Geschnittene Games: Aufklärung und Hintergründe - So kommen erwachsene Spieler zu ihrem Recht

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Special Sebastian Thöing Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

"Pfui Spinne! Ein geschnittenes Game kommt mir nicht ins Haus", brüllt ein erwachsener Spieler und schimpft auf die deutsche Politik. Doch scheinbar kennt er seine Rechte nicht. PC Games klärt auf, zeigt euch welche aktuellen Spiele in Deutschland geschnitten sind und wie ihr als Erwachsener trotzdem zur eurer Uncut-Version und damit zu eurem Recht kommt.

Manche bezeichnen es als gemein, manche als Frechheit. Wieder anderen ist es vollkommen egal. Die Mehrheit der Spieler empfindet es aber zumindest als unangenehm, wenn Hersteller aufgrund von Vorgaben aus der Politik und aus Gründen des Jugendschutzes Schnitte vornehmen müssen. Sei es bei Spielen oder Filmen, immer wenn die Schere angesetzt werden muss, geht ein Stück Authentizität verloren. Ein bisschen von dem, was einst die Vision der Entwickler war. Sobald bekannt wird, dass Features gestrichen werden, dass Effekte gemildert werden, fällt bei erwachsenen deutschen Spielern das Wort Bevormundung. Und damit haben sie gar nicht so unrecht. Hersteller streichen in vielen Fällen brutale Features, um das Spiel auch in Deutschland verkaufen zu können, ohne auf dem Index zu landen. In der folgenden Galerie zeigen wir euch einige aktuelle Spiele, die extra für den deutschen Markt angepasst wurden. Wer mehr über Indizierung, Beschlagnahme und die Rechte der Erwachsenen lesen will, der scrollt weiter runter.

Bildergalerie

Auch wenn indizierte Spiele ohne USK-Einstufung oft "unter der Ladentheke" verkauft werden, nicht jeder Spieler weiß davon. Und erst recht nicht jeder Händler bietet derlei Games an. Und im Internet, zumindest im nationalen, ist es gar nahezu unmöglich, an derlei Games zu kommen, schließlich ist die Bewerbung von indizierten Spielen verboten. Wer also mit gutem Gewissen die deutsche Wirtschaft ankurbeln will, muss zu geschnittenen Produkten greifen. Alle anderen bestellen im Ausland oder verzichten im Notfall auf einen Kauf.

Doch woher kommt eigentlich der so oft genutzte Begriff "Index"? Heribert Heinemann erklärt es im Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Der heutige Index geht auf den Index Librorum Prohibitorum zurück, das Verzeichnis der römischen Inquisition. Darin wurden Werke notiert, die für Katholiken verboten waren. Wer ein solches Buch las, dem drohte die Exkommunikation. Ähnlich wie heute bei Medien aller Art, musste das betreffende Buch zuerst angezeigt werden. Dann wurde es geprüft. Zuerst durch zwei Gutachter sowie den Sekretär der Kongregation für Glaubenslehre, der Zentralbehörde der römisch-katholischen Kirche. Diese zeichnete verantwortlich für den Schutz vor abweichenden Glaubensvorstellungen. Diese drei Herren prüften, ob ein Zensurverfahren notwendig war. Wurde dies bestätigt, ging es in das Hauptverfahren. Daraus ging wiederum ein Beschlussvorschlag hervor, der dem Kardinalsgremium der Inquisition vorgelegt wurde. Die Kardinäle wiederum entschieden dann, ob das Buch tatsächlich als gefährlich einzustufen war. Die Entscheidung traf in letzter Instanz immer der Papst.

Wenn erwachsene Spieler sich beschweren, dann fällt nicht nur das Wort "Bevormundung". Auch eine Berufung auf die Freiheiten der Meinungsäußerung und Kunst wird oft geäußert. Hier sitzen die selbsternannten Bevormundeten allerdings einem Trugschluss auf, da diese Freiheiten nicht ohne Einschränkungen gelten. Eine dieser Schranken sind die Bestimmungen zum Schutz der Jugend. Und zur Einhaltung dieser ist nicht, wie viel zu oft herausposaunt, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zuständig, sondern vielmehr die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Diese Institution ist für die Indizierung der Medien – nicht nur Games – verantwortlich.

