wie nennt man eigentlich eine Person, die einem psychopathischen Verbrecher aus den unterschiedlichsten Beweggründen zum Erfolg verhilft? Die Juristen sprechen da gerne von Mittätern oder -läufern, die Psychologen vielleicht auch von Menschen mit Stockholm-Syndrom, Borderlands-Spieler hingegen dürften spätestens nach dem Durchspielen von The Pre-Sequel die Bezeichnung Kammerjäger ebenfalls zutreffend finden. Hatte man in den Vorgängern eben als solcher auf dem Planeten voller Verrückter und Banditen namens Pandora sich insbesondere mit Zilliarden von Waffen und sonstigem Loot bereichert und nebenbei die Welt vor dem Untergang gerettet, müssen wir im dritten Teil nun dem wortgewandten Schönling, aber auch echt fiesem Bösewicht Handsome Jack von Borderlands 2 dabei helfen, die von der Lost Legion überfallene Hyperion-Weltraumstation unter seine Kontrolle zu bringen.

Doch keine Angst: Trotz der ziemlich verfahrenen Situation steckt man als Spieler nicht in einem moralischen Dilemma, denn die Story und auch das gesamte Setting nimmt sich wieder einmal überhaupt nicht ernst. Vielmehr geht es nun schon zum dritten Mal darum, einfach viel Spaß beim Ballern zu haben, gelegentlich herzhaft über die abstrus-lustigen Nebenquests zu lachen und schlussendlich unzählige Fieslinge – am besten mit zwei oder drei Freunden im Koop-Modus – über den Jordan zu jagen.

Moonraker

Erstmals in der Seriengeschichte dürft ihr auch mit Claptrap spielen. Seine Spezialfähigkeit ist zufallsbasiert und so verwandelt er sich auch mal in eine Bombe. Quelle: PC Games Erstmals in der Seriengeschichte dürft ihr auch mit Claptrap spielen. Seine Spezialfähigkeit ist zufallsbasiert und so verwandelt er sich auch mal in eine Bombe. Damit wir in Borderlands: The Pre-Sequel überhaupt von Handsome Jack beauftragt werden können, ist der dritte Teil zeitlich zwischen dem ersten und zweiten Ableger angesiedelt, Hauptschauplatz ist der Mond über Pandora namens Elpis. Wir dürfen zu Beginn aus vier brandneuen Helden einen aussuchen, wobei die Wahl wie bereits in den Vorgängern nicht unsere Waffenauswahl beeinflusst, sondern lediglich bestimmt, welche Spezialfertigkeiten uns zur Verfügung stehen und welche passiven Talente wie etwa eine schnellere Feuerrate oder erhöhte Schildenergie wir im Laufe des Spiels in einem dreigeteilten Skillbaum freischalten.

Falls man sich tatsächlich für die lustige, aber auch eher klischeehafte Story um Handsome Jacks Aufstieg zur Macht interessiert, sollte man übrigens mit der Gladiatorin Athena spielen, denn egal welchen Charakter man ausgesucht hat, dient nur sie als die Protagonistin in den Zwischensequenzen. Borderlands-Kenner greifen trotzdem vielleicht eher zum aberwitzigen Serienmaskottchen Claptrap, in dessen Haut – oder treffender gesagt Gehäuse – man erstmals schlüpfen darf. Der Nachteil des kleinen Kampfroboters ist, dass seine Software und somit seine Spezialfähigkeit "Kammerjäger.exe" sich noch im Beta-Stadium befindet und deshalb zufällig etwa seine Waffen modifiziert, eine kleine Claptrap-Drohne heraufbeschwört oder ihn gar zu einer Bombe mutieren lässt. Zudem muss man sich natürlich mit dem eher eigenwilligen Humor des kleinen Charmbolzen abgeben und sich so etwa wirklich schlechte "Deine Mutter"-Witze während der Kämpfe anhören.

Am Ende ist der Unterschied zwischen den vier Helden abseits der Spezialattacken nicht gerade riesig, sodass sich ein nochmaliger Durchlauf durch die rund 20 Stunden lange Haupt-Story mit einem anderen Charakter nicht unbedingt lohnt. Über eine zu kurze Spielzeit kann man sich jedoch beileibe nicht beklagen, denn mit allen Nebenquests seid ihr rund 30 Stunden mit einem Durchlauf beschäftigt, wonach man noch im sogenannten Kammerjäger-Modus mit hochstufigeren Gegnern The Pre-Sequel gerne nochmals durchspielt, damit der eigene Held noch mehr Levels aufsteigt und noch mehr der zufallsgenerierten Waffen, Schilde und anderen Loot einsammelt.

