Gehe nicht in das Gefängnis: Spaßiges Aufbauspiel im Monopoly-Look
In den billigen Baugebieten am Stadtrand entstehen schnell Slums. Aber auch hier kann man viel Geld verdienen.
Lange haben wir in unserer PC-Games-Datenbank und in unserem Gedächtnis gekramt, doch das Spielprinzip von Monopoly Tycoon scheint uns bislang noch nicht untergekommen zu sein. Dabei ist es relativ einfach und hätte schon vor Jahren verwirklicht werden können: Man baut Ladengeschäfte, legt Verkaufspreise für Brot, Kinokarten etc. fest und wird zum reichen Mann. Was das mit Monopoly zu tun hat? Nicht viel...Wenn man ein herkömmliches Monopoly-Brettspiel nimmt, von diesem die Spielfiguren und das Rundenprinzip entfernt und die Brettelemente bunt durcheinander würfelt, dann erhält man immerhin schon einmal eine ungefähre Vorstellung vom Aufbau des Spielfelds. Darauf tummeln sich einige Stadtbewohner und verlangen nach Nahrung und Unterkunft - und wer wäre besser geeignet, diese Wünsche zu erfüllen, als der Spieler? Möglicherweise dessen bis zu fünf Konkurrenten!
Zusammen mit einem großzügigen Startkapital, der Konkurrenz und den Stadtbewohnern startet man in eine von 20 "Missionen", bei denen es im Großen und Ganzen darum geht, der erfolgreichste Geschäftsmann zu werden. Auf 25 Straßenblöcken können Fleischereien, Nachtclubs, Bistros, Zeitungskioske, Wohnungen und vieles mehr gebaut werden. Die Nachfrage kommt von den maximal 1.500 Leuten, die in der Stadt wohnen und die generell sehr fußfaul sind. Je attraktiver das Angebot eines Blocks ist, desto mehr Kunden werden diesen besuchen und desto höhere Stückzahlen werden in den Läden gehandelt. Auch niedrige Preise locken Kunden an - sollte aber ein Preiskrieg entstehen, muss man schnellstens für möglichst niedrige Kosten sorgen. So kann man beispielsweise das Pachtrecht des jeweiligen Blocks ersteigern und so die Pacht für die einzelnen Gebäude sparen (beziehungsweise von den Mitspielern kassieren); außerdem kann man die Telefongesellschaft, das Wasserwerk und das E-Werk erwerben, um an deren Gebühren teilzuhaben. Sollte auch dann ein Geschäft nicht kostendeckend wirtschaften können, so bleibt nur, die Nachfrage anzukurbeln: Durch den Bau von preiswertem Wohnraum ziehen potenzielle Kunden in die Nähe der Einkaufszentren und sorgen so für lukrativere Geschäfte. Alternativ ist es auch möglich, bestehende Läden aufwendig umzubauen oder für wenig Geld an die Stadt zu verkaufen. Im Gegensatz zum Brettspiel kommt es meist nicht darauf an, die Konkurrenten in die Pleite zu treiben. Stattdessen gilt es beispielsweise, als beliebtester Geschäftsmann zum Bürgermeister gewählt zu werden, den höchsten Tagesumsatz einzufahren oder den Wert des Firmenimperiums auf einen bestimmten Wert zu wirtschaften.
Streng genommen ist die Kombination aus Wirtschaftssimulation und Aufbauspiel inhaltlich ein wenig dünn geraten. Dennoch schafft es Monopoly Tycoon, stets aufs Neue zu motivieren. Den größten Anteil daran haben zweifellos die Missionen, die vom Spieler immer wieder eine neue Geschäftsstrategie verlangen. Aber auch die Grafik trägt ihren Teil dazu bei, indem sie die Entwicklung vom verschlafenen Provinznest aus den 30er-Jahren zur modernen Großstadt dokumentiert - und das in einer schicken und flotten 3D-Grafik. Notwendig ist diese allerdings nicht, da man lediglich Bauaufträge in die 3D-Landschaft setzt. Alle anderen Einstellungen nimmt man in Dialogboxen oder der schmucklosen Übersichtskarte vor.

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