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  1. Seite 1 Geschnittene Games: Aktuelle Beispiele, der Begriff Index und mehr
  2. Seite 2 Geschnittene Games: Indizierung, Beschlagnahme und eure Rechte
    • Kommentare (81)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TheClayAllison Hobby-Spieler/in
        Ich sag mal so: Die Entwickler haben sich schon was dabei gedacht wenn man Knochenbrüche hört oder Blutspritzer sieht etc., daher finde ich ebenfalls eine geschnittene Version eines Games einfach unvollkommen, es fehlt dann immer etwas. Am besten hab ich das bei Brothers of Arms Hells Highway gemerkt. keine Deadkamera, kein Blut, Leichen weggebeamt. Also bitte, bleiben wir realistisch. Oder war der Krieg so unblutig? Im Gegenteil, viel schlimmer als die Uncut Version. Ich habe aber auch bemerkt, dass heute nicht mehr soooviel geschnitten wird wie vor ca. 5 Jahren. Oder es kommt mir nur so vor.
      • Von TheClayAllison Hobby-Spieler/in
        Ich sag mal so: Die Entwickler haben sich schon was dabei gedacht wenn man Knochenbrüche hört oder Blutspritzer sieht etc., daher finde ich ebenfalls eine geschnittene Version eines Games einfach unvollkommen, es fehlt dann immer etwas. Am besten hab ich das bei Brothers of Arms Hells Highway gemerkt. keine Deadkamera, kein Blut, Leichen weggebeamt. Also bitte, bleiben wir realistisch. Oder war der Krieg so unblutig? Im Gegenteil, viel schlimmer als die Uncut Version. Ich habe aber auch bemerkt, dass heute nicht mehr soooviel geschnitten wird wie vor ca. 5 Jahren. Oder es kommt mir nur so vor.
      • Von Mad9000 Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von Ash2X
        Red Faction Guerilla war übrigends nur im Singleplayer geschnitten und das kaum merklich (z.B. Schreie von getöteten Gegnern,Knochenbruck-knirschen) - im Multiplayer sind alle Effekte drin.

        Daher ist das ganze eh zu übertrieben.
      • Von Battl3inSeattle Mitglied
        Das schneiden von Spielen ist totaler Schwachsinn, da ungeschnittene Spiele ja eh nicht an unter 18-jährige verkauft werden dürfen.
      • Von facopse Mitglied
        Zitat von Rising-Evil
        bei Half-Life 2 :
        ist in der dt. Version das schnelle Verschwinden der Leichen die einzige Änderung des Spiels oder kann man in der Uncut-Version da z.B. Gegner Arme/Beine/Köpfe abtrennen :-O ?

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      • Von Lightbringer667 Spiele-Kenner/in
        Zitat von SethWinterstein
        Pfeiffer ist tatsächlich eine Pfeiffe, was man schon daran merkt, wenn er mit Adrenalin argumentiert und einen erhöhten Adrenalinspiegel heranzieht um damit was von Gewalt zu schwafeln, obwohl man dergleichen alltäglich erlebt, im Sport vermutlich mehr wie anderswo. Würde man dessen Logik folgen, müsste man Sport an Schulen abschaffen und nebenbei auch gleich noch das gesamte Vereinsleben einschränken.
        Die Studie von Pfeiffer hat viele Fehler, richtig. Gerade der Punkt mit dem Adrenalin klingt natürlich eher haarsträubend. Aber die Studie führt auch viele Dinge an, die mit der pädagogischen Psychologie absolut einhergehen. Es ist eine wissenschaftliche Studie auf empirischer Basis. Da kann ich nicht einfach dahergehen und sagen "dem seine Nase gefällt mir nicht, also ists falsch was er sagt." Ich hab einiges von Pfeiffer gelesen, Aufsätze wie Interviews mit ihm. Der Kerl mag sehr provokant sein, in vielem sicherlich streitbar, aber deswegen heisst es noch lange nicht, dass er komplett falsch liegt. Aber heisst natürlich auch, dass man nicht jede These von ihm so unterschreiben muss. Ihn aber komplett als Grütze labernden Blödkopf hinzustellen ist genauso falsch.

