Poptop Software hat mit dem dritten Teil der Railroad Tycoon-Reihe voll ins Schwarze getroffen. Die PC-Games-Leser loben neben dem ausgeklügelten Wirtschaftssystem vor allem die gebotene Komplexität sowie die hohe Langzeitmotivation. Kritisiert wurden lediglich die mitunter recht sterile Grafik mit tristen Landschaften sowie der umständliche Gleisbau. Letzterer verleidet vielen Spielern den Spaß allerdings so sehr, dass ein Patch wünschenswert wäre.
Fünf Fragen an den Hersteller
PC Games sprach mit Phil Steinmeyer, einem Mitbegründer von Poptop Software.
PC Games: Was für ein Feedback habt ihr bis jetzt von den Spielern bekommen?
Phil Steinmeyer: "Besonders interessant ist das Feedback von Hardcore-Fans, das sich meist folgendermaßen gliedert: Zunächst sind sie von der Grafik überrascht und vom Spiel begeistert. Dann monieren sie fehlende Neuerungen und fragen sich, was wir all die Jahre gemacht haben. Danach ärgern sich die meisten Railroad Tycoon-Veteranen über das veränderte Wirtschaftssystem, weil sie mit ihrer gewohnten Spielweise Geld verlieren. Letztendlich sind sie dann aber doch angetan von der gebotenen Komplexität und von Railroad Tycoon 3 überzeugt."
PC Games: Warum gibt es in Railroad Tycoon 3 keine Signale, mit denen sich die Zugrouten manuell optimieren ließen?
Phil Steinmeyer: "In unserem Spiel geht es nicht um das gezielte Steuern einzelner Züge, dafür gibt es den Microsoft Train Simulator. Im ersten Railroad Tycoon gab es zwar Signale, aber auch ein Maximum von 32 Zügen. In Railroad Tycoon 3 soll der Spieler ein Wirtschaftsimperium mit bis zu 100 Zügen oder mehr aufbauen. Sich dabei auf die Optimierung einzelner Routen zu konzentrieren ist schlichtweg unmöglich und wenig sinnvoll."
PC Games: Wie schwer war es, ein weltweites Wirtschaftssystem für das Spiel zu erstellen?
Phil Steinmeyer: "Das Wirtschaftssystem war mein persönliches Baby bei der Entwicklung von Railroad Tycoon 3. Angebot und Nachfrage sowie andere mögliche Transportwege wie Flüsse oder Ozeane sollten realistisch simuliert werden, um dem Spieler eine echte Herausforderung zu bieten. Darüber hinaus wurde das Spiel wesentlich einsteigerfreundlicher, da die Wirtschaft so funktioniert, wie man erwarten würde. Am schwersten war es jedoch, die Routinen so effizient zu programmieren, dass sie schnell abgearbeitet werden und wenig Speicher beanspruchen - schließlich sollte das Spiel auch auf schwächeren Rechnern gut laufen. Ich bin mit dem Endergebnis sehr zufrieden."
PC Games: Warum habt ihr euch für eine 3D-Engine entschieden und seid nicht bei 2D-Grafiken geblieben?
Phil Steinmeyer: "Wir wollten dem Spieler die Möglichkeit geben, tatsächlich mit den Zügen zu fahren und auf den Touren durch Täler und Gebirge, über Brücken oder durch Tunnel dabei zu sein. Außerdem hätten wir mit einer 2D-Engine niemals der Pracht antiker und moderner Loks gerecht werden können."
PC Games: Könnt ihr uns schon verraten, wie euer nächstes Spiel aussehen wird?
Phil Steinmeyer: "In letzter Zeit haben wir ausschließlich zusätzliche Karten für Railroad Tycoon 3 entwickelt, die wir demnächst im Internet veröffentlichen werden. Konkrete Pläne für unser nächstes Projekt gibt es allerdings noch nicht."
So bewerten die PC-Games-Leser (in Schulnoten):
Grafik Grafik (Spielwelt, Effekte) 2 Animationen 2-
Sound Musik 2 Soundeffekte 2 Kommentare/Sprachausgabe 3+
Auf die Frage: "Würden Sie Railroad Tycoon 3 weiterempfehlen" haben 83 Prozent der befragten Teilnehmer mit "Ja" und 17 Prozenz mit "Nein" geantwortet.
Das Urteil der PC-Games-Leser: Die Stärken und Schwächen
Pro
1.) Hohe Langzeitmotivation 2.) Endlich Tunnel und Brücken 3.) Beeindruckende Zoomstufe 4.) Das durchdachte Wirtschaftssystem 5.) Atmosphärischer Soundtrack
Contra
1.) Fehlende Signale 2.) Umständlicher Gleisbau 3.) Städte zu detailarm 4.) Kein Zugmanagement möglich 5.) Zu statische Landschaftsgrafik
Die Meinung der PC-Games-Leser: Matthias Quester, Schüler aus Aachen: "Railroad Tycoon 3 ist ein würdiger Nachfolger. Das Wirtschaftsprinzip ist zugänglich und fordernd zugleich. Die Grafik ist hübsch und es macht Spaß, seine eigenen Züge durch die Landschaft fahren zu sehen. Dennoch ist das Spiel nicht perfekt. Zum Beispiel sehen Riesenmetropolen wie Rom oder Mailand eher aus wie kleine Dörfer."
Arne Fiebig, Schüler aus Kleinmachnow: "Für ausgeklügelte Warenzyklen, die beim Vorgänger noch Garant für hohe Gewinne waren, wird man hier geradezu bestraft, so dass die Wahl der automatischen Warenzusammenstellung der bessere Weg ist. So kommt schnell Langeweile auf, da das Tüfteln an Warenkreisläufen keinen Sinn mehr macht."
Steffen Flade, Student aus Freiberg: "Wer die Vorgänger mochte, wird um dieses Spiel nicht herumkommen. Die 3D-Grafik ist sehr schick und das gute Zugmanagement wurde beibehalten. Außerdem kann man endlich selbst Fabriken bauen. Mit den Unmengen an Kampagnen und dem Endlosspiel hat man an Railroad Tycoon 3 wochenlang Spaß."
Alexander Nietzschmann, aus Kirchseeon: "Am meisten stört mich, dass Waren einfach so zum nächsten Bahnhof ,hindiffundieren'. So lassen sich nur schwer Produktionsketten aufbauen. Die Gleisverlegung wurde unnötig verkompliziert und die Landschaften wirken unglaubwürdig. Beim Finanzmodell schließlich hat sich praktisch gar nix getan. Ich bin rundum enttäuscht."
Ich finde die Grafik sehr gelungen. Außerdem ist es doch ganz angenehm, nicht das kleinste Detail selbst einstellen zu müssen. So findet man viel einfacher den Einstieg in das Spiel, außerdem sagt das ja noch nichts über den Schwierigkeitsgrad aus. Ich bin schon echt gespannt.
Bin sehr entäuscht das die Grafik nicht viel besser geworden ist. Den Multiplayer Modus begrüsse ich sehr. Aber das grösste Manko ist immernoch das man nicht wie bei Transport Tycoon Deluxe mit Weichen und Signalen arbeiten kann.
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