Dragon Age: Origins - Awakening im Test: Viele Verbesserungen, aber kurze Spielzeit
Nach dem Tod des Erzdämons in Dragon Age: Origins ist nichts mehr wie es war - und doch alles beim Alten. PC Games testet Dragon Age: Origins - Awakening.
Quelle: PC Games
Lieb gewonnene Schätze wie König Cailans Rüstung dürfen wir zum Glück mit importieren.
Während Mitte März auf der Leipziger Buchmesse der Kunst des Erzählens gehuldigt wird, melden sich zeitgleich auch die Geschichten-Primusse der PC-Branche wieder zu Wort. Mit Awakening schiebt Bioware ein klassisches Add-on zum Fantasy-Blockbuster Dragon Age: Origins nach und entführt uns erneut in das düstere Reich Ferelden. Der Schauplatz wechselt allerdings in den nordöstlichen Ausschnitt der bisherigen Spielwelt. Sie besuchen also keinen der aus dem Hauptspiel bekannten Orte, sondern durchstreifen völlig neue Gebiete wie die Stadt Amaranthine, die düsteren Schwarzmarschen oder die gefallene Zwergen-Hochburg Kal’Hirol.
Den Ausgangs- und Mittelpunkt Ihrer neuen Abenteuer stellt jedoch die uralte Festung Vigils Wacht dar. In diesem Gemäuer kämpfen Sie während der ersten Spielstunde gegen die einfallende Dunkle Brut und sind bemüht, die Angreifer zurückzuschlagen. Anschließend geht die Arbeit erst so richtig los: Es gilt, die einst stolze Feste wieder aufzubauen, neue Graue Wächter zu rekrutieren und die Ursache für das ungewohnt zielstrebige Vorgehen der Dunklen Brut zu ergründen – und selbstverständlich zu beseitigen.
Die altehrwürdige Wacht als neues Spielelement gefiel uns dann auch wirklich gut. Schnell stellt sich ein Gefühl von Heimat ein und im Vergleich zum lumpigen Feldlager der Hauptkampagne ist dieses Domizil wahrlich eines Helden würdig. Als Herr über die gesamte Arlschaft (vergleichbar mit der Stellung eines Grafen oder englischen Earl) müssen Sie zudem Audienzen abhalten, als höchster Richter Urteile fällen und sich mit dem Adel herumärgern. Diese Passagen setzt Bioware nett in Szene, bleibt dabei aber zu oberflächlich. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen! Wen angesichts des Diskurses mit arrogantem Adelsvolk hingegen das kalte Grausen packt, der darf solche Aufgaben auf Wunsch seinem Stellvertreter überlassen.
Um die anhaltende Bedrohung durch die Dunkle Brut müssen Sie sich allerdings selbst kümmern. Zur Geschichte möchten wir an dieser Stelle gar nicht mehr verraten, zu groß wäre die Gefahr eines Spoilers. Nur so viel: Die Handlung setzt gut ein halbes Jahr nach den Vorkommnissen des Hauptspiels ein und führt diese angemessen fort. Stellenweise bezieht sich das Add-on dabei auf den zweiten DA-Roman The Calling. Wer selbigen nicht kennt, tut sich anfangs dezent schwer, zu folgen.
Quelle: PC Games
Diese widerliche Kreatur, genannt "Mutter", ist Ihre Hauptwidersacherin.
Den größten Story-Pluspunkt bieten dabei die Widersacher. Sie bleiben zwar grundsätzlich dieselben, der einst grausamen, stumpfen Masse verleiht Awakening jedoch deutlich mehr Tiefe. So erfahren Sie Näheres zu den Hintergünden der Verderbnis und des Erzdämons. Doch auch hier verbleibt Potenzial ungenutzt. Statt zarter Andeutungen hätten wir uns ein umfassendes Eintauchen in die Kultur der Brut gewünscht. Vielleicht gewähren uns die Entwickler ja in Zukunft einen intensiveren Einblick. Bis dahin müssen wir uns leider mit vagen Andeutungen begnügen.
Ganze Arbeit leistete Bioware hingegen bei der Spielmechanik. Und zwar schon zu Zeiten des Hauptspiels. Entsprechend wenig gab es logischerweise zu ändern. Einzig das unausgewogene Balancing bot Anlass zur Kritik und so wussten die Herrschaften in Kanada sofort, wo sie den Hebel anzusetzen hatten.
