Quo vadis (MMO)-RPG/Das Schwarze Auge? - Leser-Special von Shackelton
Weniger ist mehr? So zumindest lautet die These des Chromatix Chefs und damit Inhaber der DSA-Rechte Dr Stefan Blank, zumindest wenn es nach seiner eigener Präsentation auf der Computerspiele-Entwicklerkonferenz Quo Vadis 2011geht. Eine sehr persönliche Betrachung des MMO- und Browsergames-Markts.
Es mag mir als Mensch, welcher noch PC-Systeme wie den C64 oder die Atari-Spielkonsole kannte, und mit dem DSA Pen and Paper aufgewachsen ist, seltsam anmuten, wenn auf einmal ganze Seiten in Spiele-Magazinen nur mit zwei Shooter-Spielen gefüllt werden. Sicherlich immer nur eine Frage des persönlichen Geschmacks oder aber der eigenen Perspektive, mögen die einen sagen, eine Frage des Könnens die anderen. Wie dem auch sei, es kommt jedenfalls darauf an, ob man der Spielertyp ist, der (MMO-)RPGs am PC gerne spielt. Persönlich zähle ich mich zu denen, und dann auch noch zu denen, die für manche vielleicht einen speziellen Geschmack diesbezüglich haben, welcher aber, wie ich bereits herausgefunden habe, durchaus mit denen vieler anderer Spieler im Einklang steht.
In den letzten 10 Jahren hat v.a. der MMO-RPG Markt einen enormen Schub erlebt. Vieles ist auf den Markt gekommen und dann auch wieder verschwunden. Seitdem World of Warcraft die Account-Listen international anführt (fast 12 Mio.), überlegt der Markt: "Was ist eigentlich das beste MMO-RPG?" oder "Was zieht die meisten Kunden dauerhaft vor den PC?". Unter anderem wurde dieser Aspekt auf der diesjährigen Quo-Vadis Konferenz erörtert. Hier wurden Zahlen und Statistiken präsentiert, welche v.a. eine wichtige Frage beantworten sollten: " Was hat eigentlich bzw. wie sieht eigentlich ein sehr gutes (MMO-)RPG aus?". Also erörterte man Fragen und präsentierte Statistiken und erwartete mit Spannung den Vortrag von Dr Stefan Blank (http://www.chromatrix.com/Spielen-Motivieren-QV2011.pdf). Unter der Überschrift "Spielst Du noch oder zahlst Du schon" präsentierte dieser schließlich Zahlen, die belegen sollten, dass wesentlich mehr Menschen (kostenlose) Browsergames als MMO-RPGs spielen würden. Jedoch würden all diese auf der simplen psychologischen Basis des "nur noch 5 Minuten" und des "Ich will auch noch die Level X Rüstung und das Level X Schwert haben" bzw. die dem Hasen an einer sich laufend fortbewegenden Angel aufgehängte Möhre basieren.
Daher wäre das Erfolgsrezept eines billigen MMO-RPG-Browsergames mindestens genauso gut, wie das eines im Vergleich teuren MMO-RPGs auf Kontobasis. Auch hat die Zeit gezeigt, dass der durchschnittliche PC Spieler sich halt nicht mit World of Warcraft-Kopien (und auch auf Dauer nicht mit WoW) an ein Kosten- bzw. Abonnement-Prinzip binden lässt. Die Browsergames hingegen erzielen Profit, da hier der Spieler seine Level X Rüstung gegen Geld direkt kaufen kann. Dieser spielt auch dann weiter, wenn man einfach das Level-Cap anhebt. Die Conclusio: Weniger ist mehr!
