Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

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Special Max Falkenstern Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Ein guter Shooter braucht mehr als eine fesselnde Handlung, unterhaltendes Spielkonzept und atemberaubende Grafik. Eine große, aber oftmals unbewusste Rolle spielt die Künstliche Intelligenz der Gegenspieler. Wir krönen nachfolgend Actiontitel mit den cleversten Bösewichtern und versuchen zu ergründen, was genau eine gute KI ausmacht.

Da hechtet man während eines intensiven Schusswechsels hinter eine Deckung und wähnt sich in Sicherheit, als plötzlich eine angeflogene Granate den virtuellen Bildschirmtod einläutet. Ein cleverer, ja, nahezu menschlicher Schachzug, hat dem Spieler eine vorzeitige Niederlage beschert. Von Ärger jedoch keine Spur. Stattdessen lobt man nach solchen Szenen die Künstliche Intelligenz (kurz: KI) der Pixelgegner. Die eben genannte Situation ereignete sich in dem Ego-Shooter Half-Life (dt.), seinerzeit ein Musterbeispiel für gute Gegner-KI In den zwölf Jahren danach haben die virtuellen Rivalen dazugelernt. In Thief: The Dark Project reagieren die Wachen aktiv auf verdächtige Geräusche, in FEAR. nutzen die Replika-Soldaten viel mehr die Umgebung zu ihrem Nutzen und versuchen, den Spielern geschickt in den Rücken zu fallen. Weitere Beispiele für gute KI haben wir in unserer Galerie unterhalb dieses Artikels verewigt, wobei wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Was aber zeichnet eine gute KI in Videospielen aus und welche Anforderungen muss sie erfüllen, damit die Spieler sie für glaubwürdig halten? Die Meinungen dazu variieren von Entwickler zu Entwickler. "Eine gute KI sollte sich dadurch auszeichnen, dass sie sich nicht immer gleich verhält und so den Spieler mit neuen Aktionen überrascht", erklärt Markus Wilhelm, Senior Developer bei xaitment GmbH, in einem Interview mit unserem Schwestermagazin PCGH. "In vielen Spielen ist es so, dass die vom Computer gesteuerten Gegenspieler immer wieder haargenau das gleiche Verhalten an den Tag legen. Gute Spieler erkennen diese fest gescriptete Spielmechaniken direkt und nutzen die Schwächen der KI gnadenlos aus." Wilhelm arbeitet für ein Unternehmen, das Spieleherstellern fertige KI-Lösungen anbietet und weiß dementsprechend um die Folgen. "Der Spielreiz würde", so die Meinung des Experten, in "kürzester Zeit" verloren gehen.

Das betrifft Videospiele aller Genres, wobei besonders Strategiespiele, wie Command & Conquer, häufiger in die Kritik geraten. Man erinnere sich nur an die Computergegner, die ständig ihre Einheiten an schwer bewachten Stellungen des Spielers verheizen und ihre stupide Taktik nicht einmal überdenken. Wenn das Geld, die Zeit oder eben das Know-How fehlt, bleibt dem Spieldesigner oft nur eine Möglichkeit. Er stattet die Feinde mit größeren Vorteilen, etwa höherem Schaden, enormer Zielsicherheit oder im Falle von RTS-Titeln mehr Ressourcen, aus. Diese Notlösung, die Cheaten gleichkommt, wird von Spielern erwartungsgemäß nicht gerne akzeptiert - ist aber leider weit verbreitet.

Was denken Sie? Teilen Sie die Ansicht, dass der Entwicklung einer cleveren K.I. in Videospielen - etwa im Vergleich zur Grafik - wenig Stellenwert beigemäßen wird? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von G-S-S-Ghosti NPC
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Zitat von nikiburstr8x
        Da muss man Kompromisse eingehen: Willst du weitläufige Areale in denen du dich frei bewegen kannst oder eine gut funktionierende KI? Beides zu gleicher Zeit ist einfach nicht drin - schau dir Boiling Point an: Du kannst dich überall hin bewegen aber die Gegner-KI ist unterirdisch. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten die KI "dumm dastehen" zu lassen. Engere Levelschläuche gaukeln dir vor, die KI wäre ziemlich gut, siehe FEAR ...

        In der Tat. Ich sehe dies genau so und bei FEAR ist mir erstmalig auch die gesteigerte KI begegnet. Aber es waren eben Schlauchlevel. Die Probleme sehe ich in der Schaffung von entsprechenden Algorithmen und in der aktuellen Rechengeschwindigkeit von PCs.
        Würde mich 'mal interessieren, wie die Entwickler die KI derzeitig aufbauen. Allerdings kann ich mir denken, dass dieses Wissen nicht so ohne weiteres preisgegeben wird.
        Vielleicht hat ja jemand, aus der hiesigen Gemeinde, irgend welche Infos (Links, Buchverweise, ....).
      • Von G-S-S-Ghosti NPC
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Zitat von nikiburstr8x
        Da muss man Kompromisse eingehen: Willst du weitläufige Areale in denen du dich frei bewegen kannst oder eine gut funktionierende KI? Beides zu gleicher Zeit ist einfach nicht drin - schau dir Boiling Point an: Du kannst dich überall hin bewegen aber die Gegner-KI ist unterirdisch. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten die KI "dumm dastehen" zu lassen. Engere Levelschläuche gaukeln dir vor, die KI wäre ziemlich gut, siehe FEAR ...

