Turok im Switch-Test: Stark veraltet, mit Wohlwollen ein kurzweiliger, aber teurer Spaß

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Test Benjamin Kegel - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Turok im Switch-Test: Stark veraltet, mit Wohlwollen ein kurzweiliger, aber teurer Spaß
Quelle: Night Dive Studios

I ... am Turok!" Der markige Kampfschrei des legendären Nintendo-Indianers wirkt im Jahr 2019 zwar etwas weniger entschlossen, stolz brüllen darf er aber trotzdem. Lohnt sich Turok auf der Switch? Wir machen den Test!

Bevor ihr euch das gute, uralte Turok (jetzt kaufen 17,49 € ) für die Switch gönnt, müsst ihr euch über eine Sache im Klaren sein: Das Ziel dieses Remakes war es nicht, Turok in die Moderne zu holen, sondern den hoffnungslos veralteten Titel überhaupt wieder spielbar zu machen. Auch wenn die Entwickler dem Indianerkrieger ein technisches und grafisches Upgrade gegönnt haben, stammen Kerngameplay und Spielerführung aus einer anderen Ego-Shooter-Ära. Der Plot übrigens auch: Vor vielen Jahren wurde eine unfassbar mächtige Waffe, genannt das Chronozepter, in acht Teile zerlegt. So sollte verhindert werden, dass sich jemals ein Schurke der Macht dieses legendären Argumentationsverstärkers bedient. Im Spiel tauchen immer wieder blaue Portale auf, die zu Bonus-Räumen führen. Geschickte Krieger nutzen diese Mini-Levels taktisch clever zum richtigen Zeitpunkt. (1) Quelle: PC Games Im Spiel tauchen immer wieder blaue Portale auf, die zu Bonus-Räumen führen. Geschickte Krieger nutzen diese Mini-Levels taktisch clever zum richtigen Zeitpunkt. (1)

Nun hat ein finsterer Zeitgenosse namens Campaigner aber genau das vor: Er will das Chronozepter wieder zusammenfügen, seine Macht weiter verstärken und damit die Grenze zwischen den Dimensionen unserer Erde und den verlorenen Landen sprengen. Denn sobald die Aliens, Krieger und fiesen Saurier dieser zeitlosen Zwischenwelt erst einmal in unserer Heimat entfesselt werden, hält den Campaigner nichts mehr davon ab, sich zum Herrscher des Universums aufzuschwingen! Turok, Schutzpatron der Erde, macht sich auf, um die garstigen Pläne seines Feindes zu durchkreuzen. Ja, man hört fast die Intromusik eines 80er-Jahre-­Cartoons auf Tele 5 aus dieser Prämisse raus, aber so war das damals eben. "Campy Charme" würde der Engländer dazu sagen: Fremdschäm-Unterhaltung.

Turok: Bonusroom Hunter

Egal ob ihr angesichts des Altmeister-Plots erst mal ins Schmunzeln geratet oder nicht: Unterhaltsam ist Turok auf jeden Fall! Ihr werdet in den In jedem Level findet ihr Schlüssel für weitere Welten sowie Bauteile des Chronozepters. Besucht alte Levels zur Not erneut – und sucht sie noch einmal ab. Quelle: PC Games In jedem Level findet ihr Schlüssel für weitere Welten sowie Bauteile des Chronozepters. Besucht alte Levels zur Not erneut – und sucht sie noch einmal ab. zum Teil brutal verwinkelten und verwirrenden Levels eine Menge Geduld mitbringen müssen, um restlos alle Ziele, Verstecke und Bonusareale zu entdecken. Die Mühe lohnt sich aber. Turok versteht und versteckt seine Sachen gut, was entweder den Jagdinstinkt in euch weckt oder euch das eShop-Spiel gefrustet zur Seite werfen lässt. Also, wenigstens virtuell, versteht sich. Neben dem aus euch rausgekitzelten Forscherdrang und den mitunter ebenso kniffligen wie markanten Geschicklichkeitspassagen überzeugt das Spiel vor allem durch seine puristische Action. Getragen wird diese aus den bereits im ersten Teil spürbaren Grundzügen dessen, was die Turok-Serie zu einem legendären Shooter auf dem N64 machen sollte: tonnenweise stylishe Gegner und Monster, erbarmungslose Spezialeffekte aus Feuer und Blut gleichermaßen sowie einige der ikonischsten Waffen, die es jemals in diesem Genre zu bestaunen gab. Angefangen bei Pfeil und Bogen über Shotguns, Miniguns, Raketen- und Granatwerfer bis hin zu futuristischen Energiewaffen ist die Ausbeute hier riesig! Zwar fehlt es bei den Ballermännern noch ein wenig an der echten Kreativität (die kam erst mit Turok 2), nicht aber an der Anzahl oder der ... visuellen Wirksamkeit: Anders als das Original ist die deutsche Fassung des Turok-Remakes für die Switch genauso saftig wie im Rest der Welt. Eine erneute Zensur mir Robotergegnern und entferntem Blut wäre angesichts der aufgebohrten N64-Grafik neben einem heutzutage von der USK durchgewunkenen Doom oder Mortal Kombat ja auch ziemlich albern gewesen.

