Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und Raubkopierer im Detail

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Im zweiten Teil unseres Kopierschutz-Reports werfen wir einen Blick auf den Ursprung der Raubkopie und die verschiedenen Gründe, warum Menschen zur Raubkopie statt zum Original greifen.

In unserem Artikel "Report: Der moderne Kopierschutz - Eine Geschichte von Sinn und Unsinn" haben wir Sie aufgerufen, über Ihr Nutzungsverhalten von Raubkopien und Original-Software zu berichten. Die Resonanz war sowohl im Forum als auch anonym per E-Mail beachtlich. Wir möchten uns an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die uns Feedback zugesandt und dadurch den folgenden Artikel erst möglich gemacht haben. In Teil #2 unserer Kopierschutz-Reports beleuchten wir den Weg der Raubkopie, ihren Urpsung und ihre Verbreitung. Darüber hinaus versuchen wir anhand von Zitaten aus Ihrem Feedback ein Bild über den Raubkopie-"Verbraucher" zu zeichnen und seine möglichen Beweggründe darzulegen. Wenn möglich, liefern wir bestätigende / anders lautende Statistiken. Sie wollen etwas ganz bestimmten zu den Themen Raubkopien und Kopierschutz lesen, was wir bis dato nicht abgedeckt haben? Dann teilen Sie uns Ihren Wunsch im Kommentarbereich mit!

Der Weg der Raubkopie
Der Weg der Raubkopie, entnommen aus dem GVU-Jahresbericht 2006. Quelle: gvu.de Der Weg der Raubkopie, entnommen aus dem GVU-Jahresbericht 2006. Wo kommt sie eigentlich her, die Raubkopie? Um auf diese Frage eine Antwort zu geben, dient die oben dargestellte Pyramide (Quelle: GVU Jahresbericht 2006). Sie erklärt den Weg, den eine Raubkopie zurücklegt, bevor Sie beim "Verbraucher" ankommt. Ausgangspunkt einer jeden Raubkopie ist meist eine einzelne Person, manchmal ein kleiner Kreis von Personen, nie eine große Menschenmenge. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen bezeichnet all jene als "Suppliers", die zuliefern, die Rohmaterial bringen, zum Beispiel mitgeschnittene Kinofilme oder Spiele aus dem Produktionswerk. Das Rohmaterial übergibt der Supplier den Release-Groups ("Veröffentlichungs-Gruppen), wobei der Name eigentlich falsch ist, weil die Release-Groups gar nichts veröffentlichen. Sie nehmen das Material, sie wandeln es um in Bits und Bytes, sie packen es auf Server. Auf Server, die kein Mensch kennt, auf die kein Mensch Zugriff hat, außer natürlich die Release-Gruppen-Mitglieder selbst und ein überschaubarer Kreis an Auserwählten.

Unter eben jenen Auserwählten gibt es solche und solche. Zum einen die Konsumenten, die lediglich konsumieren, was ihnen vor die Finger huscht. Zum anderen die Opportunisten, sozusagen die Verbreiter, die teilen (neu-deutsch: "sharen"), was das Zeug hält. Und so kommt die Raubkopie an den "Verbraucher", sie landet in Tauschbörsen, auf illegalen Download-Servern, im Netz eben. Dort ist sie zugänglich für jeden, der weiß, wie man eine Suchmaschine bedient. Oder den Esel. Oder Kazaa. Oder wie sie alle heißen.

Der letzte Schritt zum "Mass Burning" ist ein kleiner: Wer eine Kopie aus dem Internet herunterlädt, der brennt sie für gewöhnlich auf CD und gibt sie seinem Kumpel. Und der gibt es seinem Kumpel. Und der ... Sie wissen, worauf wir hinauswollen: Die Raubkopie macht die Runde.

Der "Verbraucher" im Detail

Die Frage, ob Raubkopien der Spielindustrie schaden, niemand wird sie je beantworten können. Das liegt ganz einfach daran, dass auch folgende Frage ohne Antwort vor sich hin dümpelt: Sind Raubkopierer potenzielle Kunden? In Anbetracht des uns zugesandten Feedbacks, gefolgt auf den Artikel "Report: Der moderne Kopierschutz - Eine Geschichte von Sinn und Unsinn", äußern wir ein verhaltenes ... Jein.

Folgende Gründe verleiten Menschen demnach dazu, eine Raubkopie zu spielen:

1. Keine Demo-Version des Spiels vorhanden, vorheriges Testen nicht möglich
2. Original hat keinerlei Mehrwert gegenüber der Raubkopie
3. Minderwertige Qualität der Produkte
4. Registrierung des Originals erfordert Übermittlung von persönlichen Daten
5. Tausch und / oder Weiterverkauf nicht möglich
6. Bagatellisierung der Illegalität des Raubkopierens

Ob aus Raubkopierern Kunden werden, sollte sich an den kritisierten Umständen etwas ändern, variiert von Grund zu Grund.

