Black Myth: Wukong - Vier Features sind klasse, aber eines nervt total - endlich im Test!
Black Myth: Wukong ist eingeschlagen wie eine Bombe! Ob die Qualität des chinesischen Actionspiels die Verkaufszahlen auch rechtfertigt, lest ihr hier.
Irres Bestiarium
Dazu gesellt sich ein riesiger Pool an kurzen Transformationen, bei denen ihr für einen Angriff die Gestalt eines Gegners annehmt, was uns direkt zu unserem Lieblingsfeature Nummer drei bringt: Black Myth: Wukong hat eine exzellente Gegnervielfalt, was vor allem in den unzähligen Bosskämpfen zur Geltung kommt.
Auch, wenn wir das Spiel nicht mehr als reinen Boss-Rush bezeichnen würden, nachdem wir mehr Zeit damit verbracht haben, ist klar: Wukong will euch vor allem damit überzeugen, nämlich Duellen mit den mächtigsten Wesen, die die chinesische Mythologie zu bieten hat. Den witzigen Riesenfröschen lauft ihr öfters über den Weg, ansonsten hat das Spiel aber in jedem neuen Kapitel beeindruckend viele neue Bosse im Gepäck.
Die meisten davon liegen schnell auf der Matte, gerade bei den eindrucksvollen Yaoguai-Königen am Ende jedes Kapitels solltet ihr jedoch alles benutzen, was euch das Spiel anbietet, um nicht hängenzubleiben.
Quelle: PCGH
Ob leicht oder schwer, ob mechanisch komplex oder eher als Spektakel konzipiert: Das Bossdesign ist eine Wucht. Die Monster haben abwechslungsreiche Angriffsmuster und Verhaltensweisen, sie sind großartig animiert und verzichten weitgehend auf One-Hit-Kills und zweite Lebensleisten.
Mit den vielen Tools in eurem Repertoire ist deren strategischer Einsatz oft viel lohnender als das bloße Auswendiglernen eines Kampfes. Das fühlt sich frisch an und macht durchweg Laune, auch, wenn wir nach ein paar Kapiteln keinen wirklichen Grund mehr gesehen haben, unsere Strategie zu verändern.
Prinzipiell wäre das aber möglich: Ihr bleibt im Kern zwar immer der gleiche Affe mit Nahkampfwaffe und die Rollenspiel-Mechaniken sind simpel, aber weil sich die Zauber und Verwandlungen im Skilltree ausbauen lassen, könnt ihr durchaus so etwas wie einen Build zusammenstellen.
Unterstützend kommen die Rüstungsteile und Waffenformen hinzu, die ihr meist nach dem Plattmachen eines großen Obermotzes herstellt. Tragt ihr mehrere Teile der gleichen Rüstung, geben die Setboni einer bestimmten Facette eures Toolkits mehr Würze. Die Action steht hier klar vor dem Rollenspiel, aber die Features gehen tief genug, um nicht aufgesetzt zu wirken.
Quelle: Game Science
Das alles gilt zumindest für die tollen Bosskämpfe und auch viele Elitegegner. Bei den Standardfeinden müsst ihr dagegen weder Skill noch Köpfchen einsetzen, sondern nur den Zeigefinger, um sehr oft in Folge die R1-Taste zu drücken. Zwar ist das Kanonenfutter bei der riesigen Gegnervielfalt mitgemeint, aber etwas mehr Engagement hätten wir uns doch gewünscht, damit wir die Vielfalt nicht nur sehen, sondern auch spüren.
Das schönste Verwirrspiel der Welt
Bevor wir zu dem Teil von Wukong kommen, der uns nicht überzeugen konnte, wollen wir nochmal die Präsentation beleuchten. Die ist nicht nur qualitativ klasse, sondern auch künstlerisch sehr beeindruckend.
Das Spiel unternimmt wenig, um euch den zugrundeliegenden Mythos zu erklären, sofern ihr ihn nicht schon kennt. Figuren, Orte und Konzepte tauchen auf und verschwinden wieder, oft, bevor ihr verstanden habt, was ihre Rolle in der nebulösen Geschichte ist. Was es aber hervorragend hinbekommt, ist, ein Interesse für diese Welt und ihre Bewohner zu wecken.

Der befürchtete Grafikblender ist es in der Tat nicht. Es macht sogar echt viel Spaß. Gelangweilt habe ich mich bisher zu keiner Sekunde. Das liegt vor allem daran, dass die Gebiete und das Gegnerdesign sehr abwechslungsreich sind. Das Kampfsystem ist eingängig und bietet sehr viel Raum für eigene Builds. Es bietet auch genug Komplexität und Tiefe. Ich bin zugegebenermaßen positiv überrascht.
Auch der Schwierigkeitsgrad geht in Ordnung. Ob das Spiel nun ein Soulslike oder Souls-Lite ist, spielt keine Rolle. Es bedient sich faktisch an Soulslike-Elementen und die meisten Bosse sind herausfordernd genug, ohne zu überfordern. Die meisten Bosse hab ich nach 2-3 Versuchen gelegt, manche schon nach einem Versuch. Allerdings hatte ich bisher 3-4 Bosse, die mit mir ein Dutzend mal den Boden aufgewischt haben. Manchmal gibt es auch stärkere Normalo-Gegner, die auch noch mal gut rein hauen.
Falls man meint, man hat den falschen Build für Boss X und Y, kann man die Skillpunkte jederzeit an den Schreinen (die übrigens meist recht fair verteilt sind) kostenlos neu verteilen.
Es bietet übrigens auch bei weitem nicht jeder Bossgegner eine eigene Bossarena. Es kann also durchaus auch mal sein, dass man sich mit einem optionalen Bossgegner + irgendwelche Normalos herum ärgern muss.
Das Leveldesign ist aber in der Tat wenig motivierend und dient letztlich nur als grafisch unfassbar schöne Kulisse ohne besonderen spielerischen Mehrwert (außer zum Sammeln von Zeug). Auch sind die Wege zu den Bossen meist recht kurz, was zum Glück dafür sorgt, dass man sich innerhalb der Gebiete nicht wirklich langweilt. Positiv ist hier auch, dass Black Myth kein Open World-Game ist.
Was aber definitiv ein absoluter Minuspunkt ist, ist der Input und die Technik. Das Spiel scheint gelegentlich nicht richtig auf die Eingaben mit Controller zu reagieren und den Input zu "schlucken". Auch technisch muss sich noch etwas tun. Manche Bosse musste ich nur deswegen mehrfach machen, weil es zu heftigen Rucklern kam, wenn das Spiel komplett neue Effekte laden musste. Danach ging es und lief sauber.
Und was sich die Entwickler bei solchen Texturen gedacht haben, ist mir auch ein Rätsel (übrigens keine Seltenheit und bisweilen sehr auffällig):
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Ansonsten läuft das Spiel bei mir mit max. Details (Schatten auf Sehr hoch, statt Detailstufe "Kino"), 1440p, DLSS Quality und Frame Generation recht rund und sieht, von so manchen Matschtexturen, schon sehr sehr gut aus.