Ungewöhnliche Mischung aus Runden- und Echtzeitstrategie

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Erst bei näherem Hinsehen ist erkennbar, dass die vielen Tausen Einheiten recht detailarm dargestellt werden. Erst bei näherem Hinsehen ist erkennbar, dass die vielen Tausen Einheiten recht detailarm dargestellt werden. Europa im späten elften Jahrhundert. Papst Urban II ruft zum ersten Kreuzzug auf, die Feudalherren folgen ihm mit Freuden. Das Versprechen auf Vergebung der Sünden, die Aussicht auf ein ewiges Leben und nicht zuletzt die Hoffnung auf weltliche Reichtümer lassen das in zahlreiche Kleinstaaten zerfallene Europa nach Palästina marschieren. "Jede Menge Platz für eine neue Nation" mag sich da der versierte Stratege denken und würde die kritische Personalsituation der Nachbarstaaten gnadenlos ausnutzen. In Medieval: Total War ist genau dies die Aufgabe des Spielers: Bis zum Jahr 1453 muss Europa in seiner Hand sein.
Als König oder Sultan einer von zwölf spielbaren Nationen gilt es, mittelalterliche Machtpolitik zu betreiben. In den eigenen Provinzen muss durch den Bau von Feldern und Märkten die Wirtschaft gestärkt werden, mit Kirchen oder Moscheen wird die Loyalität der Einwohner erhöht und mit adäquaten Steuersätzen der soziale Frieden gesichert. Sobald die Volkswirtschaft auf festen Beinen steht, geht es an die mittelalterliche Diplomatie - was vor allem den Aufbau riesiger Armeen bedeutet. Während es im frühen Mittelalter mit Bogenschützen, Speerträgern und Reitern nur sehr wenige Einheitentypen gibt, können im Spätmittelalter auch Feuerwaffen und Granaten eingesetzt werden. Insgesamt 100 Einheitentypen können trainiert werden - vorausgesetzt, die bislang aufgebaute Infrastruktur lässt dies zu. Damit die Soldaten nicht sinnlos herumstehen, sollte man sie auf Eroberungstour in die Nachbarprovinzen schicken. Außerdem senken die Trainingseinrichtungen und der Sold natürlich gehörig den Goldpegel in der Schatzkammer und bei Nachbars gibt es immer etwas zu holen.
Der Ausbau der Städte, das Training der Soldaten sowie deren Marsch durch die Provinzen läuft ähnlich wie in der Civilization-Serie rundenweise ab. Medieval: Total War bietet im Vergleich die lebhaftere Welt: Da bettelt ein Papst um neue Soldaten für einen Kreuzzug, ein Königreich verschwindet mangels eines Thronfolgers oder die Bevölkerung begehrt gegen die Obrigkeit auf. Wie finster das Mittelalter wirklich war, zeigt sich aber erst bei den Möglichkeiten des Spielers: Er kann seine Töchter an feindliche Könige verheiraten, unwillige Offiziere mit Ländereien motivieren, feindliche Armeen bestechen und vieles mehr.
Am Ende einer Runde ist Zahltag. Die Bauaufträge werden ausgeführt, die Einheiten produziert und Schlachten berechnet. Wer dem Zahlenwerk aus Einheitenstärken, Motivationsfaktoren, Landschaftseinflüssen und vielem mehr nicht traut, der kann die Schlachten in die eigene Hand nehmen. Die vielen Tausend Soldaten, aufgeteilt in Armeen und Kompanien, werden dann in Echtzeit über die malerischen, mit einer zeitgemäßen Grafik in Szene gesetzten Landschaften geschickt. Wer Höhenvorteile nutzt, seine Gruppen in Wäldern versteckt und die richtigen Formationen wählt, kann auch mit kleinen Armeen gegen eine große Übermacht bestehen. Weil im Gegensatz zu herkömmlichen Echtzeitstrategiespielen auf Ressourcen und Infrastruktur keine Rücksicht genommen werden muss, kann man sich ganz auf das Gewusel auf dem Schlachtfeld konzentrieren. Da gerät die eine Kompanie in Panik und die nächste missachtet im Blutrausch Befehle - aber letztendlich kommt dann doch die Strategie des Spielers voll zum Tragen.
Und weil dieser Modus viel zu schön ist, als nur ein Aufsatz des Rundenstrategieparts zu sein, haben die Entwickler zahlreiche historische Schlachten zum Nachspielen beigelegt. Wer will, kann an Seiten von William Wallace kämpfen, Edward II besiegen oder auf Seiten der Engländer die Schlacht von Hastings gewinnen. Auch sechs ganze Kriege wie die Feldzüge von Richard Löwenherz und Barbarossa sind als Echtzeit-Kämpfe in Medieval: Total War enthalten.

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Wertung zu Medieval: Total War (PC)

Wertung:

8.0 /10

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Annomander_Rake Mitglied
        AW: Spieletest - Medieval: Total War 80% ???

        Sorry Leute, welches Spiel, sei es Echtzeit oder Old School Rundenstrategie hat die Tiefe Von TWM ? Warcraft3? Super Grafik und eine wirklich geniale Story aber Strategie?? Das einzige was die Echtzeitspiele von einander unterscheidet ist die Story und die Namen der Einheiten, ich mag sie aber der Strategieanteil ist doch ehrlich gesagt recht gering, bzw immer der selbe. Hingegen TWM hat eine strategische TIEFE wie ich sie noch nie bei einem PC Game sah.
        Ganz zu schweigen von der Optik. Wo sieht man den schon mal so realistische Kämpfe, doch sonst nur in Intros. Außerdem hat man hier mal wieder ein Spiel für Profis. Man nehme einfach mal die schwieigste Stufe und fange mal mit den Dänen an, wer es da ohne cheaten schaffen sollte. Respekt. Testet die Spiele nach dem was sie sind, dann kommt auch nicht so ein , sorry, Schmarrn wie 80% raus.
        Nix für ungut. Annomander.
      • Von Annomander_Rake Mitglied
        AW: Spieletest - Medieval: Total War 80% ???

        Sorry Leute, welches Spiel, sei es Echtzeit oder Old School Rundenstrategie hat die Tiefe Von TWM ? Warcraft3? Super Grafik und eine wirklich geniale Story aber Strategie?? Das einzige was die Echtzeitspiele von einander unterscheidet ist die Story und die Namen der Einheiten, ich mag sie aber der Strategieanteil ist doch ehrlich gesagt recht gering, bzw immer der selbe. Hingegen TWM hat eine strategische TIEFE wie ich sie noch nie bei einem PC Game sah.
        Ganz zu schweigen von der Optik. Wo sieht man den schon mal so realistische Kämpfe, doch sonst nur in Intros. Außerdem hat man hier mal wieder ein Spiel für Profis. Man nehme einfach mal die schwieigste Stufe und fange mal mit den Dänen an, wer es da ohne cheaten schaffen sollte. Respekt. Testet die Spiele nach dem was sie sind, dann kommt auch nicht so ein , sorry, Schmarrn wie 80% raus.
        Nix für ungut. Annomander.
      • Von SYSTEM Mitglied
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