Starcraft 2: Probleme mit Mods im Battle.net 2.0 und Blizzards Reaktion

19
Special The-Khoa Nguyen Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Starcraft 2 schlägt erwartungsgemäß hohe Wellen. Über 1,5 Millionen Verkäufe weltweit nach nur 48 Stunden sprechen eine klare Sprache. Die RTS-Spieler sind begeistert, doch die Modder unter ihnen realisieren das Problem hinter dem Battle.net 2.0. Was ist geschehen und wie reagiert Blizzard? Hier erfahren Sie mehr.

Starcraft 2 stellt für viele Fans das Nonplusultra des RTS-Genres dar. Die Kampagne ist filmreif inszeniert und sucht im Genre ihresgleichen. Die ersten, hochdotierten E-Sport-Turniere haben begonnen und die Starcraft-Modding-Community stürzt sich in den mächtigen Galaxy Editor und moddet munter los.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und werden von den Moddern in aller Vorfreude über den Editor veröffentlicht. Die Restriktionen, die Blizzard seiner neuen „Online-Erfahrung“ gab, fallen noch nicht negativ ins Gewicht. Doch mit der zweiten oder dritten Mod fällt ein 10 Megabyte-Limit auf, das Blizzard den Moddern vorschreibt. „Man könnte doch größere Maps exportieren und auf anderen Seiten anbieten“, werden Sie sich nun sagen. Irrtum. Genau das geht eben nicht (mehr).

Auf der Starcraft 2-Fanseite sclegacy.com heißt es dazu:

Battle.net 2.0 has shied away from the standard map hosting system of Battle.net 1.0, where maps were hosted on web sites or users' local hard drives and then shared via a peer-to-peer connection provided by the service. Instead, all maps will need to be published to Battle.net 2.0 directly and users download it from there.

Übersetzt: Das Battle.net 2.0 weicht vom alten Battle.net-System ab. Dort konnten Maps auf externen Webseiten oder lokalen Rechnern angeboten werden – diese wurden anschließend über peer-to-peer verteilt. Jetzt müssen alle Maps ins Battle.net hochgeladen werden – wo sie die User anschließend auch herunterladen und nutzen können.

AC130K - Ruins: Angekündigte Starcraft 2-Mod. Quelle: Blizzard AC130K - Ruins: Angekündigte Starcraft 2-Mod. Aktive Modder bei teamliquid.net, einer Starcraft-Community-Webseite, haben sich dieses Problems angenommen und es in aller Ausführlichkeit beschrieben. So sieht sich „luxx“ aus dem Forum arg beschnitten. Er hat nach eigenen Angaben über 4.000 Maps für Warcraft 3 designt. Problemlos ließen sie sich in Blizzards RTS von 2002 exportieren und auf externe Seiten hochladen und bequem übers Battle.net hosten – als Custom-Game starten. Dies ist als Modder in Starcraft 2 mit den eigenen Maps immer noch möglich – wohlgemerkt, wenn Sie der Modder selbst sind.

Doch problematisch wird es, wenn Starcraft 2-Communities – und auch PC Games – über besonders gelungene Mods berichten und die Spieler heiß auf diese machen. Das Battle.net erlaubt – momentan – lediglich direkten Zugriff auf die 50 beliebtesten Mods, wenn man ein individuelles Spiel mit Freunden erstellen will. Das mag zwei Wochen nach Release noch nicht negativ auffallen, doch was ist, wenn sich die Modding-Community „warmgemoddet“ hat und nach einem Jahr viele tausend Mods vorweisen kann?

Teamliquid bringt es auf den Punkt. Die einzige Möglichkeit ein Custom-Game mit einer gewünschten Map, beziehungsweise Modifikation (Beide sind bei Starcraft 2 im Grunde genommen das Gleiche) zu erstellen, liegt vor, wenn einer der folgenden drei Punkte zutrifft:

1. Die Map findet sich in der Liste der 50 beliebtesten Maps
2. Sie haben erst kürzlich an einem Spiel mit der jeweiligen Map teilgenommen
3. Sie sind der Modder und haben Ihre Map selbst hochgeladen und veröffentlicht

Ansonsten gibt es in der Tat keine andere Möglichkeit, ein Custom-Game mit beliebiger Map zu starten. Es mag nicht jeder Starcraft 2-Spieler ein Modder sein oder Modifikationen nutzen. Dennoch zeigt Teil 1, dass eine Modding-Community, die sich frei entfalten darf, selbst 12 Jahre nach Release eines Spiels zur Beliebtheit und Aktivität beitragen kann.