Keine Demo-Version vorhanden, Testen nicht möglich

Eine Demo zu Batman: Arkham Asylum ist bereits erhältlich. Ob sich die Kundenfreundlichkeit in den Verkaufszahlen niederschlagen wird? Quelle: PC Games Eine Demo zu Batman: Arkham Asylum ist bereits erhältlich. Ob sich die Kundenfreundlichkeit in den Verkaufszahlen niederschlagen wird? "Es gibt keine Raubkopie, die ich durchgespielt habe", schreibt uns ein Arno Nym, "ohne nicht für das Original bezahlt zu haben." Spiele, die er nach dem "Ausprobieren" für uninteressant erachtete habe, seien fix wieder von seiner Festplatte verschwunden. "25 Prozent", auf diese Summe schätzt er den Anteil der Gesamtspielzeit eines Produktes, den er mit der Raubkopie verbracht hat. Aus wirtschaftlicher Sicht entspricht das rund 10 Euro; bei einem offiziellen Verkaufspreis von rund 40 Euro, so viel kostet ein "hochwertiges" Computerspiel heutzutage. "Der Industrie ist an mir kein Schaden entstanden - in den letzten 10 Jahren nicht ein einziges Mal!".

Arno Nym bewegt sich mit seinem Vorgehen in einer rechtlichen Schwarzzone, wohlwissend, dass er Illegales bezieht und benutzt. Die Zone wäre grau, vermutlich sogar weiß, würde er die Reihenfolge seiner Aktivitäten ändern: Erst das Original kaufen, dann eine selbstgefertigte Sicherungskopie spielen. Das allerdings ergibt in keinem Verständnis einen Sinn, sofern denn der Zweck des Antestens und Ausprobierens erfüllt werden soll. Arno Nym nennt das: "Einmalig im Konsummarkt." Und damit hat er sogar recht: CDs dürfen Sie im Musikladen probehören, in manchen komplett, in anderen nur ausschnittsweise. Filme dürfen Sie ausleihen, sich anschauen, zurückgeben, danach mit Sicherheit kaufen. All das funktioniert mit PC-Spielen nicht, sollte der Publisher keine Demo-Version zur Verfügung stellen. "In der Spielindustrie wird von mir erwartet, dass ich die Katze im Sack kaufe. [...] Wenn ich nach wenigen Spielstunden feststelle, mir taugt das Gekaufte nicht ... Pech gehabt."

Würde Arno Nym weniger raubkopieren, gäbe es mehr Demo-Versionen? Wahrscheinlich.

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  1. Seite 1 Einleitung, plus: Der Weg der Raubkopie
  2. Seite 2 Der Raubkopierer im Detail: Beweggründe
    • Kommentare (303)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von p4nd4fri3nd Mitglied
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        zitat von einer (höchstwahrscheinlich) scene-nahen Seite: "Die Leecher/Benutzer gehen bei einem Bust fast immer straffrei aus, sind jedoch durch separate Überwachungs- und Protokollierungsmaßnahmen keinesfalls aus dem Schneider." Also würde ich den Text an der Stelle wo erläutert wird was mit Privatpersonen passiert erweitern. Interessanterweise kann man von der Seite (mit einer normalen Registrierung?) nur NFOs herunterladen. Auch interessant: "Kommen wir nun zum Herunterladen. Seit 2007 gilt: Das Herunterladen von Inhalten aus offensichtlich rechtswidrigen Quellen ist verboten. Ebenso natürlich der Erwerb auf CD, DVD, usw. Bis 2007 wurde hier oft von einer Strafverfolgung aufgrund einer Bagatellklausel abgesehen. Seitdem diese Klausel jedoch abgeschafft wurde, kommen auf erwischte Downloader zusätzlich zu möglichen Schadenersatzansprüchen in Höhe von mehreren Tausend Euro auch noch unverschämte Abmahngebühren zu. Daraus hat sich ein regelrechtes Geschäftsmodell entwickelt, denn die Abmahngebühren gehen über den Anwalt direkt an die Rechteinhaber, was oft angenehmer als eine Verurteilung vor Gericht ist."
        hier der link zum kompletten text: http://www.xrel.to/2009-1...
      • Von p4nd4fri3nd Mitglied
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        zitat von einer (höchstwahrscheinlich) scene-nahen Seite: "Die Leecher/Benutzer gehen bei einem Bust fast immer straffrei aus, sind jedoch durch separate Überwachungs- und Protokollierungsmaßnahmen keinesfalls aus dem Schneider." Also würde ich den Text an der Stelle wo erläutert wird was mit Privatpersonen passiert erweitern. Interessanterweise kann man von der Seite (mit einer normalen Registrierung?) nur NFOs herunterladen. Auch interessant: "Kommen wir nun zum Herunterladen. Seit 2007 gilt: Das Herunterladen von Inhalten aus offensichtlich rechtswidrigen Quellen ist verboten. Ebenso natürlich der Erwerb auf CD, DVD, usw. Bis 2007 wurde hier oft von einer Strafverfolgung aufgrund einer Bagatellklausel abgesehen. Seitdem diese Klausel jedoch abgeschafft wurde, kommen auf erwischte Downloader zusätzlich zu möglichen Schadenersatzansprüchen in Höhe von mehreren Tausend Euro auch noch unverschämte Abmahngebühren zu. Daraus hat sich ein regelrechtes Geschäftsmodell entwickelt, denn die Abmahngebühren gehen über den Anwalt direkt an die Rechteinhaber, was oft angenehmer als eine Verurteilung vor Gericht ist."
        hier der link zum kompletten text: http://www.xrel.to/2009-1...
      • Von Shadow_Man Mitglied
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        Zitat von caboose1990
        hmmm also ich downloade nur spiele, die in DE zensiert rauskommen, da ich nicht die möglichkeit habe sie mir aus dem ausland zu importieren/nicht die geduld habe sie mir aus dem ausland zu importieren