        In der Tat. Ich sehe dies genau so und bei FEAR ist mir erstmalig auch die gesteigerte KI begegnet. Aber es waren eben Schlauchlevel. Die Probleme sehe ich in der Schaffung von entsprechenden Algorithmen und in der aktuellen Rechengeschwindigkeit von PCs.
        Würde mich 'mal interessieren, wie die Entwickler die KI derzeitig aufbauen. Allerdings kann ich mir denken, dass dieses Wissen nicht so ohne weiteres preisgegeben wird.
        Vielleicht hat ja jemand, aus der hiesigen Gemeinde, irgend welche Infos (Links, Buchverweise, ....).
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Zitat von G.S.S.Ghosti
        Aber was hilft es, die KI permanent zu verbessern, wenn Spieleentwickler gleichzeitig hingehen und die Bewegungsgrade der Avatare immer weiter einschränken?

        Da muss man Kompromisse eingehen: Willst du weitläufige Areale in denen du dich frei bewegen kannst oder eine gut funktionierende KI? Beides zu gleicher Zeit ist einfach nicht drin - schau dir Boiling Point an: Du kannst dich überall hin bewegen aber die Gegner-KI ist unterirdisch. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten die KI "dumm dastehen" zu lassen. Engere Levelschläuche gaukeln dir vor, die KI wäre ziemlich gut, siehe FEAR ...
      • Von G-S-S-Ghosti NPC
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Hallo liebe Ego Shooter Gemeinde ...
        dass die KI immer besser wird, finde ich wirklich gut.
        So kann man ein Spiel auch im Single player mode "geniessen".
        Aber was hilft es, die KI permanent zu verbessern, wenn Spieleentwickler gleichzeitig hingehen und die Bewegungsgrade der Avatare immer weiter einschränken?

        Beispiele:

        + Black Hawk down
        Hier kann man seine Spielfigur, liegt sie, nach links und rechts rollen lassen.
        Das geht in anderen Spielen, die ich kenne, nicht.
        + Ghost Recon 2
        Laufend in eine Deckung schliddern. Enweder bäuchlings, oder auf dem Po.
        Das geht in anderen Spielen, die ich kenne, nicht.
        + OFP2
        Gewöhnungsbedürftig, da die meisten Bewegungen, in Echtzeit(!)
        zugelassen sind. Aus dem Liegen in den Stand, dauert ca. 1,5 Sekunden.
        Nix für rusher, wie ich sie häufig in COD6 MWF2 wiederfinde.
        - COD6 MWF2
        Aus einer Deckung rauslehnen, um zu sichten/schiessen, ist nicht mehr
        möglich!
        - BFBC2
        Die Spielfigur kann sich nicht mehr hinlegen.
        Angeblich haben die Spielentwickler dies bewußt so eingerichtet, weil z.B.
        Sniper sonst überhaupt nicht mehr ausmachbar seien.
        Will man knieen, muß man permanent die "C"- Taste gedrückt halten???

        Sonstige Beschränkungen sind mir nicht bekannt. Ich finde aber, dass dies schon reicht. Ein Ego Shooter sollte sich, so weit als möglich, an der Realität orientieren, oder? Idealer Weise gibt man dem Spieler/Server Admins die Möglichkeit, dieses wahlweise ein oder aus zu schalten (Das wäre meine Idee).

        Meine Bitte, an die PC-Games Redakteure ... bemerkt solche "Eigenheiten" in euren Testberichten.

        Noch viel Spass, beim Spielen
        Ghosti
      • Von DonBarcal Mitglied
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Als ich letztens mal wieder Flashpoint gespielt habe, ist mir aufgefallen, dass sich die KI nur innerhalb der Skripte intelligent verhalten hat. Abseits davon waren die Pappkameraden doch ziemlich doof.

        Beispiel: Mission 3 - Combined Arms: Nachdem das Dorf eingenommen war, kam über Funk, dass mehrere T-80 unterwegs waren. Das hieß: Rückzug. Noch während der Flucht bemerkte der Kommandeur die Panzer und befahl dem Panzerabwehrschützen, eins der Dinger anzugreifen.
        Das Beste war, dass der Schütze dann brav zurück zum Dorf gerannt ist und (ich glaube) nach seinem ersten Schuss niedergemäht wurde. :ugly:
      • Von JLS Spiele-Novize/Novizin
        AW: Special - Stärker, schlauer, schneller: Die Evolution der Gegner-KI in Actionspielen

        Call of Duty ist der beste Beweis, dass Spielspass auch quasi komplett ohne KI möglich ist.
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