Das Ende der verpackten Spiele: Retail- vs. Online-Handel - Der Download-Vertrieb als Zukunfts-Modell
Schon oft wurde der Untergang der klassischen im Handel erhältlichen Spiele, sogenannte Retail-Produkte, proklamiert. Doch löst der Online-Handel mit zum Download angebotenen Spielen den Verkauf verpackter Produkte tatsächlich ab? PC Games wagt eine Analyse.
Wir schreiben das Jahr 2004. Half-Life 2 erscheint und wird von Fans und Presse gefeiert. Doch Valves Ego-Shooter hat einen Pferdefuß: Er ist eines der ersten Spiele, das Käufer nach dem Erwerb im Laden online registrieren müssen. Bei der Online-Plattform Steam, die Valve zwei Jahre zuvor vorgestellt hat und die Vollpreisspiele zum Download anbietet. Per Kredikarte oder mittels Dienstleistern wie Paypal erwerben Käufer Spiele in ihrer reinsten Form: ohne Verpackung, ohne Datenträger, nur Bits und Bytes, die durch die Telefonleitung auf den heimischen Rechner finden. In den folgenden Jahren gewinnt Valve immer mehr Firmen für sein Projekt, in Rekordzeit schießen ähnliche Webseiten aus dem Boden, die sich der digitalen Distribution verschreiben. Inzwischen stimmen Branchengrößen nahezu täglich den Abgesang auf den traditionellen Ladenverkauf an und prophezeien den Siegeszug des Download-Handels. Doch warum ist der Online-Vertriebsweg bei Entwicklern und Publishern so beliebt? Verdrängt der Verkauf über Steam & Co. in Zukunft das Geschäft mit verpackten, also "boxed" Spielen? Und wo erwerben die PC-Games-Leser ihre Spiele am liebsten? Wir wagen eine Analyse.
Erfolgsmodell Download
Die NPD Group ist ein US-amerikanisches Marktforschungsunternehmen, welches das Kaufverhalten der Konsumenten bei einer Reihe von Produkten untersucht, von Haushaltsgeräten bis Schuhen. Ebenfalls von der Firma erfasst: Die Verkaufszahlen von PC- und Videospielen in den USA. Für 2010 hat die NPD Group errechnet, dass US-Bürger 15,9 Milliarden Dollar für Videospiele ausgegeben haben. 24 Prozent davon entfielen auf alle Arten der digitalen Distribution, von Spielekäufen bei Download-Plattformen über Mini-Anwendungen für Handys (Apps) bis hin zu den Erlösen aus Flash-Spielen in sozialen Netzwerken wie Facebook. 24 Prozent, das sind 3,8 Milliarden US-Dollar, also fast ein Viertel des Gesamtumsatzes; Tendenz: steigend. Angesichts solcher Zahlen fällt es schwer, weiterhin die Überzeugung zu vertreten, dass die Verbreitung von Spielen per Bezahl-Download nur ein Randphänomen ist. Die wachsende finanzielle Bedeutung des Download-Handels ist aber nur einer der Gründe, warum etwa Matias Myllvrinne (der Chef von Max Payne 2-Entwickler Remedy) das Retail-Geschäft, also den Verkauf verpackter Spiele im Einzel- oder Versandhandel, möglichst schnell zu Grabe tragen möchte: "Je schneller die Industrie vollständig digitalisiert ist, desto besser für alle."
Online-Kostenersparnis
Derartige Aussagen wirken auf den ersten Blick wie ein Schlag ins Gesicht jener Spielesammler, die ihre über die Jahre gekauften Spiele fein säuberlich im Regal aufreihen und den bestens erhaltenen Pappkarton ihres The Secret of Monkey Island-Originals regelmäßig von Staub befreien. Hinter der Begeisterung der Unternehmen für das digitale Geschäft steckt jedoch keine böse Absicht, sondern harte Fakten: Bei der Download-Distribution entfallen viele Kosten, die den Profit bei einer üblichen Retail-Produktion schmälern. Download-Spiele benötigen keine Verpackung, kein gedrucktes Handbuch. Das Presswerk beschreibt keine Datenträger, kein LKW-Fahrer fährt die fertigen Boxen zum Großhändler. Der günstige Vertrieb kommt auch kleinen Firmen zugute, die eine Retail-Veröffentlichung finanziell nicht stemmen können: den Indie-Studios.

Aber in all diesen Fällen kann man das jeweilige Spiel noch immer in Steam spielen.
steam etc. ist auch viel praktischer..wenn man mal format c: macht...einfach wieder alles installen/downloaden
______________________________________________________________________________________________________
CD Key Finder
Abgesehen davon sind es meist die Download Shops, welche höhere Preise für Spiele veranschlagen als der Einzelhandel ... hinzu kommt, das ich die Retail Version schön in meinem Regal - standesgemäß - platzieren kann, die Downloadversion existiert nur digital ... insofern stellt sich mir eine Wahl zwischen Online- und Retail eigentlich garnicht :)
Wenn ich aber ein Spiel Retail kaufe, und darin nur ein kleinen Beipackzettel und die DVD finde, denke ich mir oft "toll hätte man sich auch sparen können". Wenn ich dann noch die DVD brauche um das Spiel zu starten, dann bereue ich es richtig es nicht online gekauft zu haben. Weil den 50€ Datenträger die ganze zeit ein und auswerfen zu müssen ist mehr als nur eine frechheit!
- die in DE beschlagnahmt sind
Aber leider geht Dead Space 2 nicht, zumindest als ich es haben wollte :(
Zu deiner Antwort: Es ist aber halt dann eigentlich schon einfacher, mir in Österreich/England halt gleich die DVD zu besorgen. Wo es meist dann auch noch saubillig ist (zugegeben: sogar Steam ist in England billig :(, aber hier nicht).
Dann muss ich mir nicht extra nen Key zulegen oder jemand in Au oder Uk anquatschen.