Icebreaker

Mit dem neuen Fahrzeug könnt ihr über Schluchten springen. Quelle: PC Games Mit dem neuen Fahrzeug könnt ihr über Schluchten springen. Neben den vier frischen Helden ist auch der Mond als Schauplatz etwas komplett Neues für die Serie und sorgt zumindest grafisch für einen kleinen Unterschied zu den Vorgängern. Dadurch, dass auf dem Himmelskörper die Schwerkraft deutlich geringer als auf Pandora ist und bis auf Innenareale Sauerstoffmangel herrscht, ändert sich zudem auch das Gameplay – jedoch am Ende nur geringfügig. So müsst ihr zum Beispiel zwar darauf achten, dass eure Sauerstoffvorräte nicht zur Neige gehen, aber ihr findet eigentlich stets genügend Möglichkeiten, eure Atemluftreserven aufzutanken.
Auch die höheren Sprünge aufgrund der geringen Schwerkraft passen fabelhaft zum Mond-Setting, sind aber fast nur für die Such-Neben-Quests von Belang, in denen ihr nach auf der Pirsch nach versteckten Objekten seid. Nett ist aber, dass ihr auch Stampfattacken nun aus der Luft vollführen könnt, die mit bestimmten Sauerstoff-Kits sogar Flächenschaden ausrichten und euch so einen kleinen Vorteil bei Kämpfen gegen mehrere Feinde geben. Ebenfalls schön, aber nicht gravierend anders sind die neuen Cryo-Waffen. Sobald ihr mit den Schießeisen genügend Frostschaden angerichtet habt, verwandelt sich ein Gegner in eine Eisstatue, die nach einer erfolgreichen Nahkampfattacke in tausend Stücke zerfallen.

Live and Let Die

Apropos Feinde: Auch hier sind die Unterschiede zu Borderlands 2 gameplaytechnisch ziemlich marginal. Ihr kämpft in den allermeisten Fällen statt gegen Bandits gegen Scavs, die sich nur äußerlich durch ihre Astronautenhelme von den serientypischen Feinden absetzen. Auch die Verhaltensweisen der Fieslinge wurden anscheinend kaum überarbeitet, was aber an sich nicht schlimm ist, da es in Borderlands seit jeher eher auf die Masse als die Klasse der Gegner ankommt. Bei den Endbossen haben sich die Entwickler – wie bereits in Teil 1 und 2 – jedoch ziemlich viel Mühe gegeben. Die Inszenierung der Kämpfe ist hochklassig und man muss gegen die Meisten Gegner relativ unterschiedliche Taktiken anwenden – etwa stets unterschiedliche Elementarwaffen verwenden oder andere Schwachpunkte ausmachen.

Never send Flowers

Die neuen Plasma- und Laser-Waffen sind ziemlich stark, jedoch kostet die Munition für Knarren auch ein kleines Vermögen. Quelle: PC Games Die neuen Plasma- und Laser-Waffen sind ziemlich stark, jedoch kostet die Munition für Knarren auch ein kleines Vermögen. Eine Stärke von Borderlands waren schon seit Teil 1 die überaus lustigen Neben-Quests und sind es definitiv auch in The Pre-Sequel. Zwar müsst ihr wieder zumeist von Punkt A nach B und dort eine Menge Feinde umnieten, aber die Beschreibungen der Aufgaben gehören zu den humorvollsten im ganzen Shooter-Genre. Dieses Mal müsst ihr etwa einem kleinen Dark Sider zur Hand gehen, damit er einen Radio-Satelliten mit seiner Lieblingsmusik ins All schießen kann oder dem verrückten Professor Nakayama dabei helfen, Handsome Jacks Aufmerksamkeit zu bekommen, in dem ihr Blumen für ihn einsammelt. Was aber wieder einmal den Entwicklern eher schlecht als recht gelingt, ist das Balancing in den Missionen: Wenn ihr nahezu alle Nebenquests löst, sind die meisten Story-Aufgaben und insbesondere die Kämpfe gegen Bossgegner viel zu einfach.
Insgesamt bekommt man wegen der fast identischen Präsentation und des sehr ähnlichen Gameplays den faden Beigeschmack, dass Borderlands: The Pre-Sequel auch als eine sehr umfangreiche Erweiterung hätte erscheinen können. Für Borderlands-Fans bedeutet das aber am Ende lediglich, dass man leider etwas mehr Geld ausgeben muss, denn The Pre-Sequel hat auch genau die gleichen Stärken wie Borderlands 2 was den Humor, den Umfang und auch den Suchtfaktor um das Looten betrifft.

