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  • Action und Rollenspiel vereint.

    Relevante Informationen wie die Mini-Map oder das Charakterfenster sowie Ausrüstung und Inventar lassen sich bequem ein- und ausblenden. Relevante Informationen wie die Mini-Map oder das Charakterfenster sowie Ausrüstung und Inventar lassen sich bequem ein- und ausblenden. Wenn Ihre Spielfigur zum zigsten Male in einer fremden Umgebung aufwacht, nach kurzen Unterhaltungen erste Aufträge erfüllt und schon bald als vom Schicksal bestimmter Retter der Welt allerlei Abenteuer erlebt, muss man als Rollenspieler zwangsweise die Frage nach originelleren Geschichten stellen. In Divine Divinity bekommen Sie leider keine, aber immerhin hält sich das Spiel an gängige Fantasy-Klischees, so dass sich Freunde mittelalterlicher Settings pudelwohl fühlen werden. Orks sind nun mal böse, Zwerge sind goldgierige Alkoholiker und jede Stadt hat eine Kanalisation voller Monster. Man ahnt zwar fast schon instinktiv, was man in den nächsten rund 50 bis 80 Spielstunden zu erwarten hat - dennoch hält das Abenteuer viele kleine Überraschungen bereit.
    Zunächst entscheiden Sie sich für einen der vorgefertigten Charaktere Kämpfer, Zauberer oder Überlebenskünstler. Es gibt jeweils eine männliche und weibliche Variante, die unterschiedliche Startfähigkeiten mitbringt. Wie sich im Laufe des Spiels heraus stellte, ist die anfängliche Wahl allerdings nicht viel mehr als eine grobe Orientierung. Bei der weiteren Entwicklung Ihres Alter Ego haben Sie praktisch grenzenlose Freiheit. Bei jedem Stufenanstieg dürfen Sie wie in Diablo 2 fünf Fähigkeitspunkte auf die Attribute Stärke, Intelligenz, Gewandtheit und Konstitution verteilen. Diese bestimmen wiederum andere Werte, etwa Mana, Gesundheit, Schaden und Ausdauer. Wer sich also seine Gegner mit magischen Attacken vom Hals schaffen will, sollte den Weg der Intelligenzbestie beschreiten, Draufhau-Naturen brauchen in erster Linie Stärke und eine gesunde Konstitution, während die hinterhältigen Überlebenskünstler traditionell enormen Schaden mit gewandten Bogenangriffen zufügen.
    Viel interessanter sind aber die Fähigkeitspunkte, von denen Sie beim Erreichen einer neuen Stufe einen, bei jeder fünften Stufe zwei erhalten. Obwohl es für Kämpfer, Zauberer und Überlebenskünstler je eine Palette mit 32 typischen Fertigkeiten gibt, haben Sie die freie Wahl. Es spricht also nichts dagegen, dass sich Magier auf eine Waffe spezialisieren oder das Knacken von Schlössern erlernen. Oder dass sich der Überlebenskünstler der Beschwörung magischer Kreaturen bedient, um Widersacher auszuschalten. Oder dass wackere Streiter sich nach dem Kampfgetümmel mit Heilsprüchen für den nächsten Einsatz bereit machen. Allerdings besteht bei diesem freien System auch die Gefahr, dass Sie Ihre Spielfigur so "verskillen", dass sie - wie manch Dauerstudent - alles ein bisschen aber nichts richtig gut kann. Spätestens an wirklich knackigen Fieslingen beißen Sie sich die dann die Zähne aus und sich selbst am liebsten in den Allerwertesten. Orientieren Sie sich am besten an typischen Rollenspiel-Charakterklassen. Brauchbare Helden sind beispielsweise ein Paladin, der sehr gut kämpfen kann und Heil- sowie Verbesserungsmagie wirkt. Oder ein Dieb, der Fallen findet, anderen Leute das Geld aus der Tasche zieht, sich versteckt und aus dem Hinterhalt angreift. Oder die verschiedenen Arten von Zauberern, die sich auf die Beschwörung und Beherrschung von Kreaturen oder mächtigen Elementarsprüchen spezialisiert haben. Da einige Fähigkeiten ein Muss für alle Klassen sind, haben wir die wichtigsten im Kasten "Was ein Held zum Überleben braucht" für Sie zusammengefasst.
