Einheits-Brei

Die drei Völker unterscheiden sich bei weitem nicht so stark wie etwa von Warcraft 3 oder Empires: Die Neuzeit gewohnt. Alle bilden ihre Armeen aus acht bis zehn Truppentypen, je etwa zur Hälfte Nah- und Fernkämpfer, wobei die Hunnen vor allem auf Kavallerie setzen, dafür aber keine Belagerungswaffen auffahren können. Trotzdem hat jeder Stamm kleine Eigenheiten. Zum einen erlernen die Anführer jeweils vier besondere Taktiken. So können hunnische Häuptlinge ihre Männer zur Berserkerwut anstacheln und keltische Fürsten verleihen ihren Geschützen größere Reichweite. Zum anderen haben die magiebegabten Schamanen der drei Fraktionen je vier Zaubersprüche in petto. Die Geistlichen des Reitervolks beschwören etwa eine Horde Geisterreiter herauf oder lösen Erdbeben aus, die Gebäude zum Einsturz bringen, germanische Priesterinnen schicken Wölfe als Kundschafter aus. Die Römer müssen auf Magie verzichten, führen aber die schlagkräftigsten Truppen ins Feld. Selbst die Bogenschützen können sich im Nahkampf gegen doppelt so starke Verbände behaupten. Die Elitekrieger der Prätorianer-Garde hält fast nichts auf. Allerdings dürfen Sie die Legionen ausschließlich in den historischen Schlachten kommandieren.

Lupe nicht enthalten

So zweischneidig wie die germanischen Kriegsäxte präsentiert sich die Grafik. Auf der einen Seite sind zum Beispiel die zweidimensionalen Einheiten und Gebäude stilvoll und hübsch gezeichnet, auf der anderen Seite so klein, dass man die Feinheiten kaum erkennen kann. Zoomen oder Drehen der Ansicht ist nicht er- laubt. Die 3D-Landschaft versprüht Modellbau-Charme und glänzt mit technischen Finessen wie Wetter- und Lichteffekten, dynamischem Tageszeitenwechsel und fast fotorealistischen Gewässern, lässt aber die platten Spielobjekte stellenweise wie Fremdkörper wirken. Dass das Gesamturteil trotzdem "gut" lautet, liegt vor allem an den vielen liebevollen Details. So dekorieren die Hunnen ihre Basis mit schaurig-schönen Totenschädeln, die Kelten zieren ihre Ländereien mit Hinkelsteinen und die Germanen können ohne Runen nicht leben. Zusammen mit der orchestralen Schlacht-Musik, den bissigen Einheitenkommentaren und der Story von Bruderkriegen und Verrat verleiht das Against Rome eine herrlich düstere Stimmung, die wunderbar zum barbarischen Setting passt.

Wertung zu Against Rome (PC)

Wertung:

8.0 /10

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