Meinung

Wertung zu Borderlands: The Pre-Sequel (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Riesiges Arsenal aus Milliarden von WaffenUmfangreiche SpielweltAbgedrehtes Setting mit vielen schrägen CharakterenPechschwarzer Humor, vor allem in den Nebenmissionen
Die Neuerungen verändern das Gameplay am Ende nur marginalBalancing funktionert eher schlecht, wenn man alle Nebenmissionen erledigtStory wird in den Zwischensequenzen nur aus der Sicht eines der vier Hauptcharaktere erzähltTest-Version hatte noch kleinere Bugs, die zum Wiederholen mancher Missionen zwangen

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    • Kommentare (52)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Artes
        Da tun sich ja Abgründe auf ;) Auch wenn das für die Frage ob ein Spiel ein Add on ist /sich wie eins anfühlt oder nicht unerheblich ist. Selbstverständlich Spielt Assassin's Creed 4 nach teil 3 und nicht davor oder Zeitgleich. Die Erinnerungen die man Nachspielt liegen zwar Historschisch davor aber das Spiel selbst ist Zeitlich nach Teil 3.
        Ach komm.
        Den Gegenwartspart kann man seit AC4 doch nicht mehr ernst nehmen.
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Artes
        Da tun sich ja Abgründe auf ;) Auch wenn das für die Frage ob ein Spiel ein Add on ist /sich wie eins anfühlt oder nicht unerheblich ist. Selbstverständlich Spielt Assassin's Creed 4 nach teil 3 und nicht davor oder Zeitgleich. Die Erinnerungen die man Nachspielt liegen zwar Historschisch davor aber das Spiel selbst ist Zeitlich nach Teil 3.
        Ach komm.
        Den Gegenwartspart kann man seit AC4 doch nicht mehr ernst nehmen.
      • Von Artes Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von MatthiasDammes
        Assassin's Creed 4 spielt auch nicht nach Assassin's Creed 3.
        Das hat doch überhaupt nichts zu bedeuten.
        Da tun sich ja Abgründe auf ;) Auch wenn das für die Frage ob ein Spiel ein Add on ist /sich wie eins anfühlt oder nicht unerheblich ist. Selbstverständlich Spielt Assassin's Creed 4 nach teil 3 und nicht davor oder Zeitgleich. Die Erinnerungen die man Nachspielt liegen zwar Historschisch davor aber das Spiel selbst ist Zeitlich nach Teil 3.
      • Von RodWeiler79 Spiele-Novize/Novizin
        Ich glaub bei ner GOTY Version greif ich dann mal zu. Die GOTY von BL2 war vom Umfang her völlig ausreichend. Ich brauche nicht jeden Mini-DLC.
      • Von shaboo Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von MatthiasDammes
        Also ich persönlich erwarte einfach mehr vom Bekannten, einfach weil das super Spaß gemacht hat.
        Würde das Spiel plötzlich ganz anders sein, weil man unbedingt zahlreiche Neuerungen bringen wollte, wäre es vielleicht nicht mehr das Spiel, was ich von einem Borderlands erwarte.
        Da hast Du natürlich Recht; zu zahlreich und zu umwälzend sollten die Neuerungen sicher nicht sein. Aber dieses Pre-Sequel ist nun mal ein rein inkrementelles Produkt, das technisch und inhaltlich derart auf seinen Vorgängern aufbaut, dass man ihm beim besten Willen keine besonders hohen Entwicklungskosten attestieren muss. Von daher - und in dem sicheren Wissen zukünftiger (und sicher nicht weniger) DLCs - wären 30€ UVP sicher angemessen und ausreichend gewesen. Ich finde das Ding ja nicht schlecht. Zelebriert halt kreativen Stillstand auf hohem Niveau, aber es gibt Schlimmeres. Nur eben - für das, was es bietet - zu teuer.
      • Von shaboo Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von TheBobnextDoor
        Wenn es einen trotzdem so kränkt, das die Spielzeit und Änderungen zu den Vorgängern zu gering ist, dann sollten diese Leute doch mal ein Zeichen setzten und sich das Spiel nicht kaufen, nun aber auch nicht zu einem geringeren Preis, sondern einfach gar nicht.
        Wo soll denn da die Logik liegen? Wenn mir etwas nicht 50, sondern nur 20 oder 10 Euro wert ist, kaufe ich es eben nicht für 50 Euro, aber durchaus für 20 oder 10. Rationaler und ehrlicher (und für den Hersteller berechenbarer) kann man sich als Konsument wohl kaum verhalten. Ich will damit auch keine Kreuzzüge führen oder Zeichen setzen, sondern einzig und alleine zum Ausdruck bringen, dass mir die vom Hersteller angesetzte Gewinnspanne zu hoch erscheint und ich das Spiel erst dann kaufe, wenn sie geringer ausfällt. Das schwere Geschütz Boykott sollte man sich wirklich für andere Gelegenheiten aufsparen ...
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