    Divine Divinity spielt sich wie eine Mischung aus Diablo 2 und Baldur's Gate 2: Schatten von Amn. Mal metzeln Sie sich minutenlang durch Monsterhorden, dann suchen Sie wieder eine Stadt Haus für Haus ab, reden mit Nebenfiguren und erhalten neue Aufträge. Es muss irgendwo ein ungeschriebenes Gesetz geben, dass man Rollenspieler immer wieder mit "Bringe Gegenstand A zu Person B in C"-Langweilern quält. Obwohl derartige Ausrutscher regelmäßig das Tagebuch füllen, gibt es durchaus auch interessante Geschichten hinter den Aufträgen und angenehme Komplexität. Etwa beim Aufklären eines Mordfalles, dem Wiederbeschaffen von verlorenen Schätzen oder der Eliminierung eines bösen Monsters. Mitunter sind derartige Aufgaben auch miteinander verwoben oder lassen sich auf mehr als eine Art und Weise erfüllen. Das macht es natürlich interessanter, zumal sich die Handlungen oft auf den weiteren Spielverlauf auswirken, ohne dass man Entscheidendes falsch machen kann. Die Fülle an Quests und die nicht gerade übersichtliche Aufbereitung im Tagebuch sorgen leider dafür, dass man sich leicht verheddert und der Hauptplot zwischen zahlreichen anderen kleinen Abenteuern untergeht. Und selbst, wenn Sie es sich noch so fest vornehmen: Es ist fast unmöglich, einen Auftrag nach dem anderen abzuarbeiten, da Sie dabei fast zwangsläufig über neue stolpern.
    Was bei der ganzen Sache fehlt, sind Höhepunkte oder besondere Belohnungen. Da bekommt man emotionslos Gegenstände, Gold oder Erfahrungspunkte, egal ob man nun der Geliebten des Herzogs ihren Teddybär bringt oder vom General für die Vergiftung der Wasservorräte der ewig bösen Orks gelobt wird. Die durchschnittliche Hintergrundgeschichte schafft es einfach nicht, den Spieler mit einzubeziehen und zu fesseln. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, man ist fehl am Platz. Sie verkörpern eine Person, die vom Schicksal dazu bestimmt ist, die Welt zu retten. Das ist im Genre üblich, gestaltet sich aber in den meisten Fällen nicht so zäh. Die Eintönigkeit in den Kämpfen führt schnell zu Langeweile, denn trotz der zahlreichen Möglichkeiten beschränkt man sich doch und verständlicherweise auf den effektivsten Weg, die Gegner fertig zu machen. Natürlich probiert man mal diesen netten Zauber und testet jene Fähigkeit - halt um es mal gesehen zu haben, mehr nicht. Abwechslung in Form von taktischem Wechseln der aktiven Fähigkeiten, Zaubern oder Spezialangriffen gibt es kaum und ist auch nicht nötig. Wenn überhaupt, dann schlürfen Sie einen Heil-, Mana- oder Ausdauertrank.
    Dabei hätte die riesige und interessante Spielwelt durchaus die Möglichkeiten für mehr Abwechslung geboten. Zahlreiche Siedlungen mit malerischen Häusern, riesige Wälder, dunkle Höhlen und eine mittelalterliche Stadt voller Spelunken, Gilden und bürgerlichen Heimen bestimmen das Bild. Überall wartenzahlreiche Gegenstände, die man verwenden, verkaufen oder mit denen man in anderer Form interagieren kann. Unzählige Nahrungsmittel und Getränke zeigen Auswirkungen, wenn der Charakter sie isst und trinkt. Der Verzehr von Fleisch und Brot lässt den roten Balken der Lebensenergie ansteigen. Früchte sorgen dafür, dass sich die Ausdauer schneller regeneriert. Und mit einem Schluck Wein wird auf wundersame Weise der Mana-Vorrat aufgestockt. Um das Ganze etwas realistischer zu machen, dürfen Sie Ihren Recken nicht endlos mit Lebensmitteln voll stopfen: Nach einigen Portionen reagiert die Spielfigur mit einem trotzigen "Ich bin gesättigt!" auf alle Fütterversuche.
    Außerdem finden sich bei vielen Gegnern, in Häusern, Höhlen und sogar in freier Natur Ausrüstungsgegenstände, etwa Ringe, Waffen, Rüstungen und Schilde. Ähnlich wie in Diablo 2 gibt es normale Utensilien in diversen Qualitätsstufen, die Sie anfangs noch zum Verkaufen in die nächste Stadt schleppen. Nicht zuletzt, weil Sie dadurch schnell überladen sind und auch bald bemerken, dass Sie keine finanziellen Schwierigkeiten zu erwarten haben, nehmen Sie im späteren Verlauf nur noch die besonderen Items mit. Magische Waffen und Rüstungen steigern Ihre Attributwerte, die Lebenspunkte, Fähigkeiten oder in besonderen Fällen alles auf einmal. Dann handelt es sich um seltene Gegenstände oder Teile eines Sets, die durch gelbe beziehungsweise grüne Schrift sofort zu erkennen sind. Übrigens sind viele Bewohner der Fantasy-Welt bereit, mit Ihnen zu handeln und tauschen Ihre Beute gegen Gold oder nützlichere Gegenstände. Das ist besonders in jenen Fällen lustig und absurd, wenn man das Haus eines Händler leer klaut und ihm dann seine eigene Habe wieder zurück gibt. Zumindest, solange man sich nicht dabei erwischen lässt, denn dann werden selbst gutmütige Nebenfiguren schon mal grantig und attackieren im Wiederholungsfall sogar.
    Divine Divinity wird komplett per Maus und einigen Hotkeys gesteuert. Der Standard-Angriff erfolgt über die linke Maustaste, mit der rechten aktivieren Sie die Spezialfertigkeit. Leider ist die Empfindlichkeit des Mauscursors sehr hoch, so dass anvisierte Gegner in der Bewegung schnell aus dem Fokus verschwinden. Statt des gewünschten Angriffes läuft Ihr Held dann genau an die Stelle, was angesichts der Monsterhorden natürlich denkbar ungünstig ist. Das Problem lässt sich umgehen, indem man einfach gleichzeitig die STRG-Taste gedrückt hält, da so automatisch das Ziel aufs Korn genommen wird, das sich am nächsten beim Mauszeiger befindet. Legt man die Fähigkeiten und diversen Tränke (Heilen, Mana, Ausdauer, etc.) auf die F-Tasten, lassen sich diese schnell wechseln - praktisch! Nicht, dass man es so oft brauchen würde wie in Diablo 2, aber in den entsprechenden Situationen ist man dankbar dafür. Da sich das Spiel aber jederzeit pausieren lässt, entsteht ohnehin keine Hektik. Nehmen Sie während der Unterbrechung einen Trank zu sich oder verwenden Sie eine besondere Fertigkeit, läuft das Spiel weiter. Irgendwie unsinnig und lästig, da man das Geschehen bei Bedarf ja sofort wieder anhalten kann.
    So viel Mühe sich die Künstler mit den idyllischen Landschaften und malerischen Kulissen auch gegeben haben, die Grafik von Divine Divinity entspricht dem Stand von vor zwei Jahren und wirkt neben Dungeon Siege, Morrowind und Neverwinter Nights wie eine Karikatur. Besonders die aus wenigen Animationsstufen bestehenden Bewegungen fallen negativ auf. Die Zauberspruch-Effekte wirken blass, unspektakulär und passen perspektivisch und vom Stil her mitunter gar nicht so recht ins grafische Gesamtbild. Akustisch sieht es da schon besser, aber trotzdem recht durchwachsen aus. Während die zahlreichen unterschiedlichen Musikstücke gefallen, ist die Sprachausgabe nicht wirklich gut gelungen: Man merkt den Sprechern zwar an, dass sie sich bemühen, dennoch treffen Sie den richtigen Ton nicht immer. Zu den Charakteren unpassende Stimmen wirken sich eben negativ auf die Atmosphäre aus. Außerdem wirken die Dialoge bisweilen recht aufgesetzt, und auch der verwendete Wortschatz erfüllt nicht immer die Erwartungen an ein mittelalterliches Szenario. Auch wenn Divine Divinity in technischer Hinsicht deutlich unter dem heutigen Standard liegt, inhaltlich und spielerisch kann sich der Titel durchaus sehen lassen. Die hohe Qualität seiner exzellenten Vorbilder erreicht das CDVs Rollenspiel leider nicht.

    Bildergalerie: Divine Divinity
    Bild 1-3
    Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)

    Divine Divinity (PC)

    Spielspaß
    73 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Divine Divinity
    Divine Divinity
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Larian Studios
    Release
    2. Quartal 2002
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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Divine Divinity
Action und Rollenspiel vereint.
http://www.pcgames.de/Divine-Divinity-Spiel-21798/Tests/Action-und-Rollenspiel-vereint-72710/
19.08.2002
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