Deutsche Tugenden in internationalen PC-Spielen
Bier, Oktoberfest, Krauts, Autobahn. Begriffe, die uns um die Ohren gepfeffert werden, wenn man im Ausland nach einer Beschreibung Deutschlands und seiner Einwohner fragt. Alles Dinge, die durchaus ihre Berechtigung haben. Aber ist es nicht so, dass uns Deutschen auch die Tugenden Fleiß, Ordnung und Verlässlichkeit anhängen? Gut, es mag noch mehr geben, doch sind diese drei die wohl am häufigsten genannten. Vor allem Fleiß und Ordnung spielen in der Arbeitswelt eine große Rolle, sind im Ausland doch deutsche Arbeitskräfte sehr gefragt.
Münzen wir die Tugenden auf PC-Spiele um, so ergibt sich daraus eine interessante These. Nehmen wir als Beispiele die Gothic- und Anno-Serie. Spiele, die hierzulande erstens großartige Wertungen erzielten und sich zweitens unheimlich gut verkauften. Wenden wir unseren Blick dann aber in die USA oder andere Länder, schaut es dahingehend eher mau aus. Anno 1701 erhielt gerade mal eine Durchschnittswertung von 79,7 %. Nicht viel besser steht es um Gothic 2 (79,0%). (Quelle: gamerankings.com) Die Verkäufe sprechen keine andere Sprache. Betrachtet man die Serien, so fällt auf, dass alle Spiele zeitaufwendig und komplex sind. Zwei Aspekte die zwar in Deutschland gut ankommen, in den USA und anderen Ländern aber scheinbar nicht gefragt sind.
Und genau hier kommt die Überleitung zu den eingangs angesprochenen Tugenden. Betrachten wir nur mal Anno 1701. Sie bauen eine Stadt auf, pflegen Ihre Einwohner, stillen Bedürfnisse, treiben Handel und Krieg. Viele Aufgaben, die es gilt, mit Fleiß zu meistern. Halten Sie dabei keine Ordnung, legen zum Beispiel unrentable Handelsrouten fest, regiert das Chaos, das Spiel wird unattraktiv und langweilig. Das steht nicht im Einklang mit der amerikanischen Tugend Wagemut. Impliziert diese nicht den Risikofaktor? Risiko ist zwar auch in Anno gefragt, doch eher marginal denn essenziell. Spiele, die weniger unsere Tugenden fordern sind es, die im Ausland Erfolge feiern.
Nicht umsonst schraubte Ubisoft den Umfang bei Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs drastisch herunter und ließ für den amerikanischen Markt ein anderes Cover anfertigen. Wirkt es bei uns eher bäuerlich und friedlich, erscheint die US-Packung kriegerisch, fast schon herausfordernd. Ein geschickter Marketing-Schachzug.
Fraglich ist allerdings, warum eine hochkomplexe Serie wie Galactic Civilizations Traumwertungen erhielt und sich in den USA auch dementsprechend verkaufte. Spricht es vielleicht den imperialistischen Drang der Amerikaner an, die nach Macht und Größe streben?
Dann ist also z.B. die Gothic Reihe von deutschen Tugenden geprägt, weil's kein Hack'n Slay RPG ist? Deshalb kam Sacred dort besser an? hmmm....
Und wenn ich mal Wirtschaftssims heranziehe, dann heisst es doch im Grunde immer "Ohne Fleiß keinen Preis" und diese "Tugend" dürfte/sollte doch jedem klar sein bzw. sorgt das Leben schon dafür das man es erfährt ;)
ich hab nämlich ehrlich gesagt keine ahnung, was du grad von mir willst. :ugly:
in der wertung ausländischer publikationen drückt sich aus, ob man auch dort was mit unseren -angeblichen- tugenden anfangen kann.
also ist genau das unser thema. ;-)
Und wenn ich mal Wirtschaftssims heranziehe, dann heisst es doch im Grunde immer "Ohne Fleiß keinen Preis" und diese "Tugend" dürfte/sollte doch jedem klar sein bzw. sorgt das Leben schon dafür das man es erfährt ;)
Und nicht darum warum Game X hier mehr/weniger % bekommt als in den USA oder der BRD.
in der wertung ausländischer publikationen drückt sich aus, ob man auch dort was mit unseren -angeblichen- tugenden anfangen kann.
also ist genau das unser thema. ;-)
allerdings verstehe ich nicht, warum der thread nicht noch ein bisschen am leben erhalten wird, ua indem sich der autor, der ja auch die diskussion angestossen hat, weiterhin an dieser beteiligt. :-o
allerdings verstehe ich nicht, warum der thread nicht noch ein bisschen am leben erhalten wird, ua indem sich der autor, der ja auch die diskussion angestossen hat, weiterhin an dieser beteiligt. :-o