Ein vermummter Söldner, ein grantiger Riesenmaulwurf, ein auf Hochglanz polierter Roboter und ein müffelndes Großväterchen - das sind die Lionhearts. Eine Bande tollpatschiger Strauchdiebe, die zu strahlenden Weltenrettern avancieren; unfreiwillig, versteht sich. Eigentlich wollte das Quartett dem herrschsüchtigen König lediglich das "Buch der Regeln" stibitzen, um den Coup ihres Lebens zu landen. Wie sich im Verlauf des hanebüchenen Abenteuers herausstellen soll, retten die Antihelden auf diesem Weg aber ein ganzes Märchenreich.
"Wir brauchen Waffen"
Bereits der Vorspann macht deutlich, dass Planet Moon Studios seiner Linie treu bleibt. Wie das Erstlingswerk Giants: Citizen Kabuto setzt auch Armed & Dangerous auf eine humorvolle bis abgedrehte Inszenierung der Geschichte. Da wird der verkühlte Greis Rexus zum Aufwärmen schon mal ins Hinterteil eines vorbeilaufenden Tieres geschoben oder es wird ein heiliges Lamm geschlachtet. Auch der Spielablauf erinnert an den Quasi-Vorgänger und setzt auf unkomplizierten Ballerspaß. Sie steuern Roman, den Anführer der Truppe, und tragen maximal drei Waffen bei sich. Das Arsenal reicht dabei vom simplen Karabiner über ein Scharfschützengewehr bis hin zu abgefahrenen Schießprügeln wie der Haifischkanone. Setzen Sie diese ein, gräbt sich eines der Fleisch fressenden Flossentiere ins Erdreich und labt sich an umstehenden Gegnern. Armed & Dangerous bietet diverse dieser kreativen Kriegsgerätschaften (siehe Extrakasten), mit denen Sie sich in Pubs eindecken. Neben dem Waffenerwerb bieten die gemütlichen Kneipen auch die Möglichkeit, die Kampftruppe zu heilen - darüber hinaus wird automatisch gespeichert. Das können Sie allerdings auch jederzeit selbst tun.
Demolition Man
Auf Ihrem Weg zum königlichen Prunkschloss gilt es, insgesamt 21 lineare Levels zu meistern, in denen die Löwenherzen übergroße Kriegsroboter in ihre Einzelteile zerlegen oder arglose Minenarbeiter aus der Sklaverei befreien. Diese Einsätze erledigen Sie meistens in Begleitung von zwei Teamgefährten, die mit rudimentären Befehlen wie "Bewachen" oder "Angreifen" kommandiert werden, oder Sie stürmen im Alleingang durch die Areale. Grundsätzlich gilt: Erst schießen und dann noch immer nicht denken. Armed & Dangerous setzt auf spaßige Zerstörungsorgien und ein Missionsdesign, das Dauerfeuer zur Maxime erklärt. Dabei setzen Sie sich nicht nur mit Maschinengewehr gegen Oger und Offiziere zur Wehr, sondern pulverisieren auf Wunsch auch mit Mörser und Raketenwerfer die örtliche Architektur. Das kann Spiel entscheidend sein, wenn es sich um monarchische Baracken und Abwehreinrichtungen handelt, oder ist desaströser Spaß, wenn Sie (selbstredend unbewohnte) Zivilgebäude sprengen.
Geschütz-Schütze schützt
Aufgelockert wird der Spielablauf, indem man Sie des Öfteren an ein stationäres Geschütz setzt, von dem aus Sie Städte verteidigen. Das ändert jedoch nichts daran, dass Armed & Dangerous zur Halbzeit recht eintönig wird. Die Waffensysteme haben Sie kennen gelernt und die Missionstypen "Zerstöre Gebäude x" oder "Befreie x Geiseln" wiederholen sich. Bei Laune halten dann vor allem die ansprechende grafische Gestaltung sowie die schwarzhumorigen Zwischensequenzen.
Action-Fans mit einem Faible für schwarzen Humor sind bei Armed & Dangerous goldrichtig.
Ich gestehe: Armed & Dangerous hat mir einen Heidenspaß gemacht. Dafür, dass ich über die Spielzeit von knapp zehn Stunden auf Rätsel oder spielerische Abwechslung verzichten musste, haben mich Nonstop-Action und die genialen Zwischensequenzen ausreichend entschädigt. Wer damit leben kann, ist beim zweiten Spiel von Planet Moon Studios genau richtig. Die Grafik ist zwar ausnehmend hübsch, mit geringer Sichtweite und den immer gleichen Monstern als Gegnern aber auch nicht übermäßig spektakulär. Dass Sie sich hin und wieder mithilfe eines Jetpacks in die Lüfte erheben dürfen, ist nett, vermag jedoch nicht über das simple Spielprinzip hinwegzutäuschen. Wer bereits mit Spielen wie MDK oder Giants seinen Spaß hatte, sollte sich Armed & Dangerous nicht entgehen lassen.
77% sind eigentlich eine Wertung die für Fans des Genres heißt: Kannste mal 'nen Blick riskieren.
77% ist doch keine schlechte Wertung, ist nur Schade, daß viele dies schon als schlechte Wertung sehen. 77% = "Gute" Spiele mit kleinen Schwächen, was jedoch - insbesondere zum geringeren Preis wie z.B. LowBudget - durchaus sehr viel Spaß machen kann (Wenn einen das Spielprinzip anspricht). Problem ist mitunter nur, daß es keine besseren Alternativen gibt. Giants hat im Test lediglich einen Prozentpunkt mehr bekommen und bei MDK macht sich der Zahn der Zeit auch deutlich bemerkbar und ist IMO auch nicht besser.
Der Hersteller des Games hat ja mit Giants gezeigt das Spiele auch humorvoll sein können (schwarzer Humor). Demnach wird auch A&D in erster Linie die Fans von Giants ansprechen. Diese werden mit Sicherheit nicht wirklich auf irgendwelche Wertungen achten sondern das Spiel mit ruhigem Gewissen erwerben. Es ist schon komisch wie mittlerweile fast jeder ein gutes Spiel an der Wertung erkennen will. Giants hat mir z.B. damals wegen der Grafik, der großen Karten und dem lustigen Multiplayermodus verdammt viel Spaß gemacht. Da konnten selbst viele der 90% Games nicht wirklich mithalten. Sprich: Solange der Inhalt/Humor stimmt und die technischen Probleme nicht zu kritisch sind achte ich herzlich wenig auf "schlechte" Wertungen im Bereich von 70-80 %.
Wie dem auch sei, A&D wird sich sicherlich hervorangend mit dem immer noch auf meiner Platte installierten Giants verstehen.
77% sind eigentlich eine Wertung die für Fans des Genres heißt: Kannste mal 'nen Blick riskieren.
77% ist doch keine schlechte Wertung, ist nur Schade, daß viele dies schon als schlechte Wertung sehen. 77% = "Gute" Spiele mit kleinen Schwächen, was jedoch - insbesondere zum geringeren Preis wie z.B. LowBudget - durchaus sehr viel Spaß machen kann (Wenn einen das Spielprinzip anspricht). Problem ist mitunter nur, daß es keine besseren Alternativen gibt. Giants hat im Test lediglich einen Prozentpunkt mehr bekommen und bei MDK macht sich der Zahn der Zeit auch deutlich bemerkbar und ist IMO auch nicht besser.