An diesem Spiel hätte Jules Verne seine helle Freude gehabt: Dampfgetriebene Maschinen bekriegen Menschen fressende Dinosaurier.

Paraworld Drei Forscher haben die Entdeckung ihres Lebens gemacht: Dinosaurier sind weder ausgestorben noch stammen sie von der Erde. Die Reptilien bevölkern bis zum heutigen Tag eine Parallelwelt, die unserem Blauen Planeten ähnelt. Von Zeit zu Zeit öffnen sich Portale, durch die Gegenstände und auch Lebewesen zwischen den beiden Welten hin- und herreisen. Die Wissenschaftler wagen sofort einen Trip ins Paralleluniversum, nur um dort chaotische Zustände vorzufinden. Skrupellose Erdenmenschen haben die Paraworld vor ihnen entdeckt und versuchen, die Dino-Population sowie drei einheimische Völker zu unterjochen. Zu allem Übel sind die Forscher in der Saurierwelt auch noch gestrandet.

Klassisches Strategiespiel?

Paraworld Paraworld besitzt alle Elemente, die ein reinrassiges Echtzeit-Strategiespiel ausmachen: einen umfangreichen Basisbau, das Sammeln von Rohstoffen und drei unterschiedliche Völker. Mit von der Partie sind die an Wikinger erinnernden Norsemen, das Nomadenvolk der Dustrider und der asiatisch angehauchte Dragon Clan (siehe auch Kasten auf Seite 115). Außerdem führen Sie Helden durch die Parallelwelt, die über eine Reihe von Spezialfähigkeiten verfügen.

Die Entwickler haben sich bemüht, die drei Spielfraktionen deutlich voneinander abzugrenzen. Gelungen ist dies aber nur teilweise. Die Dustrider sind ein mobiles Volk, der Dragon Clan legt gern Fallen und die Norsemen setzen auf Festungen. Die Kampfeinheiten aller Seiten gleichen sich jedoch stark. Bogenschützen laufen in Verbindung mit Transportsauriern stets zur Höchstform auf, egal unter welcher Flagge sie kämpfen, und die Nahkampfdinos der drei Fraktionen unterscheiden sich hauptsächlich im Aussehen.

Völlig neuartig ist der Army Controller. Im 52 Plätze umfassenden Controller werden automatisch all Ihre Einheiten einsortiert, vom Arbeiter bis zum riesigen Saurier. Sind alle Plätze belegt, dürfen Sie keine weiteren Truppen ausbilden. Was sich wie eine im Genre typische Begrenzung des Einheitenlimits anhört, bietet in Wahrheit mehr. Der Army Controller ist zusätzlich in fünf Ausbaustufen unterteilt.

Die niedrigste Stufe umfasst 25 Slots, in denen Sie Arbeiter, Handelswagen und einfache Kämpfer unterbringen. Rüsten Sie einen Stufe-1-Krieger auf Stufe 2 auf, wird dieser kampfkräftiger. Allerdings stehen auf der zweiten Stufe nur noch 15 freie Slots bereit. Da Sie nicht beliebig oft aufrüsten dürfen, müssen Sie überlegen, welche Einheiten Sie verbessern und welche nicht. Solche Upgrades erfordern einen bestimmten Rohstoff: nicht Nahrung oder Holz, sondern Schädel. Diese bekommen Sie nur, wenn Sie Feindeinheiten töten oder Jagdwild erlegen.

Schädel brauchen Sie aber nicht ausschließlich für den Army Controller. Die Dustrider zum Beispiel benötigen diesen Rohstoff, um eine Epoche voranzuschreiten und bessere Waffen zu erhalten. Damit sind alle drei Völker gezwungen, nach wenigen Minuten Kämpfe auszutragen, statt sich in der eigenen Basis einzuigeln. Das ist an sich nichts Neues, doch Paraworld gewinnt durch die Kombination aus Offensivzwang und Army Controller gegenüber dem Strategie-Einerlei an Profil .

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