Online-Sucht: Interview mit Prof. Dr. rer. nat. Sabine M. Grüsser-Sinopoli
Prof. Dr. rer. nat. Sabine M. Grüsser-Sinopoli
Interview mit Prof. Dr. rer. nat. Sabine M. Grüsser-Sinopoli, Leiterin Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, zum Thema Online-Sucht.
PC Games: Wo hört normales Spielen auf und wo fängt Sucht an?
Grüsser-Sinopoli: In Deutschland gewinnt das Thema exzessive Nutzung elektronischer Medien auch im wissenschaftlichen Bereich erst in jüngster Zeit verstärkt an Aufmerksamkeit. Dabei scheint insbesondere der Computerspielsucht - entgegen dem weiter gefassten Begriff der sogenannten "Internetabhängigkeit" oder "Online-Sucht"- eine besondere Rolle zuzukommen. Leider gibt es dabei auch neue Belege für den Nachweis eines Suchtpotenzials. Dieser Nachweis zeichnet sich bei unseren Untersuchungen sowie auch den Erfahrungen aus dem klinischen Alltag sehr deutlich ab.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das World Wide Web ein virtueller Raum ohne Grenzen und Hürden, ein Mekka für die Informationssuche, ein Raum in dem jeder seine individuellen Bedürfnisse, Phantasien und Träume ausleben kann, ist. Hier können kommunikationsfreudige Menschen weltweit schnell und einfach miteinander Kontakt aufnehmen. Dabei handelt es sich aber i.d.R. um eine normale Nutzung. Dauer und Häufigkeit der Computernutzung alleine ist kein hinreichendes Kriterium für eine Suchtdiagnose. Nicht jedes Verhalten, dass ab und zu exzessiv durchgeführt wird ist gleich süchtiges Verhalten. So müssen Merkmale bzw. Kriterien einer Abhängigkeitserkrankung in bezug auf das Computernutzungsverhalten über einen längeren Zeitraum hinweg zutreffen.
Grundsätzlich gilt: Wer den sich vollziehenden Wertewandel in unserer modernen Mediengesellschaft und somit auch weite Bestätigungsfelder unserer Kinder und Jugendlichen verstehen will, muss sich mit der Allgegenwärtigkeit des Internets und somit auch der exzessiven Nutzung adäquat auseinandersetzen.
Von einer Abhängigkeit/Sucht spricht man dann, wenn der Computerspieler das Computerspielen zweckentfremdet benutzt, d.h., das Spiel dient dazu, um einer mit Problemen beladenen Realität zu entkommen, negative Gefühle zu regulieren bzw. Stress abzubauen. Gelingt das mit Hilfe des Computerspiels, lernt das Gehirn wie bei einer Droge: Die Computernutzung tut gut, um über die Probleme hinwegzukommen. Dieses exzessive Verhalten ist deshalb auch insbesondere im Kindes- und Jugendalter so gefährlich, da hier eine adäquate Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen unter Umständen verlernt bzw. gar nicht erst erlernt wird. Durch die herausragende Bedeutung wird das Computerspielen zur wichtigsten Aktivität des Betroffenen und dominiert Denken, Gefühle und Verhalten. Wenn die Computernutzung zur einzigen noch effektiven Verhaltensstrategie, um mit Emotionen umzugehen, geworden ist und die Abhängigkeitskriterien erfüllt werden, dann kann von süchtigem Verhalten gesprochen werden.
Kontrollverlust der Spielzeit, merkliche Leistungseinbußen im schulischen Bereich und vegetative Symptome (Nervosität, Unruhe, Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus) werden als Folge des exzessiv ausgeführten Verhaltens von Betroffenen oder deren Angehörigen berichtet. Einhergehend sind häufig Tendenzen von Vereinsamung und Ängsten in "realen" sozialen Beziehungen sowie aggressiver Spannungsabfuhr bei Verhinderung des Computerspielens. Gleichzeitig ist bei den betroffenen Jugendlichen oft die Einsicht in die Relevanz des Problemverhaltens und dessen Folgen herabgesetzt.
Der Artikel ist zweieinhalb Jahre alt, das kann sich
geändert haben. Wann warst du in Therapie, falls
du das sagen magst?
Weil ihr ja in einem anderen Artikel geschrieben habt das die Krankenkasse einen Fall der Therapie nicht übernehmen liegt ihr falsch.
Ich war auf das Spiel World of Warcraft süchtig und bin in Bredstedt, in der nähe von Hamburg, 12 Wochen auf Therapie gegangen.
Wenn ihr es mir nicht glauben solltet, oder ihr nähreres wissen wollt schreibt mich an, weil World of Warcraft hat ein sehr hohes Suchtpotential und ich würde gern mal einigen Leuten vielleicht sogar die Augen öffnen, aber wenigstens zeigen das die Sucht schon früher beginnt als man sich selber zugestehen will.
Das schlimme dabei ist auch das die meissten Angehörigen das nicht wirklich wahrnehmen, da man ihnen selbst sachen wie, ich bin nicht süchtig, ich kann jederzeit damit aufhören, usw. verspricht.
MfG Andy