Add-on-Geplänkel - das Anno-Interview
PC Games: Wann kommt denn der Multiplayer-Modus? Immerhin ist schon ein halbes Jahr ins Land gegangen...
Reußwig: "Ich möchte erst einen Termin nennen, wenn wir uns da absolut sicher sind. Wir waren in der Vergangenheit zu optimistisch oder zu früh einen Termin rausgegeben und das hat dann natürlich viele Probleme bereitet, weil dann natürlich die Kunden enttäuscht waren. Man muss ja auch sehen, dass Max Design durchgearbeitet hat - die haben nicht einfach das Spiel abgegeben und sind dann vier bis sechs Wochen in Urlaub gefahren. Es gibt bei uns ganz klar das Bewusstsein: Multiplayer, das haben wir noch abzuliefern. Wir haben technisch schon sehr viel gemacht, testen das auch schon seit geraumer Zeit in unserer QA und ich bin auch da sehr optimistisch, dass wir das relativ kurzfristig fertig stellen können."
PC Games: Genauer, bitte. Von welcher Zeitspanne reden wir da? Tage, Wochen, Monate?
Reußwig: "Vor Ostern ist das allein vor dem Hintergrund des technischen Aufwands unrealistisch, aber wie lange es noch dauert, ist zeitlich einfach nicht kalkulierbar. Wenn es beim Testen irgendwann asynchron läuft, dann kann es sein, dass es nur eine Figur ist, die falsch übertragen wird, aber es kann auch etwas sein, was sehr tief in der Netzwerktechnik verborgen ist. Wie lange es dauert, das zu beheben, kann man nicht beziffern."
PC Games: Wenn du vor einem halben Jahr schon gewusst hättest, was bei Anno 1503 auf euch zukommt: Was hättest du anders gemacht?
Reußwig: "Wir hatten zwei zentrale Punkte - das eine war der Schwierigkeitsgrad, dass also viele Kunden das Spiel noch einfacher wollten, was wir jetzt auch gemacht haben. Das hätten wir dann natürlich gleich von vornherein reingepackt. Der zweite Punkt waren Inkompatibiliäten oder Treiberprobleme - da hätten wir versucht, das gleich von vornherein auszuschalten. Wir hatten sehr viele Kunden, die erstmal gesagt haben: 'Mist, das Ding läuft nicht bei mir, das Ding ist buggy'. Bei näherem Nachforschen haben wir dann festgestellt: Die haben zum Teil drei Jahre alte Grafikkartentreiber und zwei Jahre alte Soundkartentreiber. Da haben wir dann gesagt: Die müsst Ihr schon updaten, sonst funktioniert das nicht. Aber all das muss man natürlich auch beziehen auf die große Stückzahl. Echte Probleme hatten unter 1 % der Kunden - das ist kein schlechter Wert. Wir haben in zwei Tagen 100.000 Stück verkauft und dann kommt's natürlich auch geballt."
PC Games: Sind für Anno 1503 weitere Szenarios geplant?
Reußwig: "Wir haben ja schon Sachen gemacht und in dem Stil soll's auch weitergehen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir jeden Monat was online haben, aber unser Ziel ist es, den Kunden regelmäßig Plug-Ins oder Szenarios zur Verfügung stellen. Ein, zwei Dinge haben wir ohnehin in der Planung: Wir haben zwar jetzt erst mal was für die Einsteiger und für die "Siedler" gebracht, jetzt bringen wir was für alle, die was Knackiges wollen."
PC Games: Spielst du privat noch Anno 1503 oder hast du nach vier Jahren Entwicklungszeit genug?
Reußwig: "Nein, ich spiel's tatsächlich noch ab und zu privat. Ich habe zwar im Januar eine Pause eingelegt, aber da hab ich gar nichts gespielt, also eher eine Pause vom Spielen an sich. Aber natürlich spiel ich Anno auch, wenn wir ein neues Szenario rausbringen, etwa das Metropol-Szenario. Das spiel ich total gerne, weil ich mich zu diesen Ich-bau-eine-große-Stadt-und-freu-mich-drüber-Spielern zähle. Es gibt also noch keinen Burnout."
