Opernsängerin zu werden, das war einst der Traum von Mona de Lafitte, der Hauptdarstellerin von A Vampyre Story. Ein Adventure-Meisterwerk zu erschaffen, das war einst der Traum von Bill Tiller, dem kreativen Kopf von A Vampyre Story. Für beide kam es anders: Mona geriet in die Falle des draxylvanischen Barons Shrowdy von Kiefer und wacht als Vampirin auf. A Vampyre Story fand einen Publisher - verlor ihn. Sollte erst Halloween, dann Weihnachten 2007 erscheinen - tat es nicht. Bekam einen neuen Entwickler zur Seite gestellt, um die technischen Probleme zu bekämpfen - und leidet noch immer unter diesen.
Wer sich mit Mona und ihrem vorlauten Fledermäuserich Froderick auf die Reise begibt, sollte diesen Schwermut ausblenden. Denn der steile (Eck-)Zahn und der flatternde Quälgeist bilden ein phänomenal putziges Paar. Besonders auf Englisch legt die Sprachausgabe mit einem Tempo und der Bildschirmtext mit einer Gewitztheit vor, die an die gute, alte Zeit erinnert, als Lucas Arts nicht nur Lichtschwert-Fuchtelsimulationen produzierte. Die deutsche Fassung hält nicht ganz mit, transportiert aber einen Großteil der Wortspiele und Stimm(ung)en angemessen.
Allein, die Melancholie bleibt erhalten. Weil Mona eine liebreizende und gleichzeitig tragische Gestalt ist, auch wenn Letzteres weniger überzeugt als bei Amanda in Jack Keane. Weil die schwermütige Musik - im Kontrast zu den Jux- Dialogen - und die fein ausgeleuchtete Grafik ein dichtes Ambiente erzeugen, dass man einen Holzpflock neben die Tastatur legen möchte.

Die Monkey Island 3-Wurzeln sind unverkennbar: Manche Kulissen in A Vampyre Story will man ausdrucken und sich an die
Wand hängen, so schön sind sie. Mona wird indes von einer Knoblauchzehe neben der Tür davon abgehalten, das Haus zu betreten.
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