Quelle: dtp
Ich musste schon an dieser Stelle mich schwer beherrschen, meine Zähne nicht kaputtzubeißen, möchte jedoch erst einmal ein bisschen ausholen. Der Grund, warum sich die Spieleindustrie für dieses fortlaufende Einkommensmodell unglaublich interessiert, lässt sich am Beispiel von Radon-Labs (ehem. Entwicklerstudio der Drakensang-Spiele) veranschaulichen. Ein Studio, das zwei wirklich sehr erfolgreiche Spiele auf den Markt brachte und trotzdem Pleite ging, weil ein großer Investor absprang. Die Studios können zwar mit dem Erfolg ihrer Spiele die Kosten decken und auch Gewinne einfahren, dies reicht jedoch meistens nicht, um die fortlaufenden Kosten eines Entwicklerstudios über die Zeit zu decken, weshalb Investoren (zumindest bei denen, die keine Branchenriesen sind) nötig sind. Also, was nun?
Der MMO-RPG Markt ist aktuell stark umkämpft, bietet dagegen, wenn auch eingeschränkt was den Abwechslungsreichtum angeht, dem Spieler eine große Auswahl: WoW, Warhammer online, Eve online, Herr der Ringe online, DDO, Mortal online, Rift, AION usw. usw. Ich möchte hierbei gar nicht allzusehr in die Details der einzelnen Spiele gehen, aber das, was ich bei all diesen Speilen gesehen habe war, dass man die Konkurrenz offenbar vorher angeschaut hat und dann sich das herausgepickt hat, was einem am anderen Spiel gefallen hat und es vielleicht mit neuen Elementen kombiniert hat. Leider war bei dieser Konferenz offenbar kein einziger dabei, der zumindest mal die These aufgeworfen hätte, ob das, was dem Spieler z.B. im "Endgame-Content" oder als Konzept angeboten wird, qualitativ das ist, wofür der Spieler es als wert empfände, monatlich Geld zu berappen. Denn seltsamerweise sind graphisch wie strukturell qualitativ sehr hochwertige Spiele (auch wenn keine MMOs) wie The Witcher 2 oder Assassin's Creed auch in diesem Jahr echte Kassenschlager gewesen und wurden von Spielern aller Altersklassen angenommen.
In punkto Chromatix hatte das Vorgetragene den Hintergrund, dass es nicht gerade wenige Spieler (wie zugegebenerweise auch ich) sich ein DSA-MMO-RPG wünschen würden, da Berufsleben und Terminkalender das regelmäßige Pen and Paper-Spielen unmöglich machen. Chromatix nahm jedoch von der Umsetzung einer solchen Idee bisher strikt Abstand, zumeist mit der Begründung, dass andere MMO-RPGs, selbst wenn es Branchenriesen gäbe, die diese unterstützten, nicht wirklich erfolgreich wären. So, nun ja, also ist das die Einstellung, die wir am aktuellen Spielemarkt finden? Stichwort Innovation oder vielleicht Kreativität, vielleicht mal ein anderes Konzept, als die bisherigen auf die Beine zu stellen, scheinen da zu verhallen. Im Pen and Paper-Bereich für das Das Schwarze Auge oder Song of Ice and Fire (ja, auch hierzu gibt es inzwischen ein Pen and Paper RPG) gibt es nur "normale" Rüstungen und Waffen und es sind beide ziemlich an eine Mittelalterrealität angelehnt und seltsamerweise erfreuen sich diese Spiele nach wie vor unglaublicher Beliebtheit... wie kann denn das mit der eigenen vorgetragenen Logik übereinstimmen?
