31.10.2002 16:41 Uhr
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Ein Rollenspiel für jedermann sollte es werden. Mit moderaten Hardwareanforderungen, jeder Menge Features und einem Hack&Slay-Spielprinzip, in dem sich jeder Spielertyp wieder finden kann. Einige Wochen nach Verkaufsstart aber polarisiert Divine Divinity die Rollenspiel-Fans wie kaum ein anderes Action-Rollenspiel. Was die einen als altbacken bezeichnen, freut die anderen, die auf ihrem betagten PC gerade deswegen vernünftig spielen können. Manche Spieler sind begeistert von der Vielfalt der Möglichkeiten, andere fühlen sich davon überfordert. Vier Fragen an den Hersteller PC Games: Ist ein Add-on oder eine Fortsetzung zu Divne Divinity geplant? Swen Vincke (Chef-Entwickler der Larian Studios): "Darüber denken wir gerade nach. Die Reaktionen auf Divine Divinity waren sehr zwiegespalten. Während die einen es nicht so toll finden, sagen andere, es wäre das beste Rollenspiel, das sie jemals gespielt hätten. Je mehr es von Letzteren gibt, desto wahrscheinlicher wird eine Fortsetzung." PC Games: Warum haben Sie auf diese eher veraltete Grafikengine gesetzt? Vincke: "Ich finde die Grafik sieht ziemlich gut aus und wenn ihr das Internet oder die internationale Presse gründlich verfolgt, seht ihr, dass eure Meinung nicht von allen geteilt wird, im Gegenteil." PC Games: WWarum hat niemand die Talente auf Gebrauchswert geprüft? Es macht wenig Sinn, für die Gegner "den Toten zu spielen". Vincke: "Wieso sollte es keinen Sinn machen? Die Fähigkeit, den Tod vorzutäuschen, hat ja auch den Effekt, dass die Gegner von der Spielfigur ablassen und weggehen. Wenn man umzingelt ist und nicht mehr klarkommt, dann bekommt man neuen Handlungsspielraum. Daraus ergeben sich noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Das ist ja genau eine der Stärken von Divine Divinity. Wir haben viele Dinge für viele Leute in das Spiel gepackt. Das bedeutet automatisch, dass es Sachen gibt, die euch persönlich nicht gefallen, was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass dies allen Spielern so geht." PC Games: Wieso fehlt heutzutage ein Mehrspielermodus in einem Rollenspiel? Vincke: "Das ist eine Frage der Komplexität und der finanziellen Mittel. Divine Divinity ist sehr komplex und wir sind nur ein kleines Team. Es war ohnehin schon sehr schwierig, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln auszukommen, ein Multiplayer-Modus war da nicht mehr unterzukriegen. Wenn ich nicht falsch liege, hat doch auch eine Morrowind keinen Mehrspieler-Modus...?" Was den PC-Games-Lesern gut gefallen hat 1. Bequeme Steuerung 2. Auch für Einsteiger 3. Sound und Musik 4. lange Spieldauer 5. angenehmer Schwierigkeitsgrad Was den PC-Games-Lesern nicht gefallen hat 1. Die veraltete Grafik 2. Langweilige Story und Kämpfe 3. Fehlender Mehrspielermodus 4. zu wenig Innovationen 5. Bugs So bewerten die PC-Games-Leser(in Schulnoten): Steuerung: 2,04 Einsteigerfreundlichkeit: 2,17 Musik: 2,25 Soundeffekte: 2,25 Langzeitmotivation: 2,35 Ausgewogenheit des Schwierigkeitsgrades 2,35 Kommentare/Sprachausgabe: 2,42 Animationen: 2,83 Grafik (Spielwelt, Effekte): 3,13 Innovationen: 3,13 Auf die Frage, ob sie Divine Divinity weiterempfehlen würden, antworteten 79 Prozent der Leser mit "Ja" und 21 Prozent mit "Nein". Die Meinung der PC-Games-Leser: Marco Schrepfer (22), Untersteinach: "Es gibt Rollenspiele, die besser aussehen. Das ist aber nicht so wichtig, wenn es möglich ist, in eine Fantasywelt einzutauchen. Wichtig ist es, dem Spieler einen Rahmen zu bieten, der das auch ermöglicht. Jedoch fordern Charakterentwicklung, Questverwaltung und andere verwirrende Sachen den Spieler so sehr, dass die Fantasie gar nicht so richtig arbeiten kann." Alexander Koch (24), Göttingen: "Ich bin ziemlich enttäuscht über die Wertungen, die dieses Spiel bekommen hat, denn mir gefällt es sehr gut. Das Scrolling ist schön flüssig, die Kämpfe sehr ausgewogen, und die Fähigkeitenauswahl wirklich grandios. Die Atmosphäre ist auch super gelungen, sehr schöne Sprachausgabe und Soundeffekte runden die musikalische Untermalung ab." Michale Eschey (17), Wehringen: "Wem Diablo 2 nicht genug ist, kann derzeit nur auf Divine Divinity zurückgreifen, sollte davon aber ablassen. Die Grafik ist gegenüber Diablo 2 veraltet, die Animationen wirken abgehackt und die Welten sind lieblos zusammengebastelt. Würde das Spiel nicht auf dem Hack&Slay-System basieren würde es gar keinen Spaß machen ..." Rafael Kuschnereit (32), Rödinghausen: "Wer Diablo 2 mochte, wird auch hier seinen Spaß haben, aber man muss Abstriche in der Grafik und der Bedienerfreundlichkeit machen. Die Verbindung zwischen der Diablo- und der Baldur's-Gate-Serie ist nicht ganz gelungen. Aber trotz allem macht es Spaß, Divine Divinity zwischendurch zu spielen."
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(PC Games Redaktion)
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