Hier krachen riesige Felsbrocken gen Boden und zerschmettern unsere Gegner ... und uns. Auf dem N64 (linkes Bild) hingen diese Steine im dichten Nebel im Himmel und fielen so aus dem Nichts auf uns herab. Auf der Switch (rechtes Bild) fehlt der Nebel, weshalb die gut sichtbar in der Luft schwebenden Felsen jetzt wie ein Bug wirken.


Immer mit der Ruhe

Turok muss man vielleicht nicht unbedingt vier Stunden am Stück spielen. Aber es könnte gut sein, dass ihr in vier Stunden ohne Turok 20 Mal Lust Neben der hervorragenden Steuerung mit endlich zwei Analogsticks und vielen weiteren kleinen Neuerungen gibt es jetzt auch freischaltbare Erfolge. Spielerisch ist Turok jedoch im Vergleich zu modernen Shootern hoffnungslos veraltet. Quelle: PC Games Neben der hervorragenden Steuerung mit endlich zwei Analogsticks und vielen weiteren kleinen Neuerungen gibt es jetzt auch freischaltbare Erfolge. Spielerisch ist Turok jedoch im Vergleich zu modernen Shootern hoffnungslos veraltet. drauf verspürt, die Konsole doch wieder für einen kurzen Run durch einen der weitläufigen Levels anzuschmeißen. Denn seines eher eng definiertes Gameplays wegen ist Turok kein Marathonläufer - dem schwer bewaffneten Indianer geht schnell die Puste aus. Weil er seine rigorose Action-Nische aber eben dermaßen gut bedient, regeneriert sich der Spielspaß bereits nach kurzer Zeit wieder. Auch das war bereits zur N64-Ära immer typisch Turok und gilt auch heute noch. Einen großen Anteil daran, dass man bei jeder Rückkehr ins Spiel wieder gut unterhalten wird, tragen auch die variantenreichen Locations. Deren Themenwelten (samt der kniffligen Boss-Kämpfe) halten den Spielspaß frisch - vor allem auch deswegen, weil die einzelnen Areale im genau richtigen Rhythmus stets neue Waffen und Gegner zu bieten haben.

Meinung

Wertung zu Turok (NSW)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
In besserer Form war das originale Turok noch nieTechnisch generalüberholt, war dringend nötigSehr gut steuerbar, inklusive Sensor-FeinvisierungUnzensierte Version, keine Roboter-Gegner
Spielerisch hoffnungslos veraltetRespawnende Gegner können nervenImmer noch klobiges SpeichersystemPreisschild Marke Seismosaurus
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    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HardlineAMD Mitglied
        Die Dreamcast ist eine 32Bit Konsole.
        Es zählt immer nur der Hauptprozessor .
      • Von HardlineAMD Mitglied
        Die Dreamcast ist eine 32Bit Konsole.
        Es zählt immer nur der Hauptprozessor .
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von LOX-TT
        äh PS1 und Sega Saturn = 32 Bit System
        N64 (wär häts gedacht ) = 64 Bit System

        Dreamcast war ne 128 Bit-Konsole und damit in der selben Konsolen-Gen wie PS2, der GameCube und die erste Xbox
        Und? Wie wir heute wissen ist das relativ belanglos, bzw. auch verfälschend, da die letztliche Leistung der Kombination aus CPU und Datenbus nicht unbedingt mit dem Werbebegriff überein geht. Das ist wie mit den MHz Angaben beim PC oder den Megapixeln bei Kameras. Es gibt da etliche weitere Faktoren, die für die Leistung zuständig sind.

        Der Atari Jaguar etwa wurde als 64 Bit System vermarktet, er hatte halt zwei 32Bit Chips drin, die man dann zusammengezählt hat ...

        Um mal zwei 16 Bit Konsolen zu vergleichen, das Mega Drive hatte die "Amiga" CPU mit 8MHz, der SNES hatte theoretisch nicht mal die Hälfte an CPU Leistung aber schlicht und ergreifend einen besseren Grafik- und Soundchip, sodass das SNES am Ende merklich leistungsfähiger war, so konnte das SNES z.B. 256 Farben gleichzeitig darstellen, das Mega Drive nur 64 (und der Amiga sogar nur 32, es sei denn man wählte den Interlace Modus, dann konnte der Amiga ja 4096, nur musste man nach 10 Minuten wegen dem Flimmern dann zum Augenarzt).

        Und ein 16Bit Neo Geo ließ bei 2D Grafik auch die 32 und 64 Bit Konsolen im Regen stehen. Erst die "128-Bitter", die übrigens keine 128Bit Geräte sind, selbst dein heutiger PC ist ja immer noch eine 64Bit Maschine, weswegen man die Bezeichnung auch spätestens ab der PS2 nicht mehr benutzte, konnten da langsam mithalten und ähnliche 2D Grafik auf den Schirm zaubern.

        Achso, die Vorgängerkonsolen (Atari VCS, Colecovision) der 8Bit Generation (NES und Master System), sind übrigens keine 4Bit Konsolen ...

        Zitat von xdave78
        Naja ich sag mal so, man sollte schon den Realitätscheck zwischen dem was man als 10 Jähriger so zu wissen glaubte und dem was tatsächlich Realität war prüfen sollte bevor man es als Wahrheit annimmt. Für Turok gab es damals hohe 80er und auch 90er Wertungen...
        In den Konsolen-Zeitungen.

        Wie ich oben schon schrieb, ich war zu der Zeit schon Multiplattform unterwegs und für Konsolen war Turok schon eine seltene Sensation, da man solche Spiele dort nur selten sah. Als gleichzeitiger PC Spieler hat Turok mir aber damals schon nur ein müdes Schulterzucken entlockt.
        Ein wenig mehr angetan waren wir damals von Goldeneye und Perfect Dark auf dem N64. Wir haben damals immer gedacht wie cool das wäre, die auch auf PC in "schön" zocken zu können.

        Zitat
        Gerade am Anfang und bei Vorzeigetiteln war das aber eben auch wirklich der Verkaufsargument. Viele PS1 Games boten trotz des massiven Speicherplatzens abgesehen von gut gesampelter Musik eigentlich selten was Tolles und die Grafik war zwar 3D aber wirklich übel, hinzu kamen dei erste Gen. wirklich schlechtere Controller (ohne Stick, den haben sie dann ja abgekupfert), was auch der Grund war weshalb sich das N64 mit "besserer Grafik" und nicht selten auch "besseren" Spielen ganz gut behaupten konnte, obgleich es einen lächerlichen Bruchteil der Speicherkapazität zur Verfügung hatte. Man muss halt auch sagen, es war der Beginn der 3D Ära. Zur Zeit des Releases gab es noch keine 3DFX Vodoo auf dem PC - es gab also nichte Vergleichbares für 399 DM - aus heutiger Sicht und ohne den zeitlichen Kontext kann man das überhaupt nicht mehr bewerten.
        PS1: 102,5 Millionen Verkäufe
        N64: 33 Millionen Verkäufe (im Vergleich zum SNES mit 50 Millionen aber schon der erste Rückschlag)

        Das N64 war sicherlich kein Flop, im Vergleich zur PS1 konnte es sich aber nicht annähernd durchsetzen. Ich hatte selbstredend beide damals. Aber niemand wird bestreiten, dass in Europa es die PS1 war, die Konsolen in den Massenmarkt brachte. Die PS1 hatte den großen Vorteil, dass sie ermöglichte illegale Kopien abzuspielen, was die Verkäufe hier auf dem Kontinent, der im Gegensatz zu USA und Japan immer von Heimcomputern dominiert war, wo sich leicht kopieren ließ, ordentlich angekurbelt hat.

        Und die N64 Spiele waren im Vergleich auch sauteuer. Die kosteten ja oft noch mal 10 - 20 Mark mehr als die SNES Module, und die waren schon extrem teuer. Und dann, Grafik ist nicht alles wird ja heute gerne propagiert, das war damals schon nicht anders. Das N64 hatte leider nicht sonderlich viele coole Games, Nintendos Fokus war damals schon die Familienfreundlichkeit. Sony hingegen zielte nicht mehr so auf Kinder sondern primär auf Teenager.

        Mir gefiel Wipeout 64 wegen der besseren Grafik auch einen Ticken besser als Wipeout 2097, aber Wipeout 64 hatte am Ende nur ein wenig Synthie-"Kaufhausgedudel", das einem beim Zocken in schönen Schlaf versetzte, währen die PS1 eben The Prodigy etc. auffuhr, die richtig schön einpeitschen konnten, was einfach eine völlig andere Atmosphäre erzeugte.

        Das N67 kam übrigens hierzulande am 1. März 1997 auf den Markt, der 3DFX Voodoo erschien bereits 1996 und setzte sich mit der Diamond Monster 3D spätestens 1997 dann auch durch. Wer damals Tomb Raider oder die ersten Mech Warrior Spiele mit Glide Patch gespielt hat, für den war Playstation 1 und N64 Grafik einfach nicht mehr ernstzunehmen.
        Konsole habe ich damals wegen der geilen Exklusivgames gezockt, die im Vergleich zum PC schlechte Grafik hat man halt hingenommen. Es war die erste Generation, die nicht mehr mit dem PC mithalten konnte. Wobei man klar sagen muss, dass alleine was Spiele anging Konsole und Computer in den 80ern und 90ern strikt getrennt waren. Es gab kaum Konsolenspiele auf PC und kaum PC Spiele auf Konsole. Das änderte sich tatsächlich erst langsam mit Aufkommen der ersten XBox und den höheren Entwicklungskosten moderner Spiele, die in der heutigen Zeit einfach einen Multiplattformrelease voraussetzen.
      • Von LOX-TT Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Von der restlichen Leistung taten die sich nicht viel.
        äh PS1 und Sega Saturn = 32 Bit System
        N64 (wär häts gedacht ) = 64 Bit System

        Dreamcast war ne 128 Bit-Konsole und damit in der selben Konsolen-Gen wie PS2, der GameCube und die erste Xbox
      • Von suggysug Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von xdave78
        Naja ich sag mal so, man sollte schon den Realitätscheck zwischen dem was man als 10 Jähriger so zu wissen glaubte und dem was tatsächlich Realität war prüfen sollte bevor man es als Wahrheit annimmt. Für Turok gab es damals hohe 80er und auch 90er Wertungen...
        Es macht kein Unterschied ob man 20, 30 oder 10 zu den Zeitpunkt war. 20 Jahre sind 20 lange Jahre von daher nett gestiechelt aber das ist kein Argument. Es steht Aussage gegen Aussage und da bisher auch niemand hier was handfestes legen kann oder möchte gedenke ich lieber bei meiner Erinnerung zu bleiben.
        Hab ja auch gesagt:
        Zitat
        Leider hab ich das Heft der PCgames von damals nicht rumliegen aber vielleicht könnte ja ein Redakteure in die Datenbank schauen.
      • Von xdave78 Mitglied
        Zitat von suggysug
        Wenn ich mich recht entsinne mein ich auch mich recht zu erinnern

        .
        Naja ich sag mal so, man sollte schon den Realitätscheck zwischen dem was man als 10 Jähriger so zu wissen glaubte und dem was tatsächlich Realität war prüfen sollte bevor man es als Wahrheit annimmt. Für Turok gab es damals hohe 80er und auch 90er Wertungen...

        Zitat von Spiritogre
        Jupp, das N64 hatte im Gegensatz zur PS1 Kantenglättung, das war aber auch der einzige Vorteil

        .
        Gerade am Anfang und bei Vorzeigetiteln war das aber eben auch wirklich der Verkaufsargument. Viele PS1 Games boten trotz des massiven Speicherplatzens abgesehen von gut gesampelter Musik eigentlich selten was Tolles und die Grafik war zwar 3D aber wirklich übel, hinzu kamen dei erste Gen. wirklich schlechtere Controller (ohne Stick, den haben sie dann ja abgekupfert), was auch der Grund war weshalb sich das N64 mit "besserer Grafik" und nicht selten auch "besseren" Spielen ganz gut behaupten konnte, obgleich es einen lächerlichen Bruchteil der Speicherkapazität zur Verfügung hatte. Man muss halt auch sagen, es war der Beginn der 3D Ära. Zur Zeit des Releases gab es noch keine 3DFX Vodoo auf dem PC - es gab also nichte Vergleichbares für 399 DM - aus heutiger Sicht und ohne den zeitlichen Kontext kann man das überhaupt nicht mehr bewerten.
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