Archlord
Prügeln Sie sich um Artefakte, um Herrscher über die Welt Chantra zu werden - wenn Sie bis dahin durchhalten.
Als Magier haben Sie es insbesondere in der Anfangsphase deutlich schwerer als die beinharten Berserker.
Selbst als hartgesottener World of Warcraft-Anhänger darf man offen für neue Konzepte sein. Sehr erfrischend klangen die Versprechungen von Archlord: epische Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe (Player versus Player/PvP) nicht nur auf begrenzten Schlachtfeldern, Tausende Quests und am Ende das Ziel, sich als Einziger zum Archlord zu krönen, zum Herrscher über alles und jeden.
Doch der Weg bis dahin ist weit. Sie wählen zwischen drei Rassen (Ork, Mensch oder Mondelfe) und insgesamt acht Klassen. Ärgerlich: Das Geschlecht ist an die Klassenwahl gebunden. So sind Sie zum Beispiel als menschlicher Zauberer einzig in weiblicher Gestalt unterwegs. Sie bekommen regelmäßig neue Fertigkeiten, die Sie gegen Gold beim Trainer erwerben.
Sie starten in einem Dorf, in dem Sie vor feindlichen Angriffen sicher sind. Die ersten Quests führen Sie nach draußen. Aber schon dort fängt die offene PvP-Zone an, in der Sie ab Level 15 automatisch zum Opfer werden. In der Beta-Phase ging dies bereits ab Level 6, in Foren klagten Spieler darüber, von zu starken Mitspielern sinnlos getötet zu werden.
Die übliche Kontrolle per "WASD"-Tasten lassen Sie besser gleich bleiben: Die Figur bewegt sich im unkontrollierten Zickzackkurs. Die Wegfindung kennt leider nur einen Weg: geradeaus. An allem, was dazwischen liegt, bleiben Sie gnadenlos hängen. Selbst kleine Felsen, Zäune und Häuserecken umgeht Ihre Figur nicht selbstständig. Das nervt schnell.
Die Klassen sind schlecht ausbalanciert. Berserker sind zu stark, Magier zu schwach. Heiler wie Priester oder Druiden gibt es nicht. Tränke sind die einzige Methode, Gesundheit und Mana aufzutanken, denn die normale Regeneration lässt Ihren Geduldsfaden reißen.
Die Spielwelt ist immerhin recht stimmungsvoll gestaltet, auch die Musik ist gelungen. Allerdings stören abgehackte Übergänge beim Zonenwechsel oder irritierende Hintergrundgeräusche. Nicht übersetzte Quest-Texte, gelegentliche Abstürze und unkontrollierte Kämpfe rauben Ihnen spätestens nach zehn Stunden den letzten Nerv.