        ansonsten, spiele die komplett orginal in DE erscheinen kauf ich mir auch so

        Dann bestell es dir doch einfach aus Österreich, z.b. bei gameware.
        Da brauchst keine Kreditkarte und bei mir z.B. ist das meist nach 2-3 Tagen schon da.

        Es gibt so viele Shops im Internet, wo man Spiele importieren kann. Also das ist schon eine seltsame Ausrede.
      • Von Rabowke Klugscheißer
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        Lies bitte den editierten Beitrag nochmal ... Danke.

        Im Übrigen brauch ich, zu einer Diskussion, nunmal Spiele auf die man sich beziehen kann ... sowas nennt man Diskussionsgrundlage.

        Was mir bei dir öfters auffällt, wenn wir schon auf diesem Niveau diskutieren wollen und die Art & Weise anprangern, dass du irgendwelche Themen mit irgendwelchen merkwürdigen zweiteiler "abfrühstückst".

        Ich setz mich gerne mit Themen auseinander, nur dazu brauch man, richtig erraten: eine Grundlage. In diesem Fall sind es halt x Anzahl von Spiele, die in Deutschland zenziert auf den Markt gekommen sind. Wenn ich diese Spiele hier lesen würde, könnte ich auf Grund von Händlern recht schnell beweisen, dass man halt ohne Probleme & auf legalem Weg an die nicht zenzierten Versionen herankommt. %-)

        'Tschuldige das ich den Dialog suche und mich mit den Beiträgen auseinander setze(n will). %-)
      • Von HanFred Spiele-Guru
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        Zitat von Rabowke
        "Ich mit meinen Aufzählspielchen" ... wenn du Raubkopien unter diesem Aspekt legalisierst bzw. dir das dann egal ist, bitte. Mir ist es nicht egal.
        tu ich ja gar nicht. aber es fällt langsam stark auf, dass du immer wieder gerne fünf oder zehn beispiele haben möchtest. und die waren in diesem fall schnell gefunden. das ist alles.
      • Von Rabowke Klugscheißer
        AW: Special - Spielemarkt: Kopierschutz-Report #2: Raubkopie und

        "Ich mit meinen Aufzählspielchen" ... wenn du Raubkopien unter diesem Aspekt legalisierst willst bzw. dir das dann egal ist, bitte. Mir ist es nicht egal.

        Mittlerweile gibt es halt die Möglichkeiten an Spiele ranzukommen, auf legal Wege, die in Deutschland aufgrund dt. Gesetze nicht ohne weiteres zu bekommen sind.

        Da muss man nicht zu Raubkopie greifen ... das ist der Punkt, den ich hier deutlich machen will.

        Wenn du es nicht verstehen willst, oder kannst, ist es in Ordnung, aber die Frage nach den Spielen wird mir doch wohl noch gestattet sein, hmm?

        Im Übrigen, zum Thema lesen der Beiträge: der User sprach von Spielen die in Deutschland zenziert auf den Markt kamen, nicht von beschlagnahmten Medien. D.h. ein Spiel was hier verändert auf den Markt kommt kann man, belehre mich eines besseren, ohne Probleme als UK / AT Version aus dem Ausland beziehen bzw. sogar den entsprechenden Händler in Deutschland aus Deutschland ( Grotte ).
      Direkt zum Diskussionsende
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