Kolumne: Hallo Grind, Goodbye Assassin's Creed, wie ich es kenne - wieso mich Odyssey kalt gelassen hat
Assassin's Creed Odyssey ist erfolgreich, hochgelobt, umfangreich und für viele Spiel-des-Jahres-Anwärter. Nicht jedoch für mich, Odyssey entfernt sich von alldem, was ich an der Serie schätze - eine Kolumne.
Assassin's Creed - meine Assoziationen zum klangvollen Namen lauten Stealth-Spielprinzip, Parkour-Einlagen und bombastische Meuchelmissionen. All das vermisse ich jedoch in Assassin's Creed Odyssey (jetzt kaufen 84,70 € / 10,99 € ), und die RPG-Anleihen vermögen diese Verluste für mich nicht auszugleichen. Mit dieser Ansicht stehe ich auf verhältnismäßig einsamer Flur - das lässt mich zumindest das insgesamt überaus positive Feedback zu Odyssey vermuten. Karten auf den Tisch: Ich habe den direkten Vorgänger Assassin's Creed Origins nicht gespielt, genauso wenig wie Black Flag. Ansonsten bin ich mit der Reihe gut vertraut. Ein weiteres Detail: Mir persönlich hat das vielgescholtene Paris-Abenteuer Unity bislang am besten gefallen. Vielleicht dienen diese Fakten dem Verständnis, wieso mich Odyssey trotz seiner offensichtlichen Qualitäten nicht zu begeistern vermochte und wieso ich es kaum als neuen Ableger der bekannten Serie wiedererkenne.
Eure Meinung zum Thema interessiert mich: In der Umfrage könnt ihr mitteilen, welcher Aspekt an Assassin's Creed Odyssey euch besonders gut oder schlecht gefallen hat, wie vertraut ihr mit der Reihe seid und ob ihr auch den nächsten Teil spielen wollt. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis!
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Mühsam ernährt sich der Assassine
Ich mag Rollenspiele. Eine Kombination von Stealth-Mechanik mit RPG-Elementen? Klingt interessant! Die Mechaniken in Assassin's Creed Odyssey jedoch bilden in erster Linie die Worst-of-Eigenschaften des Genres ab. Beispiel: Ich habe eine Abneigung gegen ausufernde Grinding-Abschnitte. Es langweilt mich! In Odyssey gibt es mehrere Momente, in denen der Fortschritt zu einem abrupten Halt kommt, weil die Levelanforderung der nächsten Story-Mission weit über dem aktuellen Spielerlevel liegt. Besonders pikant: Ubisoft ist sich bewusst, dass das keine schöne Sache ist, denn sonst würden keine Mikrotransaktionen angeboten, die schnelleren Fortschritt ermöglichen.
Quelle: PC Games
Humor ist Geschmackssache. Kassandra oder Alexios stecken das künstliche Auge des einäugigen Banditen in einer Zwischensequenz in den Hintern einer Ziege.
Und dann ist die Spielwelt Griechenland auch noch vollgestopft mit 08/15-Quests aus einem betagten Modell des Nebenaufgabengenerators. Klar leg' ich diesen bedeutungslosen NPC um, klar säubere ich das Banditenversteck, sammele dies und das oder rotte ein Wolfsrudel aus. Nicht, weil es mir Spaß macht, sondern weil ich halt die Erfahrungspunkte brauche, um endlich die Geschichte weiterverfolgen zu können. In The Witcher 3 und in Red Dead Redemption 2 empfinde ich jede Nebenaufgabe als potentiell verheißungsvoll. Dank der gut geschriebenen Charaktere und Geschichten um die Aufgabe drum herum machte der Fortschritt stets Spaß. In Assassin's Creed Odyssey hingegen erwarte ich nichts, und werde, frei nach Malcom Mittendrin, oft trotzdem enttäuscht. Wer lebt, wer stirbt - es könnte mir nicht egaler sein, gebt mir bitte einfach die Erfahrungspunkte, damit ich da weitermachen kann, wo ich möchte.
Die überflüssigste Nebensache des Spiels
Auch mit den Romantikoptionen fischt Ubisoft im RPG-Gewässer von Mass Effect und The Witcher 3. Nur: Die Romance-Aspekte in Assassin's Creed Odyssey werden mir zu unreif präsentiert, manchmal kommt die Schwarzblende schon vor dem Kuss. Passend zum jugendfreien "Sex" im Spiel die Dialoge: Der "Speer" des Schmiedes ist gebrochen, wenn ihr versteht, was er meint, höhö, zwinker zwinker. Aber keine Sorge, geht für ihn ein paar aphrodisierende Blumen pflücken, dann kann er wieder zustechen. Als einsamer Wolf (oder einsame Wölfin) bezirzt ihr keine Begleiter, zu denen ihr eine Bindung aufbaut, sondern meistens Randfiguren, und das mit der Subtilität eines Vorschlaghammers: Damit auch jeder erkennt, mit welcher Dialogoption ihr die Schlüpfer stürmt, sind diese mit einem Herz gekennzeichnet. Wo ich keine Fehler machen kann, da kein Erfolgserlebnis. Sofern man es als Erfolg verbuchen möchte, wenn man einen Typen rumkriegt, der zuvor mit einer Ziege im Bett war.
Sind wir schon da? Nein ...
Assassin's Creed hat sich schon immer durch sein Parkour-System ausgezeichnet. Als Assassine benutzt ihr für gewöhnlich nicht die Straßen wie der gemeine Pöbel, sondern erklimmt Dächer, Simse, Balkone und balanciert auf Wäscheleinen von Giebel zu Giebel. Die spaßige Fortbewegungsmechanik steckt zwar auch in Odyssey und wird in beim Erklimmen von Felsen, Mauern und Aussichtspunkten genutzt, aber ein Großteil der Landschaft besteht aus Feldern, Wiesen, Wäldern und Meer. Ich spiele Assassin's Creed nicht, um mit dem Pferd im Automatik-Modus von Kaff zu Kaff zu klappern! Und ja, ich könnte auch auf das Schifffahren verzichten, genau wie auf den Spartaner-Tritt im Kampfsystem, eine wohl lustig gemeinte Anspielung an den Action-Film 300, der mittlerweile zwölf Jahre auf dem Buckel hat.
Quelle: PC Games
This is Sparta! Den Spartaner-Tritt gehört zu den nützlichsten Kampf-Fähigkeiten. Für Immersion sorgt die Popkulturanspielung aber nicht gerade.
Ein weiteres klassisches Merkmal von Assassin's Creed wurde in Odyssey beschnitten: Stealth-Kills sind nicht zwangsläufig tödlich. Ich bin kein Arzt, könnte mir aber vorstellen, dass eine aufgeschnittene Kehle zur sofortigen Kampfunfähigkeit führt. Nicht so in Assassin's Creed Odyssey, in dem ihr stets damit rechnen müsst, dass euer kritischer Angriff aus dem Hinterhalt nicht ausreicht, um einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Wenigstens kann man innerhalb des Spielverlaufs die Attentatfertigkeiten mit Hilfe des Perk-Systems verbessern. Durch das Fehlen der typischen Templer-Assassinen-Dynamik wirkt AC: Odyssey auf mich sehr viel beliebiger, was sich ja in den Nebenquests widerspiegelt: Bring den um, er hat mich schief angesehen. Lösungswege abseits von Gewalt gibt es kaum - überraschend für einen Titel, der (auch) als Rollenspiel wahrgenommen werden möchte.
Griechenland: Opfer überall
Assassin's Creed war schon immer eine Spielereihe, in der es um das Ermorden von Pixelmenschen ging. Mir liegt es fern, eine moralische Bewertung des Spielprinzips vorzunehmen - Hitman und Metal Gear Solid gehören zu meinen liebsten Serien. Aber für mich macht es einen Motivationsunterschied, ob ich einen Mörder/Folterer/Verbrecher/Terroristen umbringe, der Einfluss auf das Weltgeschehen nimmt, oder einen armen Tropf, der Auftraggeber XY eine Handvoll Oliven gemopst hat. Noch kritischer sieht übrigens "Die Zeit" diese Eigenheit von Assassin's Creed Odyssey in ihrer Rezension.
Quelle: PC Games
Aufsteigene Schadensanzeigen sind nicht, was ich von Assassin's Creed erwarte. Erfreulich: Das Feature lässt sich ausschalten.
Die Kultisten-Mechanik soll wahrscheinlich die groß angelegten Attentate der Vorgänger ersetzen. Aber spannend inszenierte Missionen sind auch dort eine Seltenheit. Kultist A hängt in einem Banditenlager rum, Kultist B in einer Höhle, und Kultist C wandert irgendwo durch die Pampa - das ist für mich kein Ersatz für Missionen, bei denen man während eines Balls den Buckingham Palace infiltriert oder sich in ein Theaterstück im Kolosseum einschleicht! Selbst der Clinch zwischen Spartanern und Athenern lässt mich völlig kalt, Kassandra und Alexios haben zu keiner der Parteien Loyalität und tanzen auf allen Hochzeiten.
Odyssey zu neuen Zielen
Ich verstehe jeden, der Freude an Odyssey hat. Das Spiel bietet tolle Features: es ist riesig, sieht gut aus, präsentiert ein unverbrauchtes Setting (das ich ebenfalls wundervoll finde), die allseits beliebten Schiffsschlachten, Söldnerkämpfe als Mini-Bosse, viele Ausrüstungsoptionen und es wagt, eine etablierte Serie Änderungen zu unterwerfen. Richtig, angefangen hat die Neuorientierung schon mit Origins, doch das liegt wie eingangs erwähnt noch auf meinem To-Play-Stapel herum. Das Stealth- und Parkour-Gameplay, schön inszenierte Attentate, eben das, was ich an der Reihe bislang schätzte, bleibt in Odyssey jedoch auf der Strecke. Um die Zukunft von Assassin's Creed muss sich Ubisoft deshalb freilich keine Sorgen machen. Odyssey hat den Nerv von sehr vielen Spielern genau getroffen. Nur eben nicht meinen.

Die Meinung eines frustierten AC-Veterans
MFG
ampellus
hauptkritikpunkt ist die miese KI der gegner.
zum teil das neben-missions-design.
odyssey ist viel zu groß und bietet zu wenig gute missionen.
es wäre besser alles zu verkleinern und mehr den fokus auf interessante aufgaben zu legen.
das neue kampfsystem steht der serie gut. leider ist die gegner KI in kombination mit den missionen absolut unterirdisch.
die story zwischensequenzen sind VIEL zu lange. VIEL zu lange!
meine wertung ist eine 7/10.
es ist nach black flag aber definitiv das beste assassins creed (+ origins).
die alten teile vor black flag kann ich überhaupt nicht ab. die interaktion mit dem charakter ist in denen nämlich ein graus und es fühlt sich alles sehr unrund an. origins und odyssey sind da dynamischer.
ob ich odyssey überhaupt durchspielen werde, steht in den sternen, da es doch sehr viel zeit in anspruch nimmt.
Das mag für Manche wohl unterfordernd gewesen sein, ich musste aber manche Herausforderungen mehrmals wiederholen, denn auch die Berechenbarkeit der Stärke der Gegegner heißt noch lange nicht, dass die Aufgaben leicht zu bewältigen waren (zum. für mich nicht): Bei einer großen Anzahl an Gegnern etwa, oder wenn man nicht entdeckt werden sollte. Eines blieb damit jedenfalls bewahrt: ein größerer Realismus! Denn es kann doch sicherlich nicht realistisch sein wenn die Kampfkraft der Kämpfer, Banditen, Tiere usw. in einem Spiel von Stärke 1 bis über 50 reicht.
Damit wird dem Spieler eigentlich etwas genommen, dass mir zuvor immer wichtig war in den zuvor gespielten Teilen: Die Freiheit sich auszusuchen welche Nebenquests man wann und ob man sie überhaupt machen möchte. Es wird dem Spieler eine gewisse Reihenfolge aufgezwungen und ebenso besteht der Zwang diese machen zu müssen, da man sonst das Hauptquest nicht mehr weiterverfolgen kann.
So war mein enttäuschter Einstieg bei Origins.
Die wirklich schöne, riesige Spielewelt also in der man sich zwar scheinbar frei bewegen kann, aber dem aufgezwungenen looten und leveln nach einem vorgegebenen Schema beugen muss, also leider doch nicht die absolute Freiheit in der scheinbaren Freiheit.
Odyssey habe ich mir aus dieser Enttäuschung heraus nicht mehr gekauft, obwohl ich dieser Serie wirklich schon lange treu ergeben bin. Wenn das so weiter von Ubisoft praktiziert wird, werde ich mir da wohl auch leider keinen AC-Teil mehr kaufen.
Eines sehe ich aber etwas anders, als wie in diesem Artikel: Nicht alle Nebenquests sind nur eintöniges grinding. Manche wurden schon ziemlich liebevoll und zum. von den Geschichten abwechslungsreich gestaltet (das Mädchen mit dem Bogen welches sie vom Vater vererbt bekam und der bei den Gegner begehrt war, der Hass zwischen Ägyptern und Griechen und einem Hausmeister der diesen schürte und Griechen töten wollte, das vergiftete Essen durch einen korrupten Politiker der so an die Häuser der Einheimischen kommen wollte usw.) Grinding gibt es aber sicher auch, vor allem wenn man die ganzen Geier-, Krokodil-, Nilpferd-, Löwen- usw. -Nester eliminiert und Schatztruhen hinterherjagt, diese und jene Person rächen möchte, ggf. kann man auch so bei den Gräbern empfinden, obwohl diese mit jeweils unterschiedlichen "Rätseln" ausgestattet sind.
