Geschnittene Games: Aufklärung und Hintergründe - So kommen erwachsene Spieler zu ihrem Recht
"Pfui Spinne! Ein geschnittenes Game kommt mir nicht ins Haus", brüllt ein erwachsener Spieler und schimpft auf die deutsche Politik. Doch scheinbar kennt er seine Rechte nicht. PC Games klärt auf, zeigt euch welche aktuellen Spiele in Deutschland geschnitten sind und wie ihr als Erwachsener trotzdem zur eurer Uncut-Version und damit zu eurem Recht kommt.
Manche bezeichnen es als gemein, manche als Frechheit. Wieder anderen ist es vollkommen egal. Die Mehrheit der Spieler empfindet es aber zumindest als unangenehm, wenn Hersteller aufgrund von Vorgaben aus der Politik und aus Gründen des Jugendschutzes Schnitte vornehmen müssen. Sei es bei Spielen oder Filmen, immer wenn die Schere angesetzt werden muss, geht ein Stück Authentizität verloren. Ein bisschen von dem, was einst die Vision der Entwickler war. Sobald bekannt wird, dass Features gestrichen werden, dass Effekte gemildert werden, fällt bei erwachsenen deutschen Spielern das Wort Bevormundung. Und damit haben sie gar nicht so unrecht. Hersteller streichen in vielen Fällen brutale Features, um das Spiel auch in Deutschland verkaufen zu können, ohne auf dem Index zu landen. In der folgenden Galerie zeigen wir euch einige aktuelle Spiele, die extra für den deutschen Markt angepasst wurden. Wer mehr über Indizierung, Beschlagnahme und die Rechte der Erwachsenen lesen will, der scrollt weiter runter.
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Auch wenn indizierte Spiele ohne USK-Einstufung oft "unter der Ladentheke" verkauft werden, nicht jeder Spieler weiß davon. Und erst recht nicht jeder Händler bietet derlei Games an. Und im Internet, zumindest im nationalen, ist es gar nahezu unmöglich, an derlei Games zu kommen, schließlich ist die Bewerbung von indizierten Spielen verboten. Wer also mit gutem Gewissen die deutsche Wirtschaft ankurbeln will, muss zu geschnittenen Produkten greifen. Alle anderen bestellen im Ausland oder verzichten im Notfall auf einen Kauf.
Doch woher kommt eigentlich der so oft genutzte Begriff "Index"? Heribert Heinemann erklärt es im Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Der heutige Index geht auf den Index Librorum Prohibitorum zurück, das Verzeichnis der römischen Inquisition. Darin wurden Werke notiert, die für Katholiken verboten waren. Wer ein solches Buch las, dem drohte die Exkommunikation. Ähnlich wie heute bei Medien aller Art, musste das betreffende Buch zuerst angezeigt werden. Dann wurde es geprüft. Zuerst durch zwei Gutachter sowie den Sekretär der Kongregation für Glaubenslehre, der Zentralbehörde der römisch-katholischen Kirche. Diese zeichnete verantwortlich für den Schutz vor abweichenden Glaubensvorstellungen. Diese drei Herren prüften, ob ein Zensurverfahren notwendig war. Wurde dies bestätigt, ging es in das Hauptverfahren. Daraus ging wiederum ein Beschlussvorschlag hervor, der dem Kardinalsgremium der Inquisition vorgelegt wurde. Die Kardinäle wiederum entschieden dann, ob das Buch tatsächlich als gefährlich einzustufen war. Die Entscheidung traf in letzter Instanz immer der Papst.
Wenn erwachsene Spieler sich beschweren, dann fällt nicht nur das Wort "Bevormundung". Auch eine Berufung auf die Freiheiten der Meinungsäußerung und Kunst wird oft geäußert. Hier sitzen die selbsternannten Bevormundeten allerdings einem Trugschluss auf, da diese Freiheiten nicht ohne Einschränkungen gelten. Eine dieser Schranken sind die Bestimmungen zum Schutz der Jugend. Und zur Einhaltung dieser ist nicht, wie viel zu oft herausposaunt, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zuständig, sondern vielmehr die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Diese Institution ist für die Indizierung der Medien – nicht nur Games – verantwortlich.

Daher ist das ganze eh zu übertrieben.
ist in der dt. Version das schnelle Verschwinden der Leichen die einzige Änderung des Spiels oder kann man in der Uncut-Version da z.B. Gegner Arme/Beine/Köpfe abtrennen :-O ?
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"Verblöden und verrohen" sind hier wiederum Polemik der Politik. Im Endeffekt musst du von der (Lern)psychologischen Seite her argumentieren, wie ich es eben oben versucht habe. Diese Ergebnisse stehen allesamt auf solider wissenschaftlicher Basis und können so nicht von der Hand gewiesen werden, auch wenn Leute die gegen die Zensur von Gewalt argumentieren das gerne ignorieren. Es gibt natürlich keinen direkt kausalen Zusammenhang zwischen einer Gewalttat und einem Videospiel oder Film oder was auch immer. Aber es geht darum, dass der Konsum dieser Medien bei Kindern und Jugendlichen eben eine genrelle Bereitschaft zur Gewalt auslösen kann. Die Gewalttat an sich, lässt sich dann natürlich nicht direkt auf eben diesen Konsum zurückführen, die generelle Einstellung zur Gewalt aber zu Teilen schon.
http://www.amazon.de/Vors...
Manfred Spitzer – Wikipedia
Um mal den Bekanntesten Anzuführen mit seinen zwei umfassenden Werken zu eben diesem Thema. Des weiteren wäre die Pädagogik und die pädagogische Psychologie (insbesondere Lernpsychologie) noch weitere Felder mit denen man sich beschäftigen kann. Und eben diese Leute die richtige Wissenschaft betreiben kommen eben zu dem Schluss, das sowas durch aus einen Einfluss hat. Wie ich dir oben am Beispiel des Modelllernens schon demonstriert habe. Da auf "zig Studien" und einen kurzen Artikel in einem Onlinegamermagazin zu verweißen bekräftigt deine Argumentation nicht im geringsten.