Infolgedessen gerieten wir in Awakening viel seltener in schier ausweglose Situationen und wurden kaum mit sprunghaften Anstiegen des Schwierigkeitsgrades gequält. Darüber hinaus steckten die Köpfe hinter Dragon Age einige Extra-Arbeit in die Klassen, doch dazu später mehr. Die einzige Schattenseite stellt in Anbetracht dieser Änderungen der leicht gesunkene Schwierigkeitsgrad dar. Bevor wir uns nun aber endgültig als Erbsenzähler outen, stellen wir lieber das Meckern ein und den Schwierigkeitsgrad dafür hoch.
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Die Spielzeit ist für den Preis durchaus reell - man bekommt locker 50h raus, wenn man sich etwas umschaut, experimentiert und die verschiedenen Herstellungen und Nebenquests verfolgt.
Aber große Verbesserungen kann man leider auch nicht feststellen, Kausalitätsbug in quests, eine haklige Steuerung, Entscheidungen, die nur scheinbar Alternativen darstellen, eine KI, die mit 'debil' noch freundlich umschrieben ist, ein oft schlicht unfaires Kampfsystem (Charaktere können nicht über nur hüfthohe Geländer zaubern, Gegnern hingegen macht das oft nichts aus, etc).
Auch das Taktik-Ärgernis No. 1 von Origins - die konstante Bewegunggeschwindigkeit und die reaktionsträgheit des Charaktere - ist erhalten geblieben; ebenso die nicht abzubrechenden Questen, deren Haken sich erst nach vielen Stunden Spiels offenbaren.
Es fühlt sich linearer an und die Gruppengespräche scheinen eher eingeschränkter zu sein, ...Romancen fehlen wohl gänzlich.
Nicht daß das Spiel keinen Spaß machen würde, das tut es ohne Frage, aber eben aus anderen Gründen.
So einen Beitrag (und die Person gleich mit) sollte man eigentlich ignorieren, aber nachdem ich ihn gemeldet habe kommentiere ich ihn mal trotzdem einfach:
Wer ist unsensibler: Derjenige, der ohne nachzudenken Spoiler in seinen Post schreibt, oder der, der andere Menschen im Real life verbrennt?
Unglaublich, was für Leute es gibt.
Zum Thema:
Das Addon macht spaß und sooo kurz finde ich es bissher nicht.
Was mir aber negativ aufgefallen ist, sind die insgesamt knapp gehaltenen Umgebungen. Wo in Neverwinter Nights (Auch in den Addons) Gebäude und Dungeons noch Räume enthielten, die für die Story unwichtig, für die Atmosphäre aber fördernd waren, findet man hier leider nur das wirklich benötigte und relevante.
Hatte man damals zB noch Nebenräume, die lediglich mit 1-2 Schatztruhen bestückt waren, dem Gebäude aber viel mehr Inhalt verschafft hatten (Beispiel: die Inn in der Hauptstadt in NWN 2), so hat man hier nur einen Thronsaal mit zwei unpassierbaren (aufgemalten) Türen. Kein Kapitänsquartier oder ähnliches.
Solche Details sind mir sehr wichtig. Wie das bei anderen ist, weiß ich nicht.
Auch wenn Spoiler ne Schweinerei sind, ob absichtlich oder nicht, bitte ich dich darum solche Äußerungen zu unterlassen. ;)
"Um die anhaltende Bedrohung durch die Dunkle Brut müssen Sie sich allerdings selbst kümmern. Zur Geschichte möchten wir an dieser Stelle gar nicht mehr verraten, zu groß wäre die Gefahr eines Spoilers."
Aha ... nett das ihr nicht spoilern wollt drum packt man auch gleich hier das Bild der Brutmutter mit dem Text:"Diese widerliche Kreatur, genannt "Mutter", ist Ihre Hauptwidersacherin." Dann weiß man auch gar nicht welcher Endgegner auf einen wartet und wie der ausschaut ...
Bei Risen habt ihr doch schon mal so ne Scheiße gebaut und den Endgegner gleich mit in die Gallerie gepackt. Spoiler hasse ich wie die Pest die Menschen die so unsensibel sind würde ich am liebsten in Brand setzen!
Entsprechend darf man sehr wohl erwarten, dass Gefährten mit denen man Ingame deutlich über ein Jahr unterwegs ist ein bisschen mehr als "hallo" zu sagen haben und andere nicht völlig spurlos verschwinden wie der angeblich vom Spieler unzertrennliche Mabari-Hund.
Inwzischen ist ja raus, dass der NPC in der Nähe der Burg ursprünglich dem Spieler Briefe von Leliana und Zevran geben sollte (sind in den Spieldaten integriert) was Bioware aus nicht nachvollziehbaren Gründen in der Endfassung rausgehauen hat.
Apropos rausgehauen, liegt es an meinem PC oder wieso ist die %-Bewertung und die vermutlich deutlich miesere durch die Spieler nicht mehr zu sehen?