Apache Air Assault im Test: Action- und Simulations-Fans im Visier
Mit Apache: Air Assault will Activision sowohl Action- als auch Simulations-Fans ansprechen. Ob es gelingt, klärt unser Test.
Helikopter sind was Tolles. Man kann mit ihnen schnell von A nach B gelangen, sie im Gegensatz zu Flugzeugen fast überall landen und Airwolf ist auch viel cooler als Top Gun. Sofern Sie nicht gerade ein bemitleidenswerter Scientologe sind. Die Voraussetzungen für Apache: Air Assault sind also durchaus rosig. Wie es der Name schon vermuten lässt, steuern Sie im neuesten Spiel von Gaijin Entertainment (IL-2 Sturmovik: Birds of Prey) nämlich einen Kampfhubschrauber.
Quelle: Activision
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Sie kennen das sicher: Sie kaufen sich ein Spiel und die Story langweilt Sie schon nach kurzer Zeit. Kann bei Apache nicht passieren. Es gibt nämlich keine Story. Alle 16 Missionen der Kampagne sind in sich abgeschlossene Aufträge. Hin und wieder treten zwar Personen auf, die Ihnen schon in einer Mission davor über den Weg geflogen sind, relevant ist das für die Einsätze aber zu keinem Zeitpunkt. Gameplay-Puristen wird das freuen, wir hätten uns jedoch eine zusammenhängende Geschichte gewünscht. Vor jedem Auftrag entscheiden Sie sich für einen von zwei Schwierigkeitsgraden: Training und Realistisch. Im Trainings-Modus spielt sich Apache im Grunde wie das jüngst erschienene Hawx 2. Mit anderen Worten: Der Fokus liegt ganz klar auf schneller, unkomplizierter Arcade-Action. Wählen Sie hingegen die Einstellung "Realistisch", so steuert sich Ihr Heli gleich viel schwammiger, schwerfälliger und komplizierter. In diesem Moment kommen Simulations-Fans voll und ganz auf ihre Kosten. Dummerweise beschränkt sich der realistische Anspruch nur auf die Steuerung. Das Drumherum bleibt in beiden Schwierigkeitsgraden actionlastig. Ihre Munition geht beispielsweise nie zur Neige, sondern muss lediglich hin und wieder nachgeladen werden. Auf den Treibstoffvorrat müssen Sie genauso wenig achten wie auf irgendwelche Wetterbedingungen.
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Apache Air Assault im Test: Action- und Simulations-Fans im Visier (5)
Und auch die Vorgehensweise hat mit einer realen Helikopter-Mission nur wenig zu tun. Während ein richtiger Kampfhubschrauber- Einsatz meist von vorsichtigem Vorgehen und einer geringen Flughöhe geprägt ist, preschen Sie in Apache meist blind über die Gegner hinweg und decken alles mit Raketen und MG-Kugeln ein. Der Grund: Nur selten schaffen es KI-Verbündete, das Feuer auf sich zu ziehen. Meist sind Sie es selbst, der von zig Fahrzeugen und Fußsoldaten auf kilometerweite Entfernung zielsicher beharkt wird und daher ständig in Bewegung bleiben muss. In den wenigen Momenten, in denen Sie tatsächlich taktisch vorgehen können, ohne vom Himmel geschossen zu werden, gibt Ihnen Apache zwei wirklich nützliche Kamera-Tools zur Hand. Per Knopfdruck schweben Sie dann auf der Stelle und beharken Gegner mit Hilfe einer Schwarz-Weiß- oder einer Wärmebild- Kamera. Auch wenn sich dahinter spielerisch nicht mehr als simples Auf-blinkende-Punkte- Schießen verbirgt, sorgen diese zwei Sondermodi für ein wenig Abwechslung. Apropos Abwechslung: Dank eines mitgelieferten Editors zimmern Sie sich auf Wunsch einzelne Szenarien zusammen. Dinge wie KI-Level, Anzahl der Gegner, Wetter, Tageszeit und so weiter lassen sich frei bestimmen. Sie pappen sogar Aufkleber auf den Heli Ihrer Wahl. Erfolgreich absolvierte Kampagnen- Aufträge schalten neue Optionen für den Editor frei.
Koopüber in die Hölle!
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Alle 16 Offline-Missionen können Sie übrigens auch in einem Koop- Modus angehen. Ein Spieler übernimmt dann die Steuerung des Helis, der andere die Bordkanone. Der Haken an dieser ansonsten spaßigen Angelegenheit: Schalten Sie beispielsweise auf die Wärmebild- Kamera um, hat der Pilot Pause – realistisch, aber langweilig. Wer mit dem neumodischen Koop-Gedöns nichts anfangen kann, der stürzt sich mit bis zu drei Mitspielern noch in 13 spezielle Online-Einsätze. Weitere Modi gibt es nicht, dabei hätte sich gerade ein arcadiger Deathmatch- Modus angeboten. Technisch leistet sich Apache keine Aussetzer. Die Sprecher machen einen soliden Job, die Soundeffekte passen und grafisch ragen vor allem die Helikopter-Modelle und die Wasseranimationen heraus. Auch die Steuerung ist gelungen, egal ob Sie mit Maus und Tastatur, Gamepad oder gar Flightstick spielen. Vom Hocker reißt Apache allerdings auch niemanden. Ein großer Kritikpunkt ist das schlechte Balancing. Gerade die enorme Treffsicherheit der Gegner und der damit verbundene, stark schwankende Schwierigkeitsgrad sorgen für diverse Frustmomente.

Komisch finde ich die Aussage "Ein Spieler übernimmt dann die Steuerung des Helis, der andere die Bordkanone. Der Haken an dieser ansonsten spaßigen Angelegenheit: Schalten Sie beispielsweise auf die Wärmebild- Kamera um, hat der Pilot Pause – realistisch, aber langweilig."
Was ist denn daran realistisch, das der Pilot die Hände von den Kontrollen und die Füße von den Pedalen nimmt, sobald der Bordschütze auf Inrarot-Sicht schaltet? Das ist purer Unfug und völlig sinnfrei. Gerade ein zweisitziger Kampfheli schreit doch geradewegs nach einem kooperativen Gameplay. Den dann aber mutwillig derartig zu verhunzen grenzt echt schon an Schwachsinn :-(
Schade. Mit einem funktionierenden CoOp hätte ich es sicher mit einem Kumpel zusammen gekauft jedoch ist der CoOp nicht über das Internet spielbar (Multiplayer aber schon, merkwürdig) und es kann immer nur einer von beiden spielen, entweder der Pilot, oder der Gunner.
Grüße,
Flo
Die Erfahrung zeigt nämlich fast immer, das Spiele, die beide Seiten ansprechen sollen, meist weder Fisch noch Fleisch sind.
Ich bin immer der Meinung, entweder man macht eine richtige Simulation oder ein richtiges Actionspiel... beides unter einen Hut zu bringen, geht oft nicht gut und es kommt dann ein Wischi-Waschi Spiel raus.