Anno 1800: Reichen ein paar neue Hafengebäude, um mich zurückzulocken? - Kolumne

33
Kolumne Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
Anno 1800: Reichen ein paar neue Hafengebäude, um mich zurückzulocken? - Kolumne
Quelle: PC Games

Mit dem neuen Speicherstadt-DLC ist nun bereits die dritte Saison an Zusatzinhalten für Anno 1800 angebrochen. Lohnt es sich, bei der Stange zu bleiben oder erneut in das Aufbauspiel einzusteigen? Diese Frage stellte sich auch PC-Games-Redakteur Matthias Dammes in dieser Kolumne.

Der Release von Anno 1800 ist inzwischen fast zwei Jahre her und nach den ursprünglichen Plänen wollten die Entwickler von Ubisoft Mainz sich jetzt bereits anderen Projekten widmen. Zumindest war es während der Arbeiten an Season 2 angedacht, dass Land der Löwen der letzte DLC für das Aufbauspiel wird. Eventuell sollt es noch ein Paket mit kosmetischen Items danach geben, aber dann sollten die Arbeiten an Anno 1800 aber auch final eingestellt werden. Allerdings kommt im Leben häufig alles anders, als man denkt. Auch im Verlauf der zweiten Saison blieb das Aufbauspiel sehr erfolgreich. Dazu benötige ich keine Zahlen von Ubisoft, sondern brauche nur in unsere Artikelstatistiken zu schauen. Alles, was mit Anno 1800 zu tun hat, trifft bis heute auf großes Interesse bei den Lesern.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass die Entwickler Ende letzten Jahres doch noch eine dritte Season mit drei neuen DLC-Paketen angekündigt haben. Mir stellte sich jedoch die Frage, womit der Spieler auch im dritten Jahr noch bei der Stange gehalten werden sollte. Mit der Ankündigung wurde bereits deutlich gemacht, dass man sich diesmal auf die Alte Welt konzentrieren werde und keine neuen Gebiete einführen will. Als die drei DLCs vor einigen Wochen im Detail vorgestellt wurden, blieb eine gewisse Skepsis, auch wenn sich Konzepte wie der Tourismus und der Bau von Wolkenkratzern sehr spannend anhören. Aber gerade der Speicherstadt-DLC, der nun in dieser Woche erschienen ist, wirkte ein wenig dürftig. Nachdem ich den DLC nun gespielt habe, wurde dieser Eindruck auch nicht wirklich entkräftet. Anno 1800: Speicherstadt-Kolumne. (3) Quelle: PC Games Anno 1800: Speicherstadt-Kolumne. (3)

Was kann die Speicherstadt?

Nun muss man natürlich anmerken, dass mit Land der Löwen vor gerade einmal fünf Monaten die bislang größte Erweiterung für Anno 1800 (jetzt kaufen / 53,99 € ) erschienen ist. Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass es auf diesem Niveau stetig weitergeht. Aber wenn ein neuer DLC erscheint, muss er der Frage standhalten, ob er mir genügend Inhalte bietet, die mich wieder zum Spiel zurückkehren lassen. Was also genau bietet Speicherstadt nun Anno 1800: Speicherstadt-Kolumne. (4) Quelle: PC Games Anno 1800: Speicherstadt-Kolumne. (4) eigentlich? Im Grunde dreht sich in dem DLC alles um eine Reihe von neuen Gebäuden, die für eine neue Art der Hafengestaltung genutzt werden können. Dabei haben sich die Entwickler von der Hamburger Speicherstadt inspirieren lassen, dem zum UNESCO-Welterbe gehörenden größten historischen Lagerkomplex der Welt.

Ähnlich wie beim Zoo und Museum wird ein Hauptgebäude errichtet, von dem aus dann alle weiteren Einrichtungen des Hafens gebaut werden. In enger Bauweise lassen sich so Reparaturkräne, Hafenmeistereien, Verladestationen und Depots errichten. Zusammen mit gut zwei Dutzend dazu passenden Ornament-Verzierungen lässt sich auf diese Weise ein wirklich ansehnliches Hafenviertel in der eigenen Stadt errichten. Neben den üblichen Hafenfunktionen bringt die Speicherstadt auch noch eine neue Handelsmechanik mit sich - den Import/Export. Nun konnte man zwar bisher schon Waren gegen Gold ver- oder einkaufen, mit dem neuen System lassen sich Güter nun aber direkt tauschen. Sagen wir ich produziere zu viel Holz, dann gebe ich das zum Export frei und lasse mir dafür Seife für meine Handwerker bringen. Dabei liegt immer ein Umrechnungsschlüssel auf Basis der Schwierigkeit der Herstellung einer bestimmten Ware zugrunde. Je dauerhafter ich einen gewissen Handel betreibe, umso vorteilhafter kann sich der Tauschkurs entwickeln.

Lohnt sich das für mich?

Hat sich das Spiel für mich damit dauerhaft verändert? Wohl kaum. Mit der Gestaltung einer schicken Speicherstadt, verbringe ich vielleicht ein, zwei Nachmittage. Gut, unverbesserliche Schönbauer können da vermutlich auch unzählige Spielstunden drin versenken, den perfekten Hafen zu entwerfen. Aber mir geht es meist eher um Funktionalität. Das Import-Export-System ist für mich auch nicht mehr als eine Ergänzung. Benötigte Waren stelle ich in der Regel selbst her und Überschüsse werden für Gold verkauft, damit der Staatshaushalt nicht einbricht. Der Direkttausch bietet sich da lediglich für kurzfristige Engpassausgleichungen oder dergleichen an. Zumal der dafür zuständige Händler viel zu selten an der Speicherstadt anlegt.

Hätte mich der Speicherstadt-DLC wieder dazu verleitet, Anno 1800 zu spielen, wenn ich mich nicht beruflich damit beschäftigt hätte? Vermutlich nicht. Dazu braucht es schon ein wenig mehr. Ich kann aber auch nachvollziehen, dass viele Fans, die dauerhaft oder zumindest regelmäßig im Spiel unterwegs sind, die kleine Auffrischung begrüßen. Ich will ja auch gar nicht abschreiben, dass gute Ideen in dem DLC stecken. Die sieben Euro wären es mir jetzt aber vermutlich nicht wert gewesen. Den 20 Euro Season-Pass sowieso nicht, ohne zu wissen, wie genau die anderen beiden DLC-Pakete inhaltlich ausgestaltet sind. Aber vielleicht kann mich der Rest der Saison ja noch positiv überraschen. Bevor Ubisoft danach dann aber über eine mögliche Season 4 nachdenkt, sollten sie sich vielleicht mal überlegen, ob es nicht an der Zeit für ein neues Spiel wäre.

Bildergalerie

33
    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Wubaron Hobby-Spieler/in
        Zitat von huenni87
        Auf Reddit beschweren sich aktuell sehr viele das Game würde dadurch viel zu leicht werden. Die paar wenigen die sich über genau das freuen was du schreibst werden dabei gefühlt nicht gehört.

        Ich finds auch klasse. Zum einen kann man endlich auch ohne Mods schöne Häfen bauen und man muss in der neuen Welt den wenigen Platz nicht bis in die hinter letzte Ecke ausreizen ab einer gewissen Einwohnermenge. Alleine das ich Golderz importieren kann um so etwas die "Neue Welt" zu entlasten ist klasse.

        Und wem die Import/Export Funktionen zu mächtig sind, muss sie ja nicht verwenden. Man kann die neuen Gebäude auch wunderbar nutzen ohne auch nur eine Tonne Ware zu importieren.
        Sehe ich ähnlich. Darüber hinaus hat Anno 1800 viele Dinge die das Spiel gegenüber den alten Spielen vereinfachen. Da ist das nicht das erste Element. Ich sag nur Blaupausen, Pendlerkai, verschieben (oder ging das früher auch)
        Wie die anderen Dinge ist auch das wieder nur ein Hilfsmittel um sich besser auf andere Bereiche konzentrieren zu können. Oder andere Dinge zu auszuprobieren.
      • Von Wubaron Hobby-Spieler/in
        Zitat von huenni87
        Auf Reddit beschweren sich aktuell sehr viele das Game würde dadurch viel zu leicht werden. Die paar wenigen die sich über genau das freuen was du schreibst werden dabei gefühlt nicht gehört.

        Ich finds auch klasse. Zum einen kann man endlich auch ohne Mods schöne Häfen bauen und man muss in der neuen Welt den wenigen Platz nicht bis in die hinter letzte Ecke ausreizen ab einer gewissen Einwohnermenge. Alleine das ich Golderz importieren kann um so etwas die "Neue Welt" zu entlasten ist klasse.