Einer der ersten Mods für Starcraft 2. Quelle: Battle.net Einer der ersten Mods für Starcraft 2. Modder oder Mod-Fans könnten dieser Problematik entgehen, wenn Sie Mods von externen Seiten beziehen, über das Battle.net veröffentlichen und das entsprechende Game erstellen - was jedoch nicht funktioniert. Hier würde neben der erwähnten 10 MB-Limitierung ein weiteres Problem auftreten. Pro Spieler dürfen lediglich fünf Maps veröffentlicht werden. Zudem kommt die 10 MB-Limitierung wahrscheinlich eher zum Tragen, wenn man bedenkt, dass DotA-Maps für Starcraft 2 teilweise bis zu 6 Megabyte groß sein sollen. Nicht zu vergessen ist der Umstand, dass momentan unklar ist, ob der Galaxy Editor eine andere Export-Möglichkeit als das Battle.net bietet – Starcraft 2-Mods außerhalb der Blizzard-Plattform stellen derzeit, abgesehen von Beta-Produkten, eine absolute Seltenheit dar.

Teamliquid.net und einzelne Modder formulieren weitere Probleme, die sich durch Blizzard-Restriktionen und improvisatorische Workaround-Möglichkeiten ergeben, beispielsweise Verfälschungen der Beliebtheitswerte der Mods durch Duplicate-Content (durch Umbenennungen von neuen Mods in beliebte Titel der Top-50). Darauf muss an dieser Stelle allerdings nicht näher eingegangen werden.

Fazit ist, dass Modder und Nutzer von Mods für den Anfang, zwei Wochen nach Release von Starcraft 2, möglicherweise noch nicht unter den Restriktionen, die das neue Battle.net mitbringt, leiden müssen. Das ist jedoch nur eine Frage der Zeit. PC Games hat die Punkte im Liquidteam.net-Bericht zusammengefasst, an Blizzard geschickt und bekam Antwort. Schauen Sie auf die Folgeseite.

Bildergalerie

19
  1. Seite 1 Starcraft 2: Die Problematik mit Mods im Battle.net 2.0
  2. Seite 2 Starcraft 2: Blizzards Stellungnahme
    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Zocker4ever Gelegenheitsspieler/in
        Wieder ein toller Grund, Starcraft 2 nicht zu kaufen.
      • Von Zocker4ever Gelegenheitsspieler/in
        Wieder ein toller Grund, Starcraft 2 nicht zu kaufen.
      • Von PeterKr Stille/r Leser/in
        Darf ich mal darauf hinweisen das ALLE Maps, auch die von der Com erstellten, laut AGBs Blizzard gehören. Viel Spass an all die Gratismitarbeiter von Blizzard!
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        Ehrlich gesagt finde ich das gar nicht gut, wenn jetzt der Modbereich auch noch kommerzialisiert wird.
        "Du, ich hab eine supertolle Map gebaut." "Darf ich die auch mal testen?" "5 Euro, sonst geht nichts!"
        1. Es wird nicht jede Popel Map Geld kosten. Man kann Maps auch weiterhin umsonst verteilen.

        2. Für Originelle / Anspruchsvolle / Innovative Maps wie zB DotA besteht grundsätzlich auch bei Bezahlung Interesse

        3. 5€ für eine Map wäre definitiv zu hoch gegriffen - 1€ wäre deutlich realistischer
      • Von Frullo Mitglied
        Blizzard denkt wohl, sie könnten eine selbstregulierende Community durch mehr oder minder ausgefeilte Mechanismen "ablösen" - und dabei vielleicht noch etwas zusätzliches Geld verdienen. Was früher in "freier Wildbahn" geschah (ESports, Modding) soll nun privatisiert und zentralisiert werden - klingt nach Sovjetunion :D und dass das nicht gut gehen kann, hat die Geschichte gezeigt.

        Als Service getarnte Restriktionen werden der Lebenserwartung des Spieles bestimmt keine Vorteile bieten.
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ehrlich gesagt finde ich das gar nicht gut, wenn jetzt der Modbereich auch noch kommerzialisiert wird.
        "Du, ich hab eine supertolle Map gebaut." "Darf ich die auch mal testen?" "5 Euro, sonst geht nichts!"

        Ich hoffe, dass das nicht Schule macht, denn wenn man bei allen Spielen auch noch für Community Maps und Mods zahlen soll, da hört der Spass echt auf.

        Genau so wie ich für DLCs nicht zahlen würde, würde ich das bei solchen Mods auch nicht. Bei allem Respekt vor den Community-Entwicklern.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk