Black Death (Kinokritik/Review)

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Black Death (8)
Quelle: Wild Bunch

In seinem drastischen Realismus packendes Mittelalter-Mystery-Spektakel - vom Thrill eines Der Name der Rose aber noch weit entfernt

Sie ist die Geißel Gottes: die Pest. Im Jahr 1348 wütet der Schwarze Tod in ganz England gnadenlos unter der Bevölkerung und der Klerus der Klöster hat alle Hände voll zu tun, die Kranken und Sterbenden zu versorgen. Dabei ist die Kirche überzeugt: Diese Krankheit ist die Strafe des Herrn für die Verfehlungen der Menschen, die so mannigfaltig in Sünde leben. Heimlich in Sünde lebt auch der Novize Osmund (Eddie Redmayne, Die Schwester der Königin), der eine unkeusche Beziehung zu einer blutjungen Schönen pflegt. Um das Mädchen vor der wuchernden Seuche zu schützen, schickt er sie in die Wälder. So hat er, als eine Gruppe Krieger im Auftrag des Bischofs im Kloster eintrifft und einen Führer für die Gegend sucht, sein ganz eigenes Motiv, sich freiwillig zu melden. Gemeinsam mit dem Ritter Ulric (Sean Bean) und dessen Mannen macht Osmund sich in eine abgelegene Gegend auf, um dort ein von der Pestilenz verschont gebliebenes Dorf in den Sümpfen aufzusuchen. Dabei entpuppen sich Ulrics Mannen als beinharte Kämpen und ihr Anführer als getriebener Fundamentalist, dessen Ziel es ist, den Hexer, der das Dorf in seinen Klauen zu haben scheint, einzufangen und in einem Folterkäfig zum Bischof zu bringen. Denn nicht nur Hardliner Ulric ist überzeugt: Wenn ein Dorf von der Seuche komplett verschont bleibt, kann nur Satan selbst seine Hand im Spiel haben. Sogar von der Wiedererweckung der Toten ist die Rede …

Es ist eine Reise durch das finsterste Mittelalter, auf die Regisseur Christopher Smith (Severance) den Zuschauer mitnimmt. Von Anfang an wird klar: Hier herrschen tiefster Aberglaube, übelste Bigotterie und zugleich fürchterliche Lebensbedingungen sowie unsägliche Brutalität. Damit Letzteres ja deutlich wird, gehen Ulrics Mannen alles andere als zimperlich vor. Rasch wird klar: Egal ob Kämpfer Gottes oder Paktierer mit dem Teufel, hinsichtlich der Bereitschaft zu Vorurteilen und Gewalt schenken sich hier beide Seiten nichts. So in die Abgründe der damaligen Zeit einführend, schwenkt Smith im zweiten Teil seines Films in ein Mystery-Szenario. Nebelschwaden verschleiern vieles vermeintlich Unheimliches, wenn die Truppe am Ziel auf eine engelsgleich wirkende Kräuterfrau (Carice van Houten, Operation Walküre) trifft, die das Dorf irgendwie verhext zu haben scheint. So sehr sich Smith dabei auch bemüht, gute Gruselatmosphäre aufkommen zu lassen, so sehr geht einem dabei die Wackelkamera auf die Nerven. Auch die spärlich eingesetzte Musik hätte - auf andere Weise eingebunden - sicher für noch mehr Gänsehautgefühl sorgen können. So ist am Ende der kalte Schauer, der einen beim Gang aus dem Kino ein letztes Mal durchfährt, weniger auf die stimmungsvolle Handlung als vielmehr auf die so simple wie desillusionierende Erkenntnis zurückzuführen, dass dieses Mittelalter der Schwarzen Pest alles andere als ein romantisches war.

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