        Und wem die Import/Export Funktionen zu mächtig sind, muss sie ja nicht verwenden. Man kann die neuen Gebäude auch wunderbar nutzen ohne auch nur eine Tonne Ware zu importieren.
        Sehe ich ähnlich. Darüber hinaus hat Anno 1800 viele Dinge die das Spiel gegenüber den alten Spielen vereinfachen. Da ist das nicht das erste Element. Ich sag nur Blaupausen, Pendlerkai, verschieben (oder ging das früher auch)
        Wie die anderen Dinge ist auch das wieder nur ein Hilfsmittel um sich besser auf andere Bereiche konzentrieren zu können. Oder andere Dinge zu auszuprobieren.
      • Von xdave78 Mitglied
        Also ich hab es mir zum Release geholt (Anno 1800) hatte dann aber einen Bandscheibenvorfall und konnte länger nicht an den PC - schon gar nicht zig Stunden am Stück. Jetzt hab ich mich wieder aufgerafft und muss schon sagen, dass ich nicht so happy bin - insbesondere hinsichtlich der Performance. 3.440x1.440 mit 3600X und 2080S in "Sehr hoch" mit FPS zwischen 25 und 180 FPS. Ich glaube ich laufe in ein CPU Limit denn meine GPU scheint nicht sonderlich zu keuchen. Dennoch...find ich ziemlich krass.
        Weiß nicht...bin jetzt bei knapp 5.000 Einwohnern und habe eigentlich durch die drops keine richtige Lust mehr.
      • Von huenni87 Hobby-Spieler/in
        Zitat von Zanjiin-147
        "Hat sich das Spiel für mich damit dauerhaft verändert? Wohl kaum. "
        Örm..mit der Speicherstadt ändert sich das Spiel komplett. Man kann komplette Versorgungslinien ersetzen, den kompletten Süde als "Produktionsgebiet" ersetzten und auch da unten mal schön bauen...oder auch mit Siedlern vollquetschen.

        Die Speicherstadt bietet neben dem optischen Aspekt die Möglichkeit einer kompletten Wirtschaftsumstrukturierung. Gepaart mit dem Forschungsinstitut bieten sich Möglichkeiten, die man vorher in Anno noch nie hatte. Und das ganze für 15€ (rabattiert mit 100 UBISOFT Punkten, die man alleine durch die Standarderfolge in Anno1800 blind zusammenbekommt)

        Hier von einer "kleinen Auffrischung" zu sprechen ist genau so, als ob man Touissant in Witcher 3 als "nettes kleines neues Dorf" bezeichnen würde.
        Auf Reddit beschweren sich aktuell sehr viele das Game würde dadurch viel zu leicht werden. Die paar wenigen die sich über genau das freuen was du schreibst werden dabei gefühlt nicht gehört.

        Ich finds auch klasse. Zum einen kann man endlich auch ohne Mods schöne Häfen bauen und man muss in der neuen Welt den wenigen Platz nicht bis in die hinter letzte Ecke ausreizen ab einer gewissen Einwohnermenge. Alleine das ich Golderz importieren kann um so etwas die "Neue Welt" zu entlasten ist klasse.

        Und wem die Import/Export Funktionen zu mächtig sind, muss sie ja nicht verwenden. Man kann die neuen Gebäude auch wunderbar nutzen ohne auch nur eine Tonne Ware zu importieren.
      • Von Zanjiin-147 Anfänger/in
        "Hat sich das Spiel für mich damit dauerhaft verändert? Wohl kaum. "
        Örm..mit der Speicherstadt ändert sich das Spiel komplett. Man kann komplette Versorgungslinien ersetzen, den kompletten Süde als "Produktionsgebiet" ersetzten und auch da unten mal schön bauen...oder auch mit Siedlern vollquetschen.

        Die Speicherstadt bietet neben dem optischen Aspekt die Möglichkeit einer kompletten Wirtschaftsumstrukturierung. Gepaart mit dem Forschungsinstitut bieten sich Möglichkeiten, die man vorher in Anno noch nie hatte. Und das ganze für 15€ (rabattiert mit 100 UBISOFT Punkten, die man alleine durch die Standarderfolge in Anno1800 blind zusammenbekommt)

        Hier von einer "kleinen Auffrischung" zu sprechen ist genau so, als ob man Touissant in Witcher 3 als "nettes kleines neues Dorf" bezeichnen würde.
      • Von Batze Mitglied
        Ja so sehe ich das auch. Also mein Handy brauche ich für was anderes aber nicht zum zocken.
        Aber es gibt da auf Mobile echt ein paar richtige Perlen.
        Und Bluestack geht momentan wirklich sauber.
        Aber, nicht jedes Game ist mit PAD auch wirklich vorteilhaft spielbar. man darf nie vergessen das sie auf Mobile Gecodet worden sind. Muss man eben selbst austesten was einem liegt. Aber es geht meistens/vieles, aber nicht alles.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk