Blackguards 2 im Test - Frustiges Design und Söldner + Fazit
Mit Blackguards 2 nimmt sich Entwickler Daedalic Entertainment vieler Probleme des ersten Teils an, hält aber am frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad fest. Was genau Teil 2 des Taktik-Rollenspiels besser macht, verraten wir euch im Test zum neuen Das Schwarze Auge-Spiel.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten wird eines schnell klar: Die Entwickler wollten bei Blackguards 2 nicht einfach alles noch einmal genauso machen wie im Vorgänger. Mit viel Mühe haben sie um die 30 frische Schlachtfelder zusammengestöpselt, die Blackguards-Veteranen an gänzlich neue Orte führen und vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. Einmal gilt es, Gefangene zu befreien, dann wieder müssen wir Kristalle zerstören und danach eine Evakuierungszone erreichen. Geskriptete Ereignisse sorgen für Überraschungen und spannende neue Situationen: Der Gegner bekommt Verstärkung oder unsere Eskorte taucht auf der anderen Seite einer Barrikade auf.
Quelle: PC Games
Bei gedrückter V-Taste werden zu interaktive Objekte markiert, von denen es auf den per Hand gebauten Karten nur so wimmelt.
Jedoch ist es gerade dieses unvorgesehene Element, das uns vor allem zu Beginn ein ums andere Mal die Lust an Blackguards 2 vergällt. Man muss schon über hellseherische Fähigkeiten verfügen, um im Voraus zu ahnen, was das Spiel von einem will. Stattdessen scheitert man oft, weil man nicht auf die geänderte Lage vorbereitet war. Die Folge sind häufige Neustarts einer Mission; jedes Schlachtfeld ist ein Puzzle, das nur mit viel Geduld und reichlich Übung zu meistern ist. Der happige Schwierigkeitsgrad, der uns selbst auf der niedrigsten Stufe mit nicht enden wollenden Gegnermassen konfrontiert, tut sein Übriges. Oft werden mehrere Gefechte (bis zu vier!) aneinander gereiht, ohne dass wir zwischendurch eine Atempause bekommen, um Charakterwerte zu verbessern und neue Ausrüstung anzulegen. Eine manuelle Speicherfunktion in den Schlachten zusätzlich zu den Autosaves bei Beginn jedes Kampfes würde dem Spiel viel Schärfe nehmen, fehlt jedoch weiterhin. Was für eine verpasste Gelegenheit!
Das Missionsdesign ist stellenweise regelrecht unfair; endlos neu an die Front rückende Klon-Gegner sind keine Seltenheit. Immerhin: Die absurd niedrigen Trefferchancen aus Blackguards sind Geschichte, das Kampflogbuch gibt's endlich auch in einer ausführlicheren Variante und arg verquere Rettungswürfe etwa beim Durchqueren einer Pfütze treten nicht mehr auf. Dennoch ist der Spielverlauf zäh, das Hauen und Stechen verläuft weitaus weniger dynamisch als in Firaxis' XCOM und Auseinandersetzungen ziehen sich ewig in die Länge. Bosskämpfe gegen Marwans vier zauberkundige Verbündete erwiesen sich im Test als besonders harte Nuss mit Mechaniken aus der Hölle, etwa dem erwähnten unendlichen Respawn oder tödlichen Fallen.
Die eigene Armee
Unter all den Unzugänglichkeiten liegt ein im Kern richtig gutes Spiel verborgen. Viele Ideen haben Hand und Fuß, etwa die Söldnerarmee, die Cassia auf Schritt und Tritt folgt. Zusätzlich zu den vier Recken dürfen wir in jeden Kampf nämlich noch eine vorgegebene Anzahl von Helfern mitnehmen. Die steigen im Laufe des Abenteuers automatisch auf und sind eine willkommene Hilfe, um der Gegnerscharen Herr zu werden.
Quelle: PC Games
Den Schlachtfeldern liegt ein Hexfeld zugrunde; vor Kampfbeginn dürft ihr eure Helden und Söldner selbst aufstellen.
Den Söldnern kommt zudem eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung eroberter Siedlungen zu: Von Zeit zu Zeit schickt Marwan eine Armee in unsere Richtung, die es zurückzuschlagen gilt. Daraufhin werden die Rollen getauscht: Der Computergegner startet dort, von wo aus wir zuvor den Kampf um diese Stellung aufgenommen haben; unsere Söldner dürfen sich in den deutlich überlegenen Verteidigerpositionen verschanzen. Da kommt es zupass, dass wir neuerdings in jedem Gefecht zu Beginn unsere Truppen nach eigenem Gutdünken aufstellen dürfen, statt wie in Teil 1 auf die vorgesehene Formation beschränkt zu sein.
In diesem Artikel
Der starrsinnige, wenig flexible KI-Gegner lässt sich in diesen Abwehrschlachten allerdings meist ohne Probleme mit Bogenschützen zusammenschießen. Wenn dabei doch mal die eigene Mannen draufgehen, braucht ihr euch darüber nicht aufzuregen: Verluste spielen keine Rolle, der Nachschub an Söldnern ist unendlich. Außer Gefecht gesetzte Helden stehen in der nächsten Mission wieder mit voller Gesundheit zur Verfügung, das langwierige Behandlung von Wunden aus Teil 1 gehört somit – wie so viele andere nervtötende Eigenheiten – der Vergangenheit an.
Blackguards 2 erscheint am 20. Januar 2015 und kostet knapp 20 Euro. Die Versionen im Einzelhandel (Preis: ca. 20 Euro) und auf Gog.com (rund 30 Euro) verzichten auf einen Kopierschutz.

Natürlich ist Blackguard 1+2 potenziell schwer, aber in 1 habe ich vielleicht 6-7 Neu versuche bei Kämpfen gebraucht. In BG 2 ist es nach 9 Missionen 2 Missionen die erst im zweiten Anlauf geklappt haben (beides auf normal).
Was mich wirkklich stört das es unendliche gegnerhorden gibt.
Da verschanzt man sich schau und tötet 89! Wachen (ich wollte halt mal wissen wie weit ich komme) und es tauchen einfach immer neue auf.
Das muss ein wirklich groooßes gefängnis sein