PC Games auf Dino-Jagd: Turok im Test
... Spieler auf Knöpfchen hämmern zu lassen - billig und wohl das glatte Gegenteil von Innovation. Als Belohnung folgt eine fesche Animation, die Turok in überlegener ...
Nach dem Niedergang von Acclaim sind es Touchstone und Propaganda, die Teil 6 auf den PC hieven. Seit Turok 1 sind urzeitliche zwölf Jahre vergangen. Eine Spanne, die zur Erfindung revolutionärer, wenigstens innovativer Ideen reicht - allerdings den beiden Firmen nicht. Man rennt durch einen Dschungel, schießt auf Dinos sowie vermummte Söldner und kriegt bessere Waffen: Shooter-Flatline, vereinzelt Ausschläge nach oben, wenn sich ein T-Rex in XXLFormat aufplustert, zähnefletschend Häppchen verschlingt und wieder beeindruckend den Abgang macht.
... Pose zeigt, wie er der Bestie den Kiefer bricht und einen Drop-Kick ausführt, den Chuck Norris besser beherrscht. Er wirkt trotzdem. Alternative: Messerstich.
Der Normalität gegenüber steht eine Grafik, der selbst Halbblinde den Schönheitsputz von 1996 auf 2008 anmerken. Die Nebelblockaden: ersetzt durch Weitsicht. Anstelle kantiger Models: detaillierte Figuren. Verschwunden die Levelecken: Geschmeidig schmiegen sich Pfade durch den Dschungel. Weg mit der Leere: wehende Sträucher, schief stehende Bäume, mal hinaufgehende, mal abfallende Pfade. Und was in den Zwischensequenzen dem Augenfokus entrückt, verzaubert die Technik mit Unschärfe. Zu verdanken haben wir die Dreidimensionalität der Unreal-Engine 3. Die hat Spieler mit optischen Kabinettstückchen schon in Erstaunen versetzt, als von Turok noch Preview-Bilder erschienen. Inzwischen zündet sie mit kleinerer Flamme.
Turok ist kein Mist. Es ist bloß etwas belanglos. Im Intro raunen Soldaten mit dunklen Stimmen einander zu, man zeigt Härte, so sind Männner. Dann schlägt eine Rakete ins Raumschiff ein, Funken sprühen, Hektik bricht aus, Bruchlandung. Unten aufgekommen , zerstreut sich einmal mehr die Truppe. Turok, der Held, landet im Duo mit einem, der ihn für einen Verräter hält, und statt dass Turok seine Unschuld erklärt, schweigt er bloß, gibt den wortkargen Macho. Wenigstens verstummen die billigen Dialoge rasch, lassen die Waffen in Lautmalerei losdonnern: ratata das Maschinengewehr, wums die Schrotflinte, zing-zing ein Energie-Projektil, wusch der Pfeil und Bogen. Wie üblich empfiehlt sich's, den Kopf ins Fadenkreuz zu nehmen. Dort erwischt, erlischen Lebenslichter am schnellsten. Mit Granaten und variierenden Geschossen, etwa Explosivmunition, fliegen Getroffene im Bruckheimer-Style. Schön das Scrolling: Maus und Tastatur haben die Geschmeidigkeit einer auf Perfektion geschliffenen Steuerung.
und ich muss sagen ,dass das Spiel abgesehen von den von mir bereits unten genannten Punkten und einem sehr nervigen Bosskampf (SPOILER Kapitel "Unter der Erde") das Spiel doch ganz gelungen ist
deswegen erscheint mir die Wertung von 64% etwas wenig
die grafik find ich recht angenehm, nett "gezeichnet" mal ne abwechslung zu den ganzen effektüberladenen sachen wo alles glänzt als ob es ne dicke speckschicht drauf hat ;-)
nach ner weile wird das spiel eintönig, aber es geht ja auch nicht ewig ;-)
Mal ehrlich, gab es schonmal einen verdrehteren und Komplizierteren Satz in der PCG?
Es ist halt ein schmaler Grad zwischen Anspruch und Überforderung, aber wegen mir darf es ruhig mal komplizierter sein.