Wilke zum Wochenende: Mehr Geschichte bitte! Nein?
Bioware-Boss Greg Zeschuk fordert mehr Geschichte. Eine gute Forderung - aber auch eine realistische?
Quelle: PC Games
Wilke zum Wochenende #5: Für mehr Story in Spielen ...
Greg Zeschuk spricht mir aus der Seele. In einem Interview aus der vergangenen Woche prognostizierte der Bioware-Chef, Gewalt werde in Zukunft kein Verkaufsargument für Spiele mehr sein. An die Stelle des tragenden Elementes rücke das, was vor mehr als 20 Jahren in Text- und Grafik-Adventures für Motivation sorgte: die Hintergrundgeschichte. Ich bete, dass er mit seiner Vermutung recht behält. Aber wie stehen die Chancen?
Mein Lieblings-Spiel ist kein Text-Adventure, aber ein Adventure. Ein Mix aus Abenteuer, Rollenspiel und Action. Es heißt: Shenmue (Sega Dreamcast, Release: 2000). Und seit ich Shenmue zum ersten Mal durchgespielt habe, konnte mich kein Produkt mehr derart begeistern. Kein Call of Duty 4: Modern Warfare, kein Bioshock, auch kein modernes Grafik-Adventure. Ja, selbst das faszinierende The Void scheiterte an dieser Hürde. Aber woran liegt‘s? Nun, Shenmue hat es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen - und nie wieder loszulassen. Es hat eine Welt kreiert, in die es nur einen Eingang, aber keinen Ausgang gibt. Und genau das erwarte ich von einem Spiel: Eine gute Geschichte reicht nicht, ich will eine, die mich aus der Realität hinaus zerrt und in fremde Welten verfrachtet. In fremde Welten und fremde Personen, in das Schicksal der anderen. Nicht in eines, dass ich mir selbst zusammenbaue. Mit anderen Worten: Je ähnlicher ein Spiel einem Buch ist, desto besser.
Die Sache hat jedoch einen Haken: Es fehlt eine Zielgruppe. Derzeit pauschalisieren wir zwei Arten von Spielern: den "Hardcore-Zocker" und den "Casual-Gamer", zwei extravagant-neumodische Begriffe für Menschen, die entweder viel oder wenig spielen. Der Vielspieler kauft Produkte wie Bioshock, World of Warcraft, Fallout 3 und Konsorten. Er steckt sein Geld in funktionierende, gute, aber altbekannte Konzepte. Der Wenigspieler besitzt eine Konsole von Nintendo, macht klassische Spieleabende mit seiner Familie oder joggt geistig via Gehirntrainer. Der Wenigspieler hat keine Zeit; deshalb steckt er sein Geld in funktionierende, gute, aber kurzweilige Konzepte. So lange beide Gruppen zufrieden sind, werden Entwickler und Publisher festhalten. Festhalten am Funktionierenden.
Die Ausarbeitung von Charakteren, Geschichte und rotem Faden dauert länger als einen schicken Bluteffekt zu programmieren. Oder eine ansehnliche Textur. Das Stichwort einer guten Geschichte heißt Tiefgang. Tiefgang in jeglicher Hinsicht. Das große Problem: Tiefgang heißt in der aktuellen Wirtschaftslage Risiko. Und Risiko kann und will sich niemand leisten. Ob es trotzdem einer versucht? Die Chancen stehen schlecht ...
In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

Bis jetzt haben mich auch nur RPG´s richtig gefangen, das fing auf´em SNES mit Zelda und den ganzen anderen TOP RPG´s an. Konnte gar nicht erst glauben wie lange man ein Spiel spielen kann^^
Den Höhepunkt meiner "bye, bye RL" Phase hatte ich aber mit Final Fantasy VII und das mit der PC Version! Das war das erste und auch letzte mal das ich lieber dort war als hier^^
Was vielen Spielen fehlt ist nicht nur Tiefgang, sondern auch etwas Dramaturgie. Mann kann auch wenn man den Text knapp hält eine mitreisende Geschichte erzählen und zwischenSequenzen müssen nicht oft kommen, können aber dann, wenn gut inszeniert und grade passend sind, auch was länger ausfallen.
Welche Spiele hier noch genannt werden müssen sind Wing Commander 3 u. 4, wobei mir die Story von 4th im Gegenzug zur Masse viel besser gefiel.
