Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter

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Test Christoph Peter Schuster Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Singularity beweist im Test, dass für Zeitreisen nicht zwingend ein DeLorean vorhanden sein muss. Doch überzeugt der Ego-Shooter auch hinsichtlich seiner Qualität?

Große Bosse mit orangenen Schwachpunkten kommen Konsolenspielern bekannt vor. Trotzdem machen sie Spaß. Quelle: pcgames.de Große Bosse mit orangenen Schwachpunkten kommen Konsolenspielern bekannt vor. Trotzdem machen sie Spaß. Der titelgebende physikalische Begriff „Singularität“ stammt vom Lateinischen „singularis“ ab, was so viel wie „einzigartig“ bedeutet. Keine Angst, wir tun hier bloß schlau, in Wahrheit haben wir diese Info gerade erst ergoogelt. Trotzdem verblüfft die Namenswahl in diesem Fall, da der neue Shooter von Raven so ziemlich alles ist – außer einzigartig. Das Szenario eines schiefgelaufenen Experiments auf einer sowjetischen Forschungsinsel riecht bereits nach Klischee, die Retorten-Charaktere führen das logisch fort: der bitterböse russische General, der naive Professor, dessen Erfindung außer Kontrolle geriet, und die sexy Begleiterin, die im Spielverlauf natürlich verschleppt und von Ihnen gerettet wird … alles altbekannt. Eigentlich schade, denn die etwas konfuse Handlung besitzt nette Ansätze und die Grundidee von Singularity überzeugt: Mittels eines speziellen Handschuhs beeinflusst der Spieler die Zeit, schaltet damit Gegner aus und löst knackige Rätsel.

Im fertigen Spiel rückt diese Idee zeitweise etwas in den Hintergrund. Stattdessen schnappten sich die Jungs von Raven ihr letztes Werk Wolfenstein und ersetzten die bösen Nazis einfach durch böse Russkis. Anschließend verfeinerten sie ihr Süppchen mit allerlei Zutaten, die im Action-Genre gerade schmecken: ein guter Happen Bioshock, eine feine Prise Dead Space und ein paar Löffelchen Call of Duty. Außerdem hatten wir einige Déjà-vus aus Ravens Ballerspaß Quake 4 – bei Leibe kein schlechter Titel, aber schon damals nicht gerade originell!

An einigen Stellen nehmen wir besonders große Eingriffe vor, hier reparieren wir beispielsweise einen ganzen Zug. Quelle: pcgames.de An einigen Stellen nehmen wir besonders große Eingriffe vor, hier reparieren wir beispielsweise einen ganzen Zug. Nicht umsonst heißt es allerdings „Besser gut geklaut als schlecht erfunden“ und so sorgt Singularity letztlich für ordentlich Spielspaß. Die Technik hinkt der Zeit zwar stellenweise um zwei bis drei Jahre hinterher, sieht aber zumindest ordentlich aus und besser als auf den Konsolen. Außerdem ist Grafik ja bekanntlich nicht alles. Und obwohl das eigentliche Haupt-Feature des Spiels, die Zeitmanipulation, etwas enttäuscht, punktet Singularity an anderen Stellen. In vielen düs­teren, verlassenen Ruinen liefen uns wohlige Schauer über den Rücken - natürlich nicht so intensiv und atmosphärisch großartig wie in Bio­shock und Dead Space, aber trotzdem äußerst nett. Genauso macht es einfach Spaß, mit einer Minigun so richtig überlegen loszuknattern. Neben solchen Passagen gehörten bisher vor allem Endgegner auch zu den Stärken von Raven Software, doch hier enttäuscht Singularity etwas. Es gibt zwar eine Handvoll fetter Bosskämpfe, doch unterm Strich bleiben diese zu anspruchslos, zu beliebig. Schade Jungs, das könnt ihr definitiv besser!

So fällt auch das Fazit aus. Einer­seits denken wir dauernd: „Mensch, das kriegt ihr doch viel besser hin!“ – andererseits bot uns Singularity trotzdem knapp acht Stunden Ballerspaß in Reinkultur. Obschon wir all das bereits woanders besser gesehen haben, bleibt am Ende ein herrlich klassischer Ego-Shooter mit vielen guten Momenten. Perfekt für Fans der alten Schule und solche, die von Deckungssystemen und automatisch regenerierter Lebensenergie mittlerweile mehr als genug haben.

Schnittbericht:
Zwar gibt es in Singularity Kürzungen und so fehlt neben dem in Deutschland obligatorisch entfernten Ragdoll-Effekt bei Pixel-Leichen auch die Möglichkeit, menschlichen Soldaten gezielt Kopf und Arme abzutrennen. Doch die Mutanten blieben im Gegensatz dazu unbeschnitten und auch sonst bietet Singularity noch reichlich harte und explizite Szenen.

Bildergalerie

Wertung zu Singularity (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Schöner Oldschool-Shooter mit MedikitsSchöne RätselBrauchbar eingesetzte ZeitveränderungAtmosphärisch starke PassagenOrdentliche StoryGute Synchronisation
Technisch altbackenMiserable TexturenViele offensichtliche Ideen-DiebstähleZeitmanipulation nur sporadisch eingesetzt
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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von stormwind82 Anfänger/in
        Also ich frag mich da auch was mit manchen Redakteuren los ist. Das Spiel war meiner Ansicht nach eines der besten Game des damaligen Jahres. Vor allem in Bezug auf Story Ich hatte so viel Fun und hab unheimlich mitgefiebert. Das Ende war auch ein kleines bisschen Mind-Blowing ala "Fight Club". Klar war Grafik und das Waffenarsenal alt und vielleicht auch geklaut. Aber Filme wie Aliens oder Inception haben auch nichts neues Erfunden sondern nur etwas, dass bereits existiert, verbessert!

        Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen. Henry Ford
      • Von stormwind82 Anfänger/in
        Also ich frag mich da auch was mit manchen Redakteuren los ist. Das Spiel war meiner Ansicht nach eines der besten Game des damaligen Jahres. Vor allem in Bezug auf Story Ich hatte so viel Fun und hab unheimlich mitgefiebert. Das Ende war auch ein kleines bisschen Mind-Blowing ala "Fight Club". Klar war Grafik und das Waffenarsenal alt und vielleicht auch geklaut. Aber Filme wie Aliens oder Inception haben auch nichts neues Erfunden sondern nur etwas, dass bereits existiert, verbessert!

        Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen. Henry Ford
      • Von dohderbert Mitglied
        AW: Spieletest - Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter

        spiel macht richtig fun, musste ein paar mal so richtig vom Stuhl springen..
        geile Schockmomente, dagegen ist DeadSpace Fear2 usw ein Kinderspiel !!

        88% würde ich geben.. sieht man ja auch an den leserwertung 86%
        Da hat mal wieder PCGames, naja lassen wir es mal ... **
      • Von Barbierossa Anwärter/in
        AW: Spieletest - Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter

        Einleitend schreibt Ihr:
        "Der titelgebende physikalische Begriff „Singularität“ stammt vom Lateinischen „singularis“ ab, was so viel wie „einzigartig“ bedeutet. Keine Angst, wir tun hier bloß schlau, in Wahrheit haben wir diese Info gerade erst ergoogelt. Trotzdem verblüfft die Namenswahl in diesem Fall, da der neue Shooter von Raven so ziemlich alles ist – außer einzigartig."

        Ihr tut wirklich nur schlau, sonst wäre Euch wohl aufgegangen, daß der Titel irgendetwas mit dem Gameplayelement der "Zeitbeeinflussung" zu tun haben mag. Denn freilich gibt es keine "physikalischen Begriffe", sondern der Begriff Singularität wird hir nur im Physik-Kontext verwendet. Höchstwahrscheinlich ist von den Titelgebern dabei an den Zustand jenseits des Ereignishorizontes gedacht worden, wie er in Schwarzen Löchern vermutet wird, also in Gebieten, in welchen unser Alltagsverständnis des Zeitbegriffes keinen wirklichen Sinn mehr macht. Siehe hier:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Singularität_(Astronomie)

        Nix gegen das Googeln (denn der Wiki-Link erscheint da ja recht weit oben) - aber warum großartig für eine simple Wortspielerei googeln? Oder war dem Autoren tatsächlich nicht bekannt, daß "singulär" ein Synonym für "einzigartig" darstellt?
      • Von DarkVoice1984 Gelegenheitsspieler/in
        AW: Spieletest - Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter

        Grafisch hässlich mehr muss man nicht dazu sagen. Als ich ein Gamplayvideo gesehen hatte war mir klar das es schlecht wird. In der heutigen Zeit ist das kein Standard mehr.

        Und Timeshift war schon richtig schlecht . Das hat mir das Thema Zeitveränderung vermiest.
      • Von ansa2001 Stille/r Leser/in
        AW: Spieletest - Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter

        Also ich find's nicht schlecht, nicht direkt neu, aber gut zusammengemischt und technisch urlaubskompatibel, denn läuft (dank alter Grafikengine) sogar auf meinem Laptop ohne Probleme... Sonne, Bikini und Singularitäten am Strand, was will man mehr ;-)
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