Armed Assault
Zwischen den Schlachten führt eine Nachrichtensendung die seichte Geschichte voran. Marian Quandt, Außenreporterin von AAN News, berichtet live aus dem Krisengebiet und führt durch die unspektakulär präsentierten Zwischensequenzen. Trotzdem überrascht das Spiel mit einer kleinen Storywendung gegen Ende, die Sie vor die unbequeme Frage stellt, ob das, was Sie gerade machen, auch wirklich das Richtige ist.
Atmosphäre pur
Armed Assault gelingt es, genau wie dem Vorgänger, die Stimmung eines Krieges perfekt einzufangen. Oft liegen Sie bäuchlings im Gebüsch, während Ihnen die Geschosse um die Ohren pfeifen. Panzer rollen an Ihnen vorbei, nur um im nächsten Moment spektakulär unter Feindbeschuss zu explodieren. Bei groß angelegten Schlachten hetzen Sie zusammen mit mehreren Dutzend Soldaten von Deckung zu Deckung und befolgen die Funkanweisungen Ihres Kommandanten. Meist erkennen Sie die Gegner dabei nur als kleine Pixelhaufen am Horizont, Schusswechsel finden über eine Entfernung von über 300 Metern statt. Gezieltes Schießen wird so zur Konzentrationsprobe. Umso größer ist anschließend die Befriedigung, eine Mission überlebt und erfolgreich beendet zu haben.
Die grandiose Weitsicht von Armed Assault hat ihren Preis. Theoretisch geben die Entwickler eine maximale Sichtweite von zehn Kilometern an. Praktisch schaffen Sie das aber nur mit einem PC, der erst noch gebaut werden muss. Die riesige Spielwelt (400 Quadratkilometer) fordert selbst High-End-Rechnern alles ab. Dazu kommen bildschöne Landschaften mit wogenden Gräsern und dichtem Baumwuchs. Einzig in Dünenlandschaften oder kargen Bergregionen wirkt die Grafik unspektakulär. Dazu simuliert das Spiel Wetter- sowie Tag-und-Nacht-Wechsel.
Armed Assault ist ein klasse Spiel, dass Operation Flashpoint-Veteranen die Freudentränen und Neulingen die Zornesfalten ins Gesicht treiben wird. Einsteiger lässt das Spiel trotz Tutorial viel zu oft allein. KI-Patzer und verzwickte Steuerung tragen leider dazu bei, dass dem Taktik-Shooter eine Spitzenwertung verwehrt bleibt. Wer sich an den angesprochenen Fehlern nicht stört, erlebt mit Armed- Assault den bisher realistischsten Pixel-Krieg am heimischen PC.

Bei OFP konnte man sowas ja noch als Anfängerfehler oder Kinderkrankheiten verzeihen. Aber beim Nachfolger hätte ich mir da schon mehr erwartet. Kacke. Ein Blindkauf kam sowieso nicht in Frage aber das trübt meine Vorfreude doch gewaltig.
Ich will endlich diese verf#%*te Demo zocken.
SoSchautsAus