        Zitat
        Dass ich wie ein angepisster Teenager klinge, wird wohl daran liegen dass die angepissten Teenager einen guten Grund haben angepisst zusein. Sie haben nämlich seit jeher Recht, dass die staatliche Einflußnahme an den Haaren herbeigezogen ist. Jugendmedienschutz hatte nie eine wissenschaftliche Basis. Sie ist die konsequente Weiterführung der Zensur, die bereits mit denselben Pseudo-Legimiationsmethoden gearbeitet hat wie heute. Angeblich steigert sich die Gewaltbereitschaft, angeblich verblöden und verrohen die Minderjährigen und die Gesellschaft wird zersetzt. Dafür konnte niemals ein Beweis erbracht werden. Das behauptete man von entarteter Kunst, von Negermusik, von Horrorfilmen und in den letzten Jahrzehnten auch noch von Videospielen. Es bleibt aber bei einer Behauptung.
        Diese Debatte wird blöderweise ziemlich emotional geführt. Auf wissenschaftliche Ergebnisse gucken weder die Politik noch die glühenden Verfechter einer liberaleren Medienkultur. Du führst hier eben auch nur diffus "wissenschaftliche Erkenntnisse" usw. an ohne mir auch nur eine Studie nennen zu können. Damit ist das was du sagst nichts weiter als Polemik und Populismus. Wirkliche Medienzensur wäre im Endeffekt auch was ganz anderes. Frag mal den nächstbesten ehemaligen DDR Bürger, was denn Medienzensur ist. Dagegen sind Schnitte in Filmen und Spielen lächerlich. Vor allem da du ganz legal (!!!) die Möglichkeit hast das Zeug privat auch ungeschnitten per Import zu erwerben, selbst wenn es beschlagnahmt ist.
        "Verblöden und verrohen" sind hier wiederum Polemik der Politik. Im Endeffekt musst du von der (Lern)psychologischen Seite her argumentieren, wie ich es eben oben versucht habe. Diese Ergebnisse stehen allesamt auf solider wissenschaftlicher Basis und können so nicht von der Hand gewiesen werden, auch wenn Leute die gegen die Zensur von Gewalt argumentieren das gerne ignorieren. Es gibt natürlich keinen direkt kausalen Zusammenhang zwischen einer Gewalttat und einem Videospiel oder Film oder was auch immer. Aber es geht darum, dass der Konsum dieser Medien bei Kindern und Jugendlichen eben eine genrelle Bereitschaft zur Gewalt auslösen kann. Die Gewalttat an sich, lässt sich dann natürlich nicht direkt auf eben diesen Konsum zurückführen, die generelle Einstellung zur Gewalt aber zu Teilen schon.

        Zitat
        Das kann ich sagen, weil es bereits zig Untersuchungen gab und natürlich waren da auch welche drunter, die meinten sie hätten etwas nachweisen können aber Wissenschaft heisst nicht, dass ich hundert Untersuchungen mache und wenn davon eine in die andere Richtung geht als der Rest, ist die auf einmal richtig. Das ist Pseudowissenschaft. Auf welche Erkenntnisse ich mich dabei stütze? Auf vieeeele Nachrichten, die ich natürlich nicht alle abgespeichert habe aber die man sich ja selbst besorgen kann. Exemplarisch ziehe ich mal diese hier heran: Spiele-und-Gewalt-Studie: Kein Zusammenhang? - spieletipps
        http://www.amazon.de/Lernen-Gehirnforschung-die-Schule-Lebens/dp/3827417236/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1333459114&sr=8-1

        http://www.amazon.de/Vors...

        Manfred Spitzer – Wikipedia
        Um mal den Bekanntesten Anzuführen mit seinen zwei umfassenden Werken zu eben diesem Thema. Des weiteren wäre die Pädagogik und die pädagogische Psychologie (insbesondere Lernpsychologie) noch weitere Felder mit denen man sich beschäftigen kann. Und eben diese Leute die richtige Wissenschaft betreiben kommen eben zu dem Schluss, das sowas durch aus einen Einfluss hat. Wie ich dir oben am Beispiel des Modelllernens schon demonstriert habe. Da auf "zig Studien" und einen kurzen Artikel in einem Onlinegamermagazin zu verweißen bekräftigt deine Argumentation nicht im geringsten.

