Durchschnittliches Rollenspiel im Baldur's Gate-Stil.
Another War
Das obligatorische "Halt!" der Nazis fehlt auch in Another War nicht. Nur, dass es hier klingt wie ein Hund, der bellt.
möchte sich als Spiel in der Tradition von Baldur's Gate und Fallout verstanden wissen: Aus isometrischer Perspektive lenken Sie zuerst eine Figur (entweder Schläger, Dieb oder Denker), später ein mehrköpfiges Team durchs Europa zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dabei führen Sie scheinbar endlose Gespräche, lösen Kombinationspuzzles mit der Maus und kämpfen in Echtzeit. Hintergrund des Ganzen: Ihr Freund, ein jüdischer Kunsthändler, sitzt in einem Café und stirbt vor Angst. Denn er hat die Gestapo im Nacken. Aus dieser Wurzel wächst eine unglaubliche Geschichte mit Märchencharakter. Auffallend sind die enormen Textmengen, auf die Sie im Verlauf des Spiels stoßen. Zum Schlüsselloch einer Gefängnistür spuckt Another War seitenweise Text aus, was nicht schlimm wäre, wenn sich die Entwickler beim Übersetzen an die Regeln der deutschen Rechtschreibung und Zeichensetzung gehalten hätten. Auch beim Kämpfen kommt nicht viel Freude auf: Weil die Kollisionsabfrage anscheinend nicht das Geringste abfragt, verkeilen sich Freund und Feind häufig ineinander, anstatt sich einen Schlagabtausch zu liefern. Im Automatikmodus tanzen die Figuren dagegen lieber erst ein paar Sekunden um die eigene Achse, bevor sie sich ins Getümmel stürzen. Das Programm hat offensichtlich einen hurtigen Betatest durchlaufen.

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