Black & White 2-Entwicklertagebuch Teil 6

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Craig ist Komponist und Sound-Designer bei Lionhead. Craig ist Komponist und Sound-Designer bei Lionhead. Ach, die gute alte Zeit. Erinnern Sie sich noch an Videospiele von damals, deren Hintergrundmusik als Endlosschleife dudelte, sodass man nach einem Alien-Prügel-Marathon die ganze Nacht lang einen Ohrwurm von diesem einen Lied hatte? Klar, einige der Kompositionen waren großartig, aber es gab auch eine Menge so abgrundtief schlechter Lieder, dass es mir selbst jetzt noch kalt den Rücken runter läuft, wenn ich nur daran denken muss. Nur gut, dass unser Sound-Verantwortlicher Craig sich für Black & White 2 vorgenommen hat, alles, was Lionhead je gemacht hat, musikalisch zu übertreffen.

Bis jetzt hat Craig 250 Musikstücke selbst komponiert und aufgenommen. Die Songs wechseln von Stadt zu Stadt, Rasse zu Rasse und Seite zu Seite. Wenn Sie das Spiel nur ein einziges Mal spielen würden, gäbe es Dutzende von Liedern, die Sie verpasst hätten.

Eine Idee, die mir im ersten Spiel besonders gefallen hat: dass die Musik sich mit Ihrem Spielstil verändert hat. Je besser oder böser der Spieler war, desto besser oder böser wurde die Musik. Um einen möglichst weichen Übergang zu schaffen, legt das Spiel zwei Musikstücke übereinander, wobei das auf der dominierenden Seite basierende Stück dominiert. Versinkt der Spieler also mehr und mehr in den Abgründen der Grausamkeit, wird die böse Musik lauter und die neutrale Musik in den Hintergrund drängen. Das war zwar ein sehr schönes Feature - allerdings schränkte es den Musikstil ziemlich stark ein, schließlich mussten alle Stücke in derselben Tonart geschrieben werden und klangen recht ähnlich. Zudem ging der Seitenwechsel von Gut zu Böse so langsam von statten, dass eigentlich niemand diese Technik bemerkt hat. Demzufolge wirkte es auf Dauer eintönig - etwas, was Craig im zweiten Teil unbedingt vermeiden will.

Aber wie überwindet man die Einschränkungen sich situationsabhängig verändernder Musik ohne den Effekt zu verlieren? Craig hatte eine einfache Lösung parat: Er hat die Zahl der Seiten von drei auf fünf erhöht (Böse, Neutral-Böse, Neutral, Neutral-Gut, Neutral). Nun reicht es, die Musik im richtigen Moment zu wechseln; Morphing ist nicht mehr nötig. Jetzt hat jede Stufe ihre eigene, einzigartige Musik.

Es gibt neun Songs pro Stufe, fünf Stufen und fünf Rassen. Das macht insgesamt 225 Lieder einzig und allein für die Stufenwechsel. Glücklicherweise hat Lionhead entschieden, von Anfang an einen Komponisten zu involvieren, statt später alles hektisch nachzureichen - so stellte die große Menge Musikstücke kein Problem dar. Craig hat also für die Komposition der Musik dieselben Ansprüche wie alle anderen für den Rest des Spiels: Dynamik und Abwechslung. In einem Kampf gibt es beispielsweise gleich mehrere Elemente, die sich auf die Stimmung der Musik auswirken: die Intensität des Kampfes, die Zahl der beteiligten Soldaten, welche Seite gewinnt, wie wichtig die Schlacht ist, ob das Gefecht gerade beginnt oder schon weiter fortgeschritten ist und natürlich wichtige Ereignisse wie der Durchbruch durch die Verteidigungslinien des Gegners. All diese Variablen zu berücksichtigen, nimmt eine Menge Zeit in Anspruch.

Bildergalerie: Black & White 2
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