Was ich auch positiv finde: Es gibt nicht mehr diese Aufgaben wo man nicht entdeckt werden sollte (ansonsten hat man schon verloren), sondern es steht einem frei, ob man die Aufgabe unentdeckt oder eher offensiv angehen möchte.
Trotzdem sehr schade um das Kampfsystem, der unrealistischen KI, all dem looten und leveln. Das verdirbt dann leider auch ziemlich all die positiven Aspekte des Spiels.
Von daher bin ich ziemlich dicht bei Frau Reuss' Meinung. Sie ist also NICHT allein. ;)
Ich finde es ist eine Mischung aus AC RPG und MMO, nur das es wahlweise im Co-op ist. Man hat die Möglichkeit als Söldner auf Attentäter, Schütze oder Krieger zu gehen, oder seine eigene Mischung zu machen, natürlich gibt es einen riesigen Skilltree, was neu ist und viele erschreckt, aber man kann so auch seinen perfekten Attentäter schaffen. Was mich jedoch an dem Spiel stört sind die riesigen Schlachten an manchen man Teilnehmen muss um bei manchen Dingen weiter zu kommen. Als Attentäter macht man sowas nicht so gerne, auch wenn man immer bessere Fähigkeiten hat und man lernt wendig und agil zu werden um zu überleben. Aber zu der Zeit herrschte nun mal Krieg und zu der Zeit sollen alles begannen haben. Das die Attentäter plötzlich da waren und auch die Templer, sollte jeder wissen wie unwahrscheinlich dies ist. Zudem sieht man hier den Beginn der Technologie, okay der wahre Beginn ist dies nicht, aber das erste mal (zeitmäßig) dass man davon hörte und sah. Und ja in der "wirklichen" Welt bzw Gegenwart ist ziemlich wenig Zeit und es geht stark unter, im Vergleich zu allen Teilen zuvor. Aber man muss bedenken, wie riesig diese Welt ist.
Wenn dich dies stört, dann sollest du überlegen nach einer neuen Reihe ausschau zu halten, denn Insider behaupten dass das kommende Spiel noch größer werden soll, eine noch größere Welt mit mehreren Ländern, aber dafür wieder weniger Seeschlachten, ich hoffe auch weniger Landschlachten, das war echt nervig. Aber die Storyline ist 1:1 AC und ich spiele AC seit beginn und ich hab sogar deren Inspiration Pince of Persia gespielt. Das sie einem 9 verschiedene Enden bieten, je nach deinem Charakter wie du spielst, finde ich es grandios.
Natürlich ist es Gewohnheit, aber jeder weiß dass in der Heutigen Zeit nichts bleiben kann wie es war/ist. Wenn AC jeder Teil gleich bleiben würde, würdest du irgendwann jammern das es immer das gleiche ist, nur in einer anderen Zeit. Und die Macher wollten jetzt nun einmal sich an den Beginn wagen, natürlich war es gewagt, sie hätten auch alle Fans verlieren können. Aber sieh mal wie viele alt eingesessenen Fans es mögen, ich hab es mir geholt um zumindest selbst zu sehen und bin positiv überrascht, gut einige bugs nerven, wie immer. Ich mag die Schlachten absolut nicht, aber die Story ist geil und das ist für mich die Hauptsache, weil für mich die Story AC immer ausgemacht hat und nicht die Mechanik, die eh in jedem Teil immer etwas anderes bot. Und als PC spieler kannst du AC-Odyssey bereits für unter 30 € bekommen, für mich ist das bereits günstig, was du "Rammschpreis" nennst weiß ich nicht, ob du ein solch liebevolles Spiel für unter 10 € erwartest, und da steckt wirklich viel Liebe drin in dem Spiel, liebe zum Detail, liebe im Bezug auf verzwickt und verworren oder auch der Freiheit selbst zu entscheiden.
Und die Aufgaben sind nicht alle gleich, de Redakteurin schreibt einzig von den "Brett-Aufgaben" der Söldner, was ne Art Aushänge an Aufträge darstellt, das ist aber nur wenige Prozent des Spiels, was eigentlich nur dient um schnell Geld zu verdienen, schnell sofern man ein hoher/großer Söldner ist. Das es nicht von beginn an Assassine vers Templer geben kann sollte auch klar sein, sind diese auch irgendwann einmal entstanden und hier wird ein kleiner Teil gezeigt woher diese Technologie stammen kann. Wenn dir die Mechanik zu schlecht ist, okay dann lass es, allerdings verpasst du dann viel Story, was wirklich ungelogen echt AC ist, ist halt dein Geschmack. Ich hab es für 29 € geholt und bin begeistert, abgesehen der blöden und nervigen Schlachten, die man aber auf ein Minimum klein halten kann.