Negative Beispiel C&C3, da protzten die mit HD-Filmchen, aber das meiste war uninteressantes bla bla.
Worauf ich hinaus will - ich möchte ein kompaktes Szenario oder eine kleine Welt, die glaubhaft und lebendig ist und nicht irgendwelche Hektarzahlen (far Cry 2) größenwahnsinniger Programmierer hören, die dann komplett leer und leblos sind.
Will diese Quadratkilometer-Angaben auch nicht mehr lesen.
Wieso mich Gothic nicht gepackt hat, kann ich nicht sagen. hab den 1er nicht fertig gespielt und auch den 2er nicht. Das Kämpfen hat mir auch nicht gefallen. An deine besagte Szene kann ich mich entweder nicht mehr erinnern oder ich war noch nicht so weit.
Lands of Lore hab ich nur den zweiten Teil durch aber auch der hat mir sehr gut gefallen. Da war viel Abwechslung dabei auch wenn technisch ein paar Sachen nicht gepasst haben.
F.E.A.R. wäre so ein Beispiel (ok jetzt bin ich im Action Genre) wo ich mir ein Zufallssystem bei den geskripteten Ereignissen gewünscht hätte. Irgendwie wusste man bald schon "jetzt kommt gleich wieder Alma" - dann hat man sich einmal etwas erschreckt und ist man dann gestorben und musste die Sequenz nochmal spielen, war es nur noch öde, weil man schon wusste was passieren wird.
Wenn nach dem einmaligen Sterben aber plötzlich ganz andere geskriptete Events eintreten oder nichts passieren würde, das wäre mal eine Überraschung.
Ist aber wohl zuviel Programmieraufwand für ein Spiel, dass viele nur einmal durchspielen werden, keine Ahnung.
Worauf ich hinaus will - ich möchte ein kompaktes Szenario oder eine kleine Welt, die glaubhaft und lebendig ist und nicht irgendwelche Hektarzahlen (far Cry 2) größenwahnsinniger Programmierer hören, die dann komplett leer und leblos sind.
mich langweilen die Open-World programme extrem (liegt sicher oft an der Umsetzung).
Daggerfall fand ich am Anfang beeindruckend, später öde.
Morrowind: klasse grafik, öde!
Oblivion: öde!
Gothic hat mich auch überhaupt nicht begeistert.
Online Rollenspiele wie WoW--> ÖDE!
Überrascht haben mich hinsichtlich Story und Atmosphäre in letzter zeit eher Spiele aus dem typischerweise nicht so storylastigen Bereichen wie Shooter, Action, jump n Run usw.
Ich würde mehr gescriptete Sequenzen in RPG's stark begrüßen. Am Besten aber in einer Zufallsform, das heißt sie treten nicht immer an der selben Stelle zur selben Zeit unter bestimmten Umständen auf, sondern einmal ja einmal nein, manchmal passiert was ganz anderes. Etwas in der Art um dem Spieler ein einzigartiges Spielerlebnis zu liefern und auch zum erneuten durchspielen zu motivieren.
Die Einbindung des Spielers in diese wunderbare Geschichte war und ist einfach vorbildlich, obwohl es durchgängig Linear aufgebaut ist.
Gothic 1 enthält meiner Meinung nach die beste gescriptete Sequenz die ich jemals gesehen habe, eine Horde Templer stürmen über die Treppen auf einen zu.
Das genau meine ich, die Geschichte wird nicht erzählt, sie wird erlebt.
Solange Eyecandy, Gore und Splatter ausreichen, gibts auch keinen Grund für die Entwickler eine hochtrabende Story mit guter Charakterentwicklung auszuarbeiten, wie Hr. Wilke schon ganz richtig bemerkt hat.
Sieht man sich den Trend der letzten Jahre an, was Entertainment angeht, Kino, Games, Musik und Co., kanns einem Angst und Bange werden. Da wird die Trivialität ja echt schon angehimmelt.
Jaja, ich weiss schon, dummer Pessimist und so. Aber auch wenn Perlen wie Gothic immer mal wieder die Flamme vergangener Zeiten aufflackern lassen, gehört die Zukunft doch Casualgames wie Spore (bäh) und Grafikorgien a la Crysis (kotz).
Selbst Daggerfall hatte mehr Random Events als Oblivion. Musste man nur ziemlich viel lesen. Und das auch noch auf English. OMG!! ;)