        Zitat
        Darüber hinaus habe ich ja schon mehrmals den Supreme Court in den USA und verschiedene Gerichte erwähnt, in denen nämlich genau darüber entschieden werden sollte. Sie haben die Verschärfung abgeblockt, denn man konnte eben keinen Nachweis liefern, dass die Gesellschaft bzw. das Individuum tatsächlich Schaden nimmt. Im Grunde genommen können wir das sogar ganz einfach dadurch feststellen, dass wir noch nie in einer so gewaltfreien Zeit wie der heutigen gelebt haben. Obwohl es mehr Pornographie und Gewalt als je zuvor gibt, ist die Gesellschaft toleranter, liberaler und eben gewaltfreier als je zuvor in der Geschichte. Das widerspricht in ganzer Linie dem was Konservative seit jeher behaupten.
        Ja, eben auch weil es diese Debatten gibt und eben weil auf sowas geachtet wird. Mal abgesehen davon, das diese Dinge in den USA nicht unter das Bundesgesetz fallen sondern von Staat zu Staat unterschiedlich geregelt sind. Und nochmal: der direkte Gewaltakt kann nicht monokausal mit dem Konsum von gewaltätigen Medien in Verbindung gebracht werden. Die generelle Einstellung zur Gewalt hingegen schon. Wenigstens dann, wenn der Konsum dieser Medien nicht kritisch begleitet wird.

        Zitat
        Darüber hinaus finde ich es wirklich erschreckend, dass du ernsthaft glaubt, ein zehnjäher würde jeden Actionstreifen für eine Abbildung der Realität halten. Weisst du eigentlich wo man mit zehn Jahren ist? In der vierten Klasse. Ich kann mich sehr genau an die vierte Klasse erinnern, ich weiß nicht wie es mit anderen Erwachsenen aussieht aber ich habe mein Leben nicht vergessen und nein, ich war kein Vollidiot. Genau das ist nämlich einer der kritischen Punkte am Jugendschutz, diese extreme Diskriminierung von Jung und Alt. Ich habe weder die Kangoos, noch die Dinos, Batman, Pokèmon oder Sailor Moon für real gehalten. Ich habe genau wie ein Jugendlicher auch in dem Alter und auch schon früher zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Kinder sehen viel kindliche Gewalt, Batman ist da ein tolles Beispiel und überhaupt Superhelden. Früher gab es darüber dieselbe nutzlose DIskussion. Nutzlos weil es diesen ominösen Einfluß halt nicht gibt.
        Das 10 jährige Kind erkennt natürlich, dass es eine erfundene Geschichte erzählt bekommt. Aber es kann nicht unterscheiden was genau daran jetzt erfunden sein könnte. Ein 10 Jähriger wird durchaus glauben, dass ein sehr reicher Mann einen auf Bruce Wayne und Batman machen kann. Er wird nicht glauben, dass Batman existiert, aber er wird glauben, dass es möglich ist, dass sowas existieren kann. Und wie gesagt, das ganze ist nicht nur einfach "meine Meinung" sondern kann auch in jedem Werk zur pädagogischen Psychologie nachgelesen werden. Hier geht es nicht um Existenz oder nicht Existenz dieses Einflusses, sondern um den Umgang damit. Und das tritt leider in der politischen Debatte oft völlig zur Seite, da von beiden Seiten mit nutzlosen Schlagbegriffen um sich geworfen wird.

        Zitat
        Minderjährige werden nicht in Clockwork Orange Manier vor einen Fernseher hingesetzt um indoktriniert zu werden. Sie haben ein Leben, Freunde, Schule, Eltern, Familien und so weiter und so fort. Und genau deswegen brauchen wir auch keine Jugendmedienschutzgesetzt. Sie sind einfach nie legitimiert worden.
        Im optimalen Fall ist das so. Aber längst nicht alle Fallen in diese Kategorie. Es gibt viele viele Kinder in gesellschaftlich Problematischer Umgebung, die diesen sicheren, bürgerlichen halt durch Schule und Familie eben nicht haben.
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