Online-Sucht: Interview mit einem ehemals Online-Süchtigen
PC Games: Wie bist du dazu gekommen online zu spielen und was hast du gespielt?
Volker: Ich begann erst mit World of Warcraft (WoW), exzessiv online zu spielen. Zuvor spielte ich zwar auch Diablo 2 online, aber nie in der zeitlichen Masse wie bei WoW. Shooter wie Counter-Strike (dt.) hatte ich nie wirklich oft online gespielt - maximal eine Stunde in der Woche. WoW hingegen spielte ich bereits zwei Monate nach Erscheinung teilweise bis zu 16 Stunden am Tag. Meistens ohne Pause.
PC Games: Hast du gemerkt, dass sich das Spiel nach und nach immer mehr in seinen Bann zieht oder war es für dich nur ein normales Hobby?
Volker: Ich habe es durchaus gemerkt, dass ich viel mehr Zeit mit dem Spiel verbringe, als mit allem anderen. Aber es war für mich totaler Quatsch, hier über Sucht nachzudenken. Immerhin war ich sehr zufrieden und hatte eine Menge Spaß, lernte stets Leute kennen und unterhielt mich viel mit anderen auf meinen Reisen in dieser Spielewelt. Ich sah es als Zeitvertreib und Unterhaltung, trotz 16 Stunden Spielzeit dachte ich niemals über Sucht oder unnormales Spielverhalten nach. Leute, die mich darauf ansprachen und meinten, ich sei total süchtig, habe ich immer belächelt.
PC Games: Wie sah ein normaler Tag für dich aus?
Volker: Da ich oft sehr spät ins Bett gekommen bin, stand ich auch automatisch sehr spät auf. Ich spielte manchmal bis 6 Uhr morgens. Tatsächlich stellte ich aber auch den Wecker, um möglichst viel vom nächsten Tag zum Spielen nutzen zu können. Alles drehte ich um WoW. Ich stand oft sogar Müde auf und setzte mich sofort an den PC. Dann spielte ich wieder bis spät in den nächsten Morgen. Mag sich vieleicht langweilig anhören, aber das war diese Ersatzwelt für mich ganz und gar nicht .
PC Games: Wie hat das Spiel dein Leben verändert? Wie haben Freunde und Familie reagiert?
Volker: Das Spiel war Nr. 1 in meinem Leben. Wenn ich mich denn mal vom PC losreisen konnte und mich mit Freunden traf, ging es hauptsächlich um das Thema WoW. Ich habe auch Kontakte zu Menschen gemieden, mit denen ich mich nicht über dieses Thema unterhalten konnte. Es hätte mich gelangweilt. Oft kamen dann Aussagen meiner Freundin wie "Komm doch mit - da ist auch XY und dann könnt Ihr über WoW reden". Auch dieses Phänomen war kein Anlass zum Nachdenken. Ich sah es als normales Hobby an, über das ich auch "fachsimpeln" wollte.
PC Games: Bist du offen mit deinem Problem umgegangen oder hast du versucht es zu verstecken?
Volker: Ich machte mich sogar teils darüber lustig. Wenn ich mit Freunden darüber geredet habe, dass wir sehr viel Spielen, dann wurde dies immer in den Dreck gezogen. Sprüche wie "Wenn ich so weiter mache, brauche ich noch Antitrombosespritzen", oder gar "komm wir holen uns Infusionsflaschen, dann brauchen wir nicht mal mehr essen oder trinken und brauchen gar nicht mehr vom PC aufstehen". Hört sich extrem an, aber so spielten wir das ganze auch stark runter. Ich fand diese Gespräche lustig und habe mir auch hier nie Gedanken drüber gemacht.
PC Games: Wie bist du aus der Sucht herausgekommen? Welche Tipps kannst du anderen Spielern geben?
Volker: Ich habe wohl etwas Glück gehabt, denn mein PC ging kaputt und da das Geld war knapp. So wurde ich wohl dazu gezwungen, nicht mehr zu spielen. Anfangs war da eine Leere und ich fühlte mich unheimlich gelangweilt. Ich hatte nun auch Zeit zum Nachdenken und zum Zurückblicken in ein total verkorkstes Dasein. Alles verloren (Job, einige Freunde), begriff ich das ich süchtig war. Ich beschäftigte mich mit diesem Phänomen und erfuhr schnell, dass ich nicht der Einzige war, dem es so oder ähnlich ergangen ist.
Ich machte ein Online-Forum für Spielsüchtige auf und das war dann mein Abschied aus der Spielwelt. Immer mehr erfuhr ich durch Forennutzer, dass es viele Beziehungen zerstört und die Menschen es teilweise nicht merkten. Ähnlich wie bei mir. Ich möchte aber auch betonen, dass es nicht die Spieleindustrie ist, die daran Schuld trägt. Man kann von so vielen Dingen süchtig werden und man muss hier klar sagen, dass manche Menschen eben suchtanfälliger sind, als andere. Es gibt genug Spieler, die mit der Spielzeit umgehen können.
wollt ih HdRO Buch 11 eigentlich völlig ignorieren?
Letzten Endes, nachdem ich das Spiel verkauft habe, hatte ich echte Sucht nach dem Game. Aber nach zwei Wochen war es vorbei.
Beim Erscheinen des Addons musste ich aber mal wieder einsteigen, einfach so um zu schauen wie es ist.. aber es hat mich nie wieder so gepackt wie früher. War auch nur lvl 48 mit nem Blutelfen Pala... langweilig ! Nun mach ich in der Richtung nix mehr, ab und zu mal CS:S aber sehr unregelmäßig.