Act of War
Moderne Kriegsführung
Im Spielverlauf bekommen Sie es mit knapp 100 realen und futuristischen Kampfeinheiten zu tun. Marines, Scharfschützen oder Raketenwerfer-Soldaten sind eine gute Waffe gegen Infanteristen und leicht gepanzerte Fahrzeuge. Mit den futuristischen Shield-Kampfrobotern hingegen schalten Sie sogar M2A3-Bradley-Panzer oder Paladin-155mm-Haubitzen aus. Gewiefte Taktiker verschanzen ihre Soldaten in Wäldern oder auf Häuserdächern und erhöhen damit deren Angriffskraft. Als gefährlich erweist sich beim Befehligen der Einheiten die ansonsten ordentliche Steuerung: Im Gegensatz zu anderen Spielen wählen Sie mit einem rechten Mausklick auf ein freies Feld nicht die jeweilige Einheit ab, sondern schicken diese dorthin. Zum Glück lässt sich dieser Unsinn im Optionsmenü abstellen. Zurück zum Thema: Besonders wirkungsvoll sind auch die AH-64D-Apache-Longbow-Kampfhubschrauber sowie die UGCV-Panzer. Den Letztgenannten schrauben Sie je nach Bedarf Spionagedrohnen, Kanonen oder Raketenwerfer auf den Geschützturm. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, errichtet einen Luftwaffen-Kontrollturm und ordert Luftschläge von MIG-21-Bombern oder F18-Kampfflugzeugen bequem per Mausklick. Nach jedem Scharmützel gewinnen Ihre Einheiten Erfahrungspunkte und gewinnen an Stärke. Wie alles im Leben hat auch fortschrittlichere Kriegsmaschinerie ihren Preis. Bei Act of War gibt es drei Möglichkeiten, an genug Kohle für eine schlagkräftige Armee zu kommen: Sie bauen mit Raffinerien und Tanklastern Öl ab, besetzen eine Bank oder machen Kriegsgefangene.
Famose Optik
Egal ob Sie einen terroristischen Unterschlupf in der ägyptischen Wüste auseinander nehmen oder die Sprengung des Kapitols in Washington D.C. verhindern: Über die famose 3D-Optik von Act of War kann man nur staunen. Eine derart riesige, lebendige, effektvolle, realistische und komplett zerstörbare Spielwelt bot bisher kein vergleichbarer Titel. Die 3D-Engine ist frei drehbar und lässt sich stufenlos zoomen. So ist es genauso möglich, mit seinen Kämpfern in der Verfolgerperspektive durch die Straßenschluchten zu streifen, wie in eine übersichtlichere Iso-Perspektive zu wechseln. Die Animationen der Einheiten sind flüssig und extrem detailliert. Variantenreiche Explosionen in Filmqualität und über die Karte ziehende Rauchschwaden sind an der Tagesordnung. Da die riesige 3D-Welt verdammt hardwarehungrig ist, kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt aus dem Geschehen rauszoomen. Und das ist gerade in den Städtemissionen ein Problem, weil man seine Einheiten hinter den riesigen Hochäusern nur schwer erkennt und ständiges Drehen der Karte die Übersicht noch mehr erschwert. Im Eifer des Gefechts den Überblick zu behalten, ist dann praktisch unmöglich. Und auch auf der stets eingeblendeten Minimap lassen sich die als weiße Pünktchen dargestellten, eigenen Krieger kaum identifizieren.
Kein Ausweg?
Für zusätzlichen Ärger sorgt die immer noch dürftige Wegfindung: Soldaten machen häufig riesige Umwege, Baukräne kommen nicht mehr voran und Panzer bleiben stecken, weil eine Baubegrenzung wie bei Command & Conquer: Generäle verhindert, dass beispielsweise ein Kraftwerk direkt vor die Ausfahrt der Rüstungsfabrik gepflanzt werden kann. So bleibt der Abriss bereits bestehender Gebäude oft der einzige Ausweg, um seine Einheiten wieder zu "befreien". Nervig! Wenig zu meckern gibt es hingegen über die künstliche Intelligenz. Sowohl Ihre Mitstreiter als auch die Gegner gehen taktisch äußerst klug vor und stellen im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade selbst altgediente Echtzeit-Strategie-Experten vor schwere Aufgaben. Das Missionsdesign ist herrlich abwechslungsreich und dank der fesselnden Story immer für eine Überraschung gut. Schade, dass man lediglich mit einer Partei spielen kann - somit endet die Kampagne nach 15 kurzweiligen Stunden. Wer mag, versucht sich anschließend im herausfordernden Skirmish-Modus oder liefert sich in den Mehrspieler-Modi via Netzwerk oder Internet mit bis zu acht Kontrahenten spannende, aber auch etwas ruckelige Online-Gefechte. Hier dürfen Sie immerhin das, was Ihnen im Solospiel verwehrt bleibt: aufseiten der bösen Terroristen mit Piranha-Geschützen oder Tunguska-Raketenwerfern in die Schlacht ziehen.
