Battlefield 1 (2016): Was ändert der 1. Weltkrieg nun für die Shooter-Reihe? Kolumne zum Setting von Battlefield 1

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Battlefield 1 (2016): Was ändert der 1. Weltkrieg nun für die Shooter-Reihe? Kolumne zum Setting von Battlefield 1
Quelle: EA / DICE

Den Mutigen gehört die Welt. Dieses abgehalfterte Sprichwort kam mir in den Sinn, als ich beim Battlefield-Enthüllungs-Event in Berlin war, und die ersten Begeisterungsstürme den vollen Saal des Kosmos Kinos durchzogen. Haben sich die schwedischen Entwickler bei Battlefield 1 tatsächlich für ein Setting entschieden, das zum einen bislang in kaum einem Shooter thematisiert wurde und haben damit noch obendrein Erfolg?

Matti Sanqvist war vor Ort beim Ankündigungs-Event zu Battlefield 1 und schreibt über seine ersten Eindrücke Quelle: Computec Matti Sanqvist war vor Ort beim Ankündigungs-Event zu Battlefield 1 und schreibt über seine ersten Eindrücke Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls riesig darüber, dass sich die beiden großen Ego-Shooter des Jahres nun nicht wieder einmal wie ein Ei dem anderen gleichen. Doch wie muss es den fleißigen Mitarbeitern von DICE in den letzten Monaten und Jahren ergangen sein, war die nächste Frage, die sich mir stellte. Ein Setting wie den Ersten Weltkrieg für ein millionenschweres Spiel auszusuchen; diese Entscheidung verbirgt nicht gerade wenige wirtschaftliche Risiken. Zum einen kann man mit einem Zukunfts-Setting, wie etwa im kommenden Call of Duty: Infinite Warfare, der Kreativität deutlich mehr freien Lauf lassen. Und zudem rührt man mit einem ausgedachten Szenario nicht etwas an, das von Historikern zurecht als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.

Kann man nun ein unterhaltsames Action-Spektakel um einen Krieg aufbauen, der nicht nur fast zehn Millionen Menschen das Leben kostete, sondern zugleich die Einbahnstraße in die größten Verbrechen des vergangenen Jahrhunderts, sprich zum sogenannten Dritten Reich darstellt? Nach dem Enthüllungs-Event in Berlin bin ich mir sicher: Ja, das kann man. Denn auch wenn ich die Entscheidung über das - sagen wir mal eigenwillige - Setting als wirklich mutig empfinde, geht DICE in anderen Bereichen, ergo in Sachen Gameplay, doch eher auf Nummer sicher. So dürfen wir uns auch in Battlefield 1 auf eben jene beliebten 64-Spieler-Gefechte freuen, die den Kern der Serie seit Battlefield 1942 ausmachen.

Ebenso scheint die Einzelspielerkampagne uns wieder über die halbe Weltkugel zu führen, und auch die Zerstörungs-Engine soll eine große Rolle spielen. Auf der Veranstaltung wurden die Entwickler auch nicht müde, eben dies zu betonen: Battlefield 1 wird alle wichtigen Aspekte der Serie beinhalten, natürlich noch schöner und noch besser. Das wirkte auf mich ein wenig so, als sei man sich in Stockholm nicht ganz so sicher gewesen, ob das Erste-Weltkrieg-Setting bei allen potenziellen Käufern gut ankommt. Wenn eben nicht, bleibt ja trotzdem noch ein vollwertiges - nein, ein verbessertes! - Battlefield über, und daher muss sich keiner Sorgen um ein mögliches Verkaufsdesaster machen.

Damit geht für mich aber leider auch etwas Negatives einher: Ich habe die kleine Sorge, dass Battlefield 1 spielerisch nicht großartig anders sein wird als seine Vorgänger. Klar, wir werden mit Pferden, Zeppelinen, Doppeldeckern und allem, was das Arsenal des Ersten Weltkrieges so hergibt, auf riesigen Schlachtfeldern kämpfen. Aber macht das Gameplay-technisch tatsächlich einen großen Unterschied? Ich befürchte nicht. Bei einem Interview fragte ich die Entwickler dann auch, was nun ihrer Meinung nach die größte Gameplay-Neuerung in Battlefield 1 sein wird? Darauf bekam ich die Antwort, dass die Möglichkeit, mit dem eigenen Squad den Server zu wechseln, wohl zu den wichtigsten gehört. Squad-Serverwechsel? Ernsthaft? Natürlich begrüße ich diese Option, aber ich hätte - milde gesagt - doch ein wenig mehr erwartet.

Battlefield 1: Am 21. Oktober soll der nächste Battlefield-Teil erscheinen (4) Quelle: EA / Dice Battlefield 1: Am 21. Oktober soll der nächste Battlefield-Teil erscheinen (4)
Am Ende wird Battlefield 1 bis auf das wirklich erfrischende Setting ein ziemlich klassischer Vertreter meiner wohl liebsten Online-Shooter-Reihe werden. Ob man das nun begrüßt oder verteufelt, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls auf den Release im Oktober, auch wenn ich noch die Hoffnung habe, dass DICE im Laufe des Sommers einige etwas größere Gameplay-Neuerungen ankündigt.

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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Was dort erzählt wurde, das hat sowieso nicht alles gestimmt. So erzählte der eine beispielsweise, dass das erste BF damals das Spiel gewesen sei, wo man zuerst in der Luft, im Wasser und auf dem Boden gekämpft hätte. Nöö, das stimmt nicht. Das ging schon in Operation Flashpoint und das kam 1 Jahr zuvor ;-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Was dort erzählt wurde, das hat sowieso nicht alles gestimmt. So erzählte der eine beispielsweise, dass das erste BF damals das Spiel gewesen sei, wo man zuerst in der Luft, im Wasser und auf dem Boden gekämpft hätte. Nöö, das stimmt nicht. Das ging schon in Operation Flashpoint und das kam 1 Jahr zuvor ;-)
      • Von Khrimm Anfänger/in
        "Squad-Serverwechsel? Ernsthaft? Natürlich begrüße ich diese Option, aber ich hätte - milde gesagt - doch ein wenig mehr erwartet."

        Man muss natürlich auch dazu sagen, dass sie auf diesem Event sicher auch einen Maulkorb aufgelegt bekommen haben. Es könnte gut sein, dass sie einfach nicht über wirkliche Neuerungen reden durften. Wir werden ja sehen...
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von MatthiasDammes
        Das wollte ich auch nie in Frage stellen.
        Wollte nur erklären, warum der Mut zu einem neuen Szenario als finanziell riskant betrachtet werden kann. ;)
        Selbstverständlich. Aber mal unter uns, EA kann solche Risiken auch locker stemmen. Falls BF1 nicht der erhoffte Blockbuster werden sollte wird das wieder über FIFA und Co. aufgefangen. Das kann man also schon als "einkalkuliertes Risiko" sehen. ^^
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von sauerlandboy79
        Und das spricht doch wieder für EA und DICE dass sie die Marke trotz ausgebliebener Bestseller-Träume wiederbeleben. Das ist eher ein unübliches Verhalten, denn was nicht ertragsfördernd war wird sonst in der Regel auf Eis gelegt oder komplett in die Schublade gesteckt, fest abgeschlossen und der Schlüssel weit weggeworfen.
        Ich bin jetzt kein Fanboy von EA bzw. DICE, doch ich bin immer erfreut über Mut zum Risiko, egal von wem dieser kommen mag, und das ist bei den ganz großen Entwicklern und Publishern nun auch nicht selbstverständlich wie wir alle wissen. ;)
        Das wollte ich auch nie in Frage stellen.
        Wollte nur erklären, warum der Mut zu einem neuen Szenario als finanziell riskant betrachtet werden kann. ;)
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von MatthiasDammes
        Bestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich Mirror's Edge. Ein frisches Setting mit neuen Mechaniken, das von Spielern und Kritikern gefeiert wurde. Trotzdem war es ein finanzieller Misserfolg.
        Und das spricht doch wieder für EA und DICE dass sie die Marke trotz ausgebliebener Bestseller-Träume wiederbeleben. Das ist eher ein unübliches Verhalten, denn was nicht ertragsfördernd war wird sonst in der Regel auf Eis gelegt oder komplett in die Schublade gesteckt, fest abgeschlossen und der Schlüssel weit weggeworfen.
        Ich bin jetzt kein Fanboy von EA bzw. DICE, doch ich bin immer erfreut über Mut zum Risiko, egal von wem dieser kommen mag, und das ist bei den ganz großen Entwicklern und Publishern nun auch nicht selbstverständlich wie wir alle wissen. ;)

        Darum sage ich mal: Lasste DICE mit BF1 mal machen, neue WW2-, Now-Time- und Zukunfts-Shooter werden noch genug kommen, WW1 dagegen... ;)
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