Quelle: dtp
Um nicht nur zu meckern, soll es auch nicht an Gegenvorschlägen mangeln: Wie wäre es, wenn im (MMO-)RPG die Spieler tatsächlich "nur" mit realer Standardausrüstung ausgestattet wären und die auch noch ganz einfach zu bekommen wäre? Wie wäre es stattdessen, Spieler einfach an der Geschichte eines Spiel bzw. der Historie einer Fantasy-Welt teilhaben zu lassen bzw. sie diese mitgestalten könnten (wie eben eingeschränkt bei The Witcher2)? Wenn man unbedingt dabei Vergleiche zu anderen Spielen haben will, so kann ich hier anfügen, dass es diese Ansätze bereits z.B. bei Mortal online gibt (wenn auch schlecht umgesetzt). Wie wäre denn der Gedanke, dass Spieler einfach nur wegen der Spielatmosphäre bzw. guten Grafik ein Spiel gerne spielen, ohne sich dabei mit irgendwelchen Ausrüstungsgegenständen ausrüsten zu müssen, damit sie der oder der Gilde beitreten können, um dieses oder jenes Dungeon endlich anspielen zu können?
Zugegeben, dieses "playing for story" Konzept würde eine recht vorgefertigte Welt, in der es bereits eine geschichtliche Handlung gibt, wie z.B. bei DSA, The Witcher, The song of Ice and Fire, also praktisch auf erfolgreichen Novellen basierend, voraussetzen. Es wäre aber mal ein Anfang. Dass dies erfolgreich möglich ist, beweist Herr der Ringe online. Als weiteres Beispiel für den Erfolg einer einfachen bzw. ganz simplen Umsetzung einer solchen Idee, war das erste Mount and Blade... wobei sich auch hier wieder die Geschichte wiederholt. Paradox dachte sich, da mache ich aus 1 gleich mal 2 und brachte "with fire and sword" raus, was dann doch eher schlecht verlief... und prompt dürfen wir uns wieder auf die Mischung aus beiden "freuen": War of Roses.
Ich gebe zum Abschluss gerne zu, dass vielleicht mein eigener Wunsch nach mehreren innovativen Spielen auf dem Markt und mein eigener Geschmack bei dem Ganzen durchscheint. Möchte aber anfügen, dass ich zu denjenigen zähle, die kein Problem damit hätten, für ein gutes Spiel auch das entsprechende Geld zu zahlen. Allerdings finde ich es empörend, dass Überlegungen eher dahin angestellt werden, wie man mir als Konsument gegenübertritt, um mit weniger Qualität mehr Profit zu erzielen, anstatt alternative Konzepte zu überdenken. Mein Vorschlag stattdessen: weniger kopieren und mehr eigene innovative Ideen aufbringen- dann mag weniger tatsächlich mehr sein.
P.S. die weniger/mehr Strategie wurde bereits bezüglich DSA umgesetzt. Das für März 2012 angekündigte "Satinavs Ketten" ist dann nur noch ein Point and Click Adventure geworden, kein Vergleich mehr zur wirklich guten Drakensang-Reihe

Es gibt eigentlich von den neueren angekündigten MMOs nur eines, das mich ein wenig interessiert: Guild Wars 2.
Ansonsten empfinde ich schon seit einiger Zeit so eine richtige MMO-Müdigkeit. Ich kann die Dinger einfach nicht mehr sehen und spiele lieber wieder ein schönes umfangreiches Singleplayerspiel. :-)
Oder man strickt halt auf die schnelle einen WoW-Klon und macht damit kurzfristig sogar Gewinn. Was werden die Aktionäre bevorzugen?
das lvln dient ja eigentlich auch dazu seinen char besser kennen zu lernen! klar nervig ist es schon teilweise aber ich finde es trotzdem ok! was machst du denn wenn du alle bestehenden raids durch hast? irgendwie kommt doch an der stelle nix mehr neues oder? bestes bsp wow klar es sind immer neue raids aber mit jedem addon wirds auf 0 gesetzt ein paar bosse sehen anderst aus bischen andere taktik und das wars! stundenlang im raid bischen ausrüstung farmen immer das gleiche! die abwechselung fehlt irgendwie! nicht nur raiden sondern auch andere herrausfordernde dinge wie zb epische questreihen wo man wirklich noch eine ewigkeit braucht um etwas zu erreichen! usw halt gibt noch soviel dinge die